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Stralsund Ballett „Rebeccas Schatten“ kehrt zurück
Vorpommern Stralsund Ballett „Rebeccas Schatten“ kehrt zurück
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09:00 24.10.2018
Am Sonntag kehrt das Ballett „Rebeccas Schatten“ ans Theater Stralsund zurück. Quelle: Vincent Leifer
Stralsund

Es gehört sicher zu den besten Balletten, die Ralf Dörnen am Theater Vorpommern auf die Bühne gebracht hat. Und das will schon was heißen bei mittlerweile 31 abendfüllenden Programmen, die bereits auf „sein Konto“ gehen. Die Rede ist von „Rebeccas Schatten“, einem Stück, das schon im Frühjahr 2017 Premiere hatte und vergangenen Sonnabend nun seine Wiederaufnahme in Greifswald feierte.

„Es wurde damals einfach zu wenig gespielt“, schätzt der Ballettdirektor ein. Deshalb gibt es jetzt noch einmal vier Vorstellungen. Die nächste ist kommenden Sonntag in Stralsund. Und um es gleich vorweg zu sagen: Man sollte sich das Stück unbedingt ansehen. Denn „Rebeccas Schatten“ ist nicht nur ein packender Live-Thriller mit großartiger Musik, sondern vor allem ein Tanz- und nicht zuletzt auch Schauspielerlebnis, das fünf Sterne verdient.

Grundlage ist Roman von Daphne du Maurier

Dem Ganzen liegen der Roman von Daphne du Maurier (1938) und eine Verfilmung von Alfred Hitchcock (1940) zugrunde. Allein diese Namen sind ja schon Gütesiegel. Die großartige Musik steuerten die Briten Arnold Bax (1883-1953) und Alan Rawsthorne (1905-1971) bei. Das Philharmonische Orchester Vorpommern spielte sie für die Wiederaufnahme des Stückes auf CD ein. Auf der Bühne sind alle 13 Tänzerinnen und Tänzer des Balletts Vorpommern und eine überragende Barbara Buck als Gast zu erleben. Das überwiegend junge Publikum feierte die neue Vorstellung in Greifswald auf jeden Fall mit viel Applaus und Jubelrufen. Dafür bedankten sich die Akteure auf der Bühne, von denen immerhin acht erst seit Spielzeitbeginn im Ensemble sind. Zu diesen Neuen gehört auch Jemina Bowring. Sie tanzt jetzt die Rebecca. Die gebürtige Südafrikanerin war zuletzt am Theater Kiel in Aktion. Zuvor gehörte sie von 2014 bis 2017 zum HamburgBallett. „Meine Freundin hat nach der Vorstellung in Greifswald gesagt, es sei ein tolles Ballett hier. Und auch ich bin sehr zufrieden“, erklärte sie. „Ich hatte vorher das Buch gelesen und auch den Film gesehen, um mich mit der Rolle vertraut zu machen“, so die Hauptdarstellerin. Auch Ralf Dörnen sparte nach der Wiederaufnahme nicht mit Lob für seine neue Rebecca. „Sie ist viel intensiver als ihre Vorgängerin und passt wunderbar in diese Rolle“, schwärmte er geradezu. Überhaupt findet der Choreograph das Stück jetzt mehr verdichtet und damit besser als die ursprüngliche Fassung vor eineinhalb Jahren.

Geschichte über die Abgründe der menschlichen Psyche

„Rebeccas Schatten“ ist eine schaurig- gruselige Geschichte, in der es um die Abgründe menschlicher Psyche geht, aber auch um Liebe Hinwendung und Zärtlichkeit. Gleich zu Beginn fällt ein Schuss. Eine Frau wird getötet: Rebecca. Der Mord an ihr soll als Bootsunfall kaschiert werden. Aber der Schatten der Toten verfolgt eine andere junge Frau, die sich in den Witwer Maxim de Winter verliebt. Als er ihr einen Heiratsantrag macht, kann sie ihr Glück zwar kaum fassen, muss aber sehr schnell feststellen, dass die Idylle auf seinem Landsitz Manderley trügerisch ist. Denn über ihr hat sich eben jener Schatten seiner ersten Frau ausgebreitet: Und immer wieder ist es vor allem seine Haushälterin, Mrs. Danvers, die damit ein perfides Spiel treibt, um die tote Rebecca wieder zum Leben zu erwecken. Barbara Buck, die längst ihre Tanzkarriere beendet hat, kommt hier noch einmal als großartige Künstlerin zurück. „Die Rolle ist für sie natürlich wie gemacht“, sagt Dörnen. Zugleich lobt er aber die Ensembleleistung, die seine kleine und vor allem junge Compagnie hier abliefert.

Tänzer schätzen die Atmosphäre in Vorpommern

Über 480 Bewerbungen von Tänzerinnen und Tänzern hatte er vor Spielzeitbeginn für acht frei gewordene Stellen in seinem Ballett zu sichten. Allein das sei doch schon Indiz für Qualität, meint Dörnen. Die künstlerische Klasse im Ballett sei in den letzten Jahren enorm gewachsen, schätzt er ein. Die Bewerber, die nach Vorpommern wollen, kommen mittlerweile aus der ganzen Welt. Leider kaum aus Deutschland. Aktuell vereint das Ballett acht Nationen von vier Kontinenten . Die Südafrikanerin Jemina Bowring sagt, dass auch sie einen Tipp für Greifswald erhalten habe, woraufhin sie sich bewarb. Sie sei sehr glücklich über ihr Engagement. „Denn die Atmosphäre hier ist toll“, erklärt sie.

Die nächsten Vorstellungen: 28. Oktober, 16 Uhr, Großes Haus Stralsund, 3. November, 19.30 Uhr, Großes Haus Greifswald, 10. November, 19.30 Uhr, Großes Haus Stralsund, 28. Dezember, 19.30 Uhr, Großes Haus Greifswald (letzte Vorstellung)

Reinhard Amler

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