Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Aus Langeweile mit dem Feuer gespielt
Vorpommern Stralsund Aus Langeweile mit dem Feuer gespielt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
03:44 13.07.2013
Stralsund

Es war einfach zu verlockend: Das Haus in der Tribseer Vorstadt stand bereits längere Zeit leer. So hatten es Kinder und Jugendliche nach und nach zu ihrem Treffpunkt auserkoren. Hier konnte man gemütlich ein Zigarettchen rauchen oder auch mal etwas Härteres trinken, ohne von Erwachsenen gleich Maß genommen zu werden. „Damit es etwas gemütlicher wurde, waren verschiedene Räume mit Sofas, Stühlen oder Matratzen vom Sperrmüll ausgestattet worden“, weiß Heiko Lutzke. Der Kriminalhauptmeister berichtet von einem Fall, wo diese Möbilierung, gepaart mit Leichtsinn, beinahe drei Mädchen zum Verhängnis geworden wäre.

Die Mädels im Alter von elf, zwölf und 13 Jahren hatten sich zum frühen Abend an jenem Tag im späten Frühling am Haus verabredet. Sie kletterten bis zum Dachboden hoch — man kannte sich aus.

Oben nahmen sie Platz auf einem Matratzenlager. „Gemeinsam wurde Musik vom Handy gehört“, so der Ermittler. Das muss irgendwann etwas langweilig geworden sein, Jedenfalls begann das 12-jährige Mädchen, mit einem Feuerzeug Papiertaschentücher anzuzünden. Diese fielen brennend zu Boden, wo sie ausgetreten wurden.

Und während die Jüngste noch versuchte, ihrer Freundin die Kokerei auszureden, fiel ein Taschentuch brennend auf eine Matratze. Die fing gleich an zu glimmen, Rauch stieg auf.

„Austreten ließ sich dieser Schwelbrand nicht, weil er offenbar schnell ins Innere der Matte vorgedrungen war“, so Lutzke. Hektik kam auf. Dennoch unternahmen die Mädchen noch einen Versuch, das beginnende Feuer zu löschen. Sie stürzten nach unten, weil sie dort in einer Hofecke noch alten Schnee hatten liegen sehen. Mit einer Handvoll davon rannte jeder aus dem Trio wieder nach oben. Doch dort züngelten bereits Flammen in Richtung Dachbalken, unter denen schon beißender Qualm waberte. Wie der Kriminalist weiter berichtet, fiel der Elfjährigen immerhin ein, übers Handy die Feuerwehr zu rufen.

Als die Brandbekämpfer vorfuhren, harrte das Dreigespann noch immer vor dem Haus aus. Die Feuerwehrleute hatte den Brand schnell gelöscht. Der Dachstuhl war weitgehend intakt geblieben. „Bei der ganzen Aktion war für alle Beteiligten mehrfach großes Glück im Spiel“, glaubt Lutzke und stellt fest: „Gar nicht auszudenken, wie das ausgegangen wäre, wenn die Mädchen sich im dichten Qualm verirrt oder die Flammen auf benachbarte, bewohnte Häuser übergegriffen hätten.“ Schon aus erzieherischen Gründen mussten die drei jungen Damen eine Befragung auf dem Kommissariat über sich ergehen lassen.

Statt der 13-Jährigen kam nur ein Brief von ihrer Mutter. Diese widersprach darin vehement der Behauptung der beiden Freundinnen, dass das Feuerzeug von der Ältesten stammte, weil diese schon rauchen würde.

„Da alle drei wegen ihres Alters strafunmündig sind, blieb es nur bei dieser Befragung mit erhobenem Zeigefinger“, sagt Heiko Lutzke. Er weiß aber, dass es das 11- und das 13-jährige Mädchen im Zusammenhang mit einem Ladendiebstahl wieder mit der Polizei zu tun bekamen. Da fanden sich bei der älteren von beiden Zigaretten und ein Feuerzeug.

Jörg Mattern

Der Sommerferienspaß im Meeresmuseum geht in die vierte Woche.

13.07.2013

Alleinerziehende aus dem Landkreis möchte, dass ihre zehnjährige Tochter an der „Jona“ bleiben kann. Sie wehrt sich gegen die Kündigung des Vertrages.

13.07.2013

Elektrogeräte wie Computer, Radios oder DVD-Spieler haben eines gemeinsam: Sie verbrauchen auch dann Energie, wenn sie ihre eigentliche Funktion nicht erfüllen — im Leerlauf, ...

13.07.2013