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Stralsund Awo streitet um Erziehungsberatung
Vorpommern Stralsund Awo streitet um Erziehungsberatung
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00:01 24.11.2016

Ist die Erziehungsberatung im Landkreis gefährdet? Die Kreisverwaltung sagt nein. Christian Waedow, Geschäftsführer der gemeinnützigen Awo Soziale Dienste GmbH Rügen, sieht das jedoch anders: Weil der Kreis sich weigere, anfallende Beratungsstunden zu vergüten, könnten diese nicht mehr geleistet werden. „Das uns zur Verfügung gestellte Geld reicht rechnerisch noch bis zum Ende der Woche. Theoretisch müssten wir die Familienberatungsstelle ab Montag schließen.“

Praktisch sei das dem Träger unmöglich: „Zu uns kommen unter anderem Menschen mit Lebens- und Existenzängsten, Selbstmordgefährdete, Kinder, deren Eltern schwer erkrankt sind.“ Da könne man nicht einfach sagen: Tut uns leid, kommen Sie doch im nächsten Jahr wieder. „Das dürfen wir standesrechtlich gar nicht.“ 60 Kinder, Erwachsene und Familien aus dem gesamten Landkreis werden durch die Beratungsstelle betreut. 13 warten noch auf einen Termin.

Der Kreis übernimmt pro Jahr die Kosten für rund 2000 Beratungsstunden bei der Awo-Familienberatung. Weil das schon in der Vergangenheit nicht ausreichte, wurde in Abstimmung zwischen Kreis und Träger regelmäßig zum Jahresende auf das Stundenbudget des kommenden Jahres zugegriffen. „In diesem Jahr wurde uns das vom Landkreis untersagt“, berichtet Waedow. „Die Leistungen für Dezember 2016 sind nun nicht gesichert.“ Und wie es im nächsten Jahr weitergehe, wisse niemand. Der Kreis wolle vorerst nur über eine Finanzierung bis zum Sommer verhandeln. Christian Waedow befürchtet, dass die Strukturen, die die Awo zur Erziehungsberatung aufgebaut hat, zerstört werden könnten – durch den Kreis, für den diese Form der Familienhilfe eine Pflichtaufgabe ist.

Den Vorwurf weist man im Landratsamt zurück. Dort geht man offenbar von ganz anderen Zahlen aus: „Für diese Aufgabe wurden der Awo für das laufende Jahr rund 2000 Stunden zugesagt“, erwidert Olaf Manzke, Pressesprecher im Landratsamt. Nach der bisherigen Abrechnung durch den Träger müssten bis zum Jahresende noch 184 Fachberatungsstunden zur Verfügung stehen. „Damit wäre nach unserer Auffassung auch die Familienberatung im kommenden Monat abzudecken.“

Christian Waedow hält dagegen, dass bei dieser Berechnung die Stunden, die man schon im Vorjahr vom 2016er Budget abgeknapst habe, nicht berücksichtigt seien. Und: Gerade in diesem Jahr sei der Andrang bei der Awo besonders groß gewesen, weil andere Träger die Familienberatung personell nicht in vollem Umfang anbieten konnten. Doch auch 2016 könne die Awo auf das Stundenbudget des nächsten Jahres vorgreifen, versichert Olaf Manzke. Allerdings könne das kein Dauerzustand sein. Maik Trettin

OZ

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