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Stralsund Mario Weichert möchte wissen, woher er kommt
Vorpommern Stralsund Mario Weichert möchte wissen, woher er kommt
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15:13 28.11.2018
Carola und Mario Weichert suchen nach der Familie von Mario Weichert. Quelle: privat
Stralsund

Bilder aus der Kindheit? Gibt es nicht. Erinnerungen an die Familie? Fehlanzeige. „Ich kenne meine Eltern nicht, ich weiß nicht, wo ich herkomme, ich fühle mich unvollständig“, sagt Mario Weichert am OZ-Telefon, dann übergibt er den Hörer an seine Frau. Er selbst kann nur schlecht über sein Schicksal reden.

Zu viele Zufälle

Im Leben von Mario Weichert gibt es viele Ungereimtheiten. Zu viele. Gedanken hat sich der 1969 in Aschersleben Geborene schon immer darüber gemacht, nur auf die Suche nach seinen Wurzeln hat er sich nie begeben. Dafür fehlte ihm bisher die Kraft. Das änderte sich erst, als er seine jetzige Frau Carola kennenlernte. Vor sechs Jahren begannen sie gemeinsam mit der Recherche – und öffneten ein Fass ohne Boden. Doch eine wichtige Spur führt nach Stralsund.

Geboren wurde er im August 1969 als Mario Naumann. Nach etwa einem Monat wurde er in ein Säuglingsheim in Ballenstedt gegeben. Warum? Das ist unklar, denn dazu finden sich keine Unterlagen. „Im Geburtenregisterauszug ist in Marios Akte ein dicker schwarzer Streifen, unter dem einst etwas stand“, erklärt Carola Weichert. „Ein Zeichen für eine Zwangsadoption?“ Allerdings gibt es auf diesem Blatt einen Vermerk, dass der Vater des Kindes, Klaus-Dieter Erb aus Stralsund, im Dezember 1969 die Vaterschaft anerkannt hat.

Der nächste Eintrag betrifft das Jahr 1973, aus dem hervorgeht, dass eine Familie Stieler aus Dessau das Kind adoptierte. Doch nach nur einem Jahr musste er die Familie über Nacht verlassen und lebte fortan in einem Kinderheim in Königsbrück, bis zu seinem 18. Lebensjahr. Kontakt zu seinen leiblichen Eltern hatte Mario Weichert nie, er wusste noch nicht einmal, wer sie waren. Doch auch an Kontakt zu den Stielers kann er sich nicht erinnern. „Das ist das nächste Merkwürdige“, sagt Carola Weichert. „Über das Jugendamt Dessau haben wir erfahren, dass in der Heimakte steht, dass mein Mann an jedem Wochenende bei den Stielers war und dass sie auch bei seiner Konfirmation dabei waren. Allein mein Mann kann sich an keine Minute mit der Familie erinnern.“ Einsicht in die Akte konnten sie noch nicht nehmen, denn ein Teil davon sei bei einem Brand verschwunden. „So ein Zufall“, sagt Carola Weichert bitter. Auch die Adoptionsakte ist unvollständig, „noch so ein Zufall“.

Hoffnung auf Familie

Die eigenen Recherchen haben mittlerweile ergeben, dass die leibliche Mutter Mario Weicherts bereits verstorben ist und auch der leibliche Vater nicht mehr lebt. „Wir haben lange überlegt, ob wir an die Öffentlichkeit gehen“, sagt die Näherin aus Geismar. „Aber vielleicht können wir so erfahren, ob mein Mann noch Halbgeschwister hat. Er würde einfach gern mehr über seinen familiären Hintergrund wissen. Mehr nicht.“

Die Suche sei bisher vor allem seelisch anstrengend gewesen. „Weil wir immer wieder Rückschläge einstecken mussten“, sagt Carola Weichert. „Etwa, dass der Vater in dem Jahr starb, in dem wir mit der Suche begonnen haben.“ Umso mehr würde sie sich freuen, wenn sich mögliche Familienmitglieder melden würden. „Ich hatte meinem Mann versprochen, dass ich bis zu seinem 50. Geburtstag die Familie ausfindig mache.“ Der 50. Geburtstag ist im August nächsten Jahres.

Miriam Weber

Zur Verfügung gestellt wurde er von Familie Kittel aus der Feldstraße.

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