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Stralsund Badrow an Randalierer: „Stralsund schämt sich für euch“
Vorpommern Stralsund Badrow an Randalierer: „Stralsund schämt sich für euch“
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17:34 24.06.2018
Eine Videoüberwachung des Strandbades lehnt die Stadtverwaltung trotz der Vorfälle bisher ab, weil es sich grundsätzlich um einen sensiblen Bereich handelt. Quelle: Stefan Sauer
Stralsund

Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hat Maßnahmen gegen die andauernde Zerstörungswut in der städtischen Badeanstalt angekündigt. Während der Sitzung der Stralsunder Bürgerschaft am Donnerstag sagte Badrow mit bemerkenswerter Deutlichkeit: „Im Strandbad werden Straftaten begangen, denen wir jetzt begegnen werden.“ Er bezeichnete die Täter als „Spacken, die nichts anderes zu tun haben, als Strandkörbe anzuzünden und abgebrochene Glasflaschen so zu vergraben, dass Kinder sich daran die Füße aufschneiden“. Badrow: „Stralsund schämt sich für euch.“

Nach Angaben der Sprecherin der Polizeiinspektion Stralsund, Ilka Pflüger, werde allein seit Beginn dieser Badesaison in vier Fällen ermittelt, in denen bereits Strafanzeigen aufgenommen worden seien. Zu den angezeigten Vergehen gehörten auch Körperverletzungen und Sachbeschädigungen.Aus Sicht der kommunalen Beschäftigungsgesellschaft SIC, die das Strandbad betreibt, stellt sich die Lage dramatisch dar. Die blinde Zerstörungswut habe Ausmaße angenommen, die so „nicht mehr tolerierbar sind“, sagt SIC-Geschäftsführerin Ariane Kroß. Sobald das Wetter es zulässt, würden sich die Randalierer austoben. Es sei nach jeder Nacht das gleiche Bild, das ihre Mitarbeiter am Morgen vorfinden: Eine Spur der Verwüstung. Überall liege Unrat herum. Strandkörbe würden umgekippt, ausgehakt, angezündet. Es sei zu sehen, dass auf den Körben herumgetrampelt werde. „Das Grillfeuer wird zum Teil direkt in den Strandkörben entzündet. Wir kommen mit der Reparatur nicht mehr hinterher und sind nicht mehr in der Lage, die Strandkörbe zu ersetzen“, sagte Ariane Kroß.

Mutwillig würden Flaschen so zerschlagen, dass spitze Scherben entstehen. Die wiederum würden bewusst im Sand vergraben. Vor allem in der Nähe des Spielplatzes, sodass vor allem für Kinder eine große Verletzungsgefahr bestehe. „Das ist kein Dummer-Jungen-Streich, sondern vorsätzliche Körperverletzung“, machte Ariane Kroß die Brisanz der Lage deutlich. Die Randalierer würden zudem auf die Dächer der Gebäude klettern. So sei die Werkstatt inzwischen undicht und es regnet durch. Ein Einkaufskorb landete unlängst auf einem der Masten am Strand. Bänke und Wände würden beschmiert. Die neueste Masche sei es, Kronkorken in die Holzbänke zu drücken, die dann mühsam mit Schraubenziehern wieder entfernt werden müssten und das Holz beschädigen würden. Rund zwei Stunden lang hätten die vier Mitarbeiter täglich damit zu tun, zusätzlich zu den normalen Reinigungsarbeiten die Spuren der Vandalen zu beseitigen. Kroß: „Das können wir nicht mehr hinnehmen und müssen gemeinsam dagegen ankämpfen.“

In der vergangenen Woche hatte es eine Krisensitzung gegeben, an der Vertreter von Polizei, Stadtverwaltung, der SIC, einem privaten Sicherheitsdienst und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) teilgenommen hatten. Im Ergebnis sei vereinbart worden, dass der private Sicherheitsdienst personell aufgestockt werde.

Die Polizeiinspektion Stralsund, die für den gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen zuständig ist, kündigte an, dass in diesem Jahr im Rahmen des Bäderdienstes der Polizei erstmals vier der insgesamt 27 eingesetzten Beamten in Stralsund tätig sein werden. Die Ordnungskräfte sollen die Polizeipräsenz in Tourismushochburgen während der Sommersaison verstärken. Polizeisprecherin Pflüger betonte aber, dass die vier Kräfte auch, aber nicht nur im Strandbad im Einsatz seien, sondern dem Streifendienst in der gesamten Stadt zugeordnet würden.

Eine Videoüberwachung des Strandbades lehnt die Stadtverwaltung bisher ab, weil es sich grundsätzlich um einen sensiblen Bereich handelt. Besucher könnten Kameras beim Baden und Sonnen als störend empfinden. Badrow hofft dennoch, dass die Aufstockung der Sicherheitskräfte dazu führt, den Vandalismus künftig zu unterbinden. An die Täter gerichtet, betonte er: „Wir kriegen euch.“

Benjamin Fischer und Marlies Walther

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