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Stralsund Bald Carsharing-Stellplätze in Stralsunder Parkhäusern?
Vorpommern Stralsund Bald Carsharing-Stellplätze in Stralsunder Parkhäusern?
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00:00 27.09.2018
Seit Juni steht ein Ford Fiesta am Fährkanal 3 auf einem Parkplatz zwischen zwei alten Hafengebäuden. Die Bahn-Tochter Flinkster ist zufrieden mit der Auslastung, das Carsharing-Auto werde gut gebucht. Quelle: Foto: Ines Sommer

Stralsund. Carsharing – dieses umweltfreundliche und kostensparende Mobilangebot scheint die Stralsunder noch nicht so richtig zu überzeugen. Bisher bietet nur die Bahntochter Flinkster in der Hansestadt die speziellen Mietautos an, und zwar am Bahnhof und am Hafen. Insgesamt stehen drei Fahrzeuge zur Verfügung.

Während der Opel Astra und der Ford Fiesta, die am Tribseer Damm 76 direkt in Bahnhofsnähe geparkt sind, ständig sehr gut gebucht sind, steht der zweite Fiesta am Fährkanal etwas vergessen zwischen zwei Häuser-Ruinen. „Am Hauptbahnhof sind wir sehr zufrieden mit der Auslastung. Der Standort am Hafen brauchte eine gewisse Hochlaufphase, aber jetzt läuft es auch dort ganz gut“, schätzt Bahnsprecher Ingo Priegnitz ein. Erst im Juni hatte Flinkster sein Angebot um den Hafen-Platz erweitert und reagierte damit auf Wünsche der Altstadt-Bewohner.

„Saisonale Effekte sind in Stralsund interessanterweise, was unsere Erfahrung am Hauptbahnhof angeht, zwar vorhanden, aber weniger ausgeprägt als an anderen Standorten“, stellt Ingo Priegnitz fest.

Um sein Angebot auszubauen, ist Flinkster derzeit auf der Suche nach mindestens einem weiteren Stellplatz in der Altstadt.

Also alles im grünen Bereich? Nicht für die Stralsunder Grünen. „Warum gibt es nicht mehr Carsharing-Angebote“, wollte Fraktionschef Jürgen Suhr erst kürzlich im Bauausschuss der Bürgerschaft wissen.

Stephan Bogusch, Leiter der Abteilung Straßen und Stadtgrün im Stralsunder Rathaus, erklärte, dass Carsharing derzeit nur auf privaten Flächen angeboten werden kann. „Da sind wir dann auch schnell mit der Genehmigung. Ich denke da nur an die Parkhäuser, da wäre sowas unkompliziert.“ Dagegen seien der Stadt an öffentlichen Straßen noch die Hände gebunden. „Bisher gibt es nur Regelungen an Bundesstraßen, es fehlen rechtliche Voraussetzungen über die Sondernutzung an Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen. Diese Vorlage wird zurzeit vom Bund erarbeitet.“

Und warum stehen in Rostock und Greifswald überall Carsharing-Autos, hakte Jürgen Suhr nach und berichtete, dass man in Greifswald zum Beispiel mit einem Autohaus zusammenarbeite. „Da steht eine Flotte von 30 Fahrzeugen zur Verfügung.“ Thomas Haack (Bürger für Stralsund) waren die speziellen Autos auch in Berlin an jeder Ecke aufgefallen.

„Ich kann nur für Stralsund sprechen. Wir versuchen stets eine Lösung zu finden, wenn jemand auf uns zukommt“, konterte Stephan Bogusch und betont: „Wir haben aber zurzeit keine Nachfragen.“

Vielleicht sehen die Stralsunder gar keinen Bedarf für weitere Carsharing-Angebote? Jürgen Suhr führt die mangelnde Begeisterung der Hansestädter auf die mickrige Auswahl zurück und will deshalb immer wieder den Finger in die Wunde legen. „Sind die Angebote da, werden die Leute sie auch nutzen. Deshalb wünsche ich mir, dass die Stadtverwaltung ein bisschen munterer wird, um den Vorpommer etwas anzustubsen“, sagt Jürgen Suhr im OZ-Gespräch. Er könnte sich zum Beispiel vorstellen, dass in den städtischen Parkhäusern Carsharing-Plätze eingerichtet werden. Vielleicht wird die Idee schon bald ein Antrag an die Stralsunder Bürgerschaft.

Carsharing-Trip für fünf Euro die Stunde

4000 Fahrzeuge können Kunden des Flinkster-Netzwerkes deutschlandweit nutzen und haben nach einmaliger Registrierung Zugriff auf 2600 Stationen in 400 Städten.

50 Euro kostet der Fiesta am ersten Tag, er kann aber auch stundenweise genutzt werden. Das kostet nachts 1,50 Euro, tagsüber 5 Euro die Stunde.

Hinzu kommt eine Verbrauchspauschale von 18 Cent pro Kilometer.

Beim Carsharing buchen Nutzer einen Wagen online und steigen dann direkt ein. Das Auto muss nach der Fahrt wieder an seinen Platz gestellt werden, damit der Nächste einsteigen kann. Aufgeschlossen und bezahlt wird per Chipkarte.

Bundesweit boomt das Geschäft im Südwesten am meisten. Karlsruhe ist mit zwei Autos je 1000 Einwohner die Hauptstadt des Carsharings, gefolgt von Stuttgart, Köln, Düsseldorf, München, Berlin, Hannover, Freiburg, Mannheim und Hamburg.

Ines Sommer

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