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Augenzwinkernde Einblicke in einen Männerruheraum

Stralsund Augenzwinkernde Einblicke in einen Männerruheraum

Die Komödie „Männerhort“ hat am Donnerstag Premiere im Gustav-Adolf-Saal. Jonas Hien inszenierte ein Stück über die Flucht aus dem Einkaufsstress.

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Im „Männerhort“ unterm Einkaufszentrum leben vom Shoppingstress geplagte Einkaufstütenträger ihre Fantasien aus.

Quelle: Juliane Voigt

Stralsund. Es ist ein ernstes Thema, das alle betrifft. Immer wieder gibt es nicht artgerechte Haltung: Männer, die mit Einkaufstüten in beiden Händen hinter Frauen herlaufen und ab und zu ihre Kreditkarte durchs Lesegerät an der Kasse ziehen. Sie wirken in etwa so glücklich wie ein Tanzbär am Nasenring. Am Donnerstag hat die Komödie „Männerhort“ von Kristof Magnusson im Gustav-Adolf-Saal Premiere. Frauen, die wissen wollen, wohin ihre Männer plötzlich verschwunden sind, wenn sie sich im Strelapark einmal kurz umdrehen und Männer, die einen Ausweg aus ihrer verzweifelten Lage als Shopping-Sklave ihrer Frauen suchen, sollten sich Karten besorgen.

Ein Männerhort ist, wie sich zeigt, keine betreute Einrichtung sondern ein Paradies in der Hölle. Ein Männerruheraum unterm Einkaufszentrum. Mit Sofa, Kühlschrank und Fernseher.

Jonas Hien inszeniert das zweite Stück am Haus. Zuletzt hatte er mit der Regie von „Bandscheibenvorfall“ sein komödiantisches Talent bewiesen. Wie schwer Komödie zu spielen ist, weiß man von großen Komikern. Und auch Jonas Hien bestätigt: „Comedy ist eine ernste Sache! Es ist harte Arbeit, Szenen und Gags in Timing und Rhythmus richtig zu bauen.” Beim Proben wisse man nicht, erklärt er, ob eine Szene mit Pointe funktioniert. Erst bei der Premiere merkt man, was beim Publikum als Brüller ankommt. „Mich fasziniert, dass es richtig und falsch gibt beim Inszenieren von Witzen. Es klappt oder klappt nicht. Das liegt nah beieinander.” Jonas Hien ist leidenschaftlicher Comedy-Experte und hat mit seinem Duo “Stulle & Bulle” ein eigenes Comedy-Projekt.

Sören Ergang, Jan Bernhard und Marco Bahr als Eroll, Helmut und Lars sitzen also, nachdem sie ihren shoppenden Frauen im Einkaufscenter weggelaufen sind, auf einem Zweisitzer schütten Bier und stopfen Pizza in sich hinein, versuchen, ein Fußballspiel in die Glotze zu kriegen, erzählen sich frauenfeindliche Witze und benehmen sich wie übermütige Welpen. Irgendwann werden es vier. Mario, Feuerwehrmann des Centers, (Alexander Frank Zieglarski) droht mit dem Ende des Männerhorts, regt aber an: Generalstabsmäßig geplant könne die wöchentliche Flucht nicht erst nach fünf, sondern nach einer Stunde gelingen. Der Plan ist gut, geht aber nicht ganz auf

„Männerhort“, Premiere am 3. April, Gustav-Adolf-Saal, 20 Uhr, heute, 18 Uhr, öffentliche Probe, Eintritt frei.

Comedy ist eine ernste Sache! Es ist harte Arbeit, Szenen und Gags in Timing und Rhythmus richtig zu bauen.”Jonas Hien, inszeniert „Männerhort“

 



Juliane Voigt

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