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Auf den Spuren koreanischer Kämpfer

Stralsund Auf den Spuren koreanischer Kämpfer

Beim Taekwondo- Verein in Stralsund erlernen Kinder und Erwachsene die waffenlose Selbstverteidigung.

Stralsund. Taekwondo ist für die Sportler des Vereins Taekwondo Stralsund mehr als nur eine Kampfsportart. Es ist Ausgleich zum Job, eine Möglichkeit, sich fit zu halten und das eigene Selbstbewusstsein zu stärken.

Kein Wunder – schließlich sind beim Taekwondo, das seit 2000 olympisch ist, nicht nur Kraft und Konzentration gefragt. „Man trainiert auch die Beweglichkeit, Koordination, Balance und Disziplin“, sagt Stephan Haack. Der Vorstandsvorsitzende schätzt gerade die Vielseitigkeit seines Sports. „Ich habe immer Sport getrieben, auch Fußball und Handball gespielt“, sagt der 38-Jährige. Doch dem Taekwondo hält er seit Jahren die Treue.

Den Stralsunder Verein gibt es seit 1994. Ein Jahr zuvor schlossen sich die ersten Sportinteressierten zur Taekwondo-Sektion der DLRG Mecklenburg-Vorpommern zusammen. „Ihr Ziel war es aber von Beginn an, einen eigenen Verein zu gründen“, erklärt Haack. Er gehört seit dem Beginn dazu. Im Alter von 15 oder 16 Jahren brachte ihn ein Klassenkamerad auf die Idee, sich im Taekwondo auszuprobieren.

Seit 1999 gibt der Sportler sein Wissen auch als Trainer weiter.

Die Kampfsportart, die ihren Ursprung in Korea hat, besticht wie das japanische Karate durch gezielte Tritt- und Stoßtechniken. „Allerdings überwiegen bei uns die Beintechniken“, erklärt er. So ist ein Tritt in Kopfhöhe für die Sportler kaum ein Problem. Etwas schwieriger ist es da schon, wenn Trainer Haack fordert, dass der Tritt aus einer Drehbewegung oder im Sprung erfolgen soll. Dafür müssen seine Schützlinge lange trainieren.

„Aber man kann sehr viel mehr aus seinem Körper herausholen, als man vielleicht denkt. Gerade was die Beweglichkeit angeht, ist vieles Veranlagung“, weiß Haack. Wer also als Kind oder Jugendlicher sehr gut im Sport war, aber ein bisschen „eingerostet“ ist, könne diese Beweglichkeit weitgehend zurückerlangen, meint er.

Für Manuela Wurm ist Taekwondo die perfekte Alternative zum Fitnessstudio. „Man hat Kraft, Kardio und Selbstverteidung in einem. Das gefällt mir“, sagt die 39-Jährige. „Auch das Team passt sehr gut zusammen“, erklärt sie.

Aus diesem Grund geht sie drei- bis viermal pro Woche zum Training. „Am meisten Spaß bereitet mir dabei der Formenbereich“, sagt Wurm. Hierbei lernen die Sportler die Grundtechniken und den Formenlauf – Poomse genannt. Dabei handelt es sich um einen festgelegten Ablauf von Angriffs- und Verteidigungstechniken gegen imaginäre Gegner. Auch die Selbstverteidigung sei interessant.

„Natürlich sollte man immer versuchen, es erst gar nicht zu einer Konfrontation kommen zu lassen. Präventives Denken spielt auch bei uns im Verein eine Rolle“, erklärt die Kampfsportlerin.

Daneben stehen noch der Freikampf sowie der Bruchtest auf dem Trainingsprogramm. „Das gehört zu den fortgeschrittenen Gürtelprüfungen dazu“, sagt Stephan Haack. Als Trainer versucht er, in jeder Einheit alle Elemente des Taekwondo einzubinden.

Bei vereinsübergreifenden Lehrgängen können die Sportler das Gelernte vertiefen. Haack: „Mir bereitet es Freude, mich mit den anderen auszutauschen und dabei immer wieder Neues zu lernen.“

Manuela Wilk

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