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Barther Museum zieht bundesweit Sammler an

Barth Barther Museum zieht bundesweit Sammler an

Das kleine Puppen- und Spielzeughaus von Heidi Becker-Weishaupt zeigt nur Originale. Die Exponate sucht sie seit 35 Jahren selbst aus.

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Heidi Becker-Weishaupt inmitten ihres privaten Museums. Sie sammelt seit über 30 Jahren Puppen und Spielzeug.

Quelle: Fotos: Claudia Haiplick

Barth. Als Erich Kaufhold das Haus in der Klosterstraße abreißen ließ, offenbarte sich unerwartet ein kleiner Schatz. Zwischen dem ganzen alten Gerümpel entdeckte der Barther eine Spielzeug-Puppenküche aus Omas Zeiten.

Ahnend, was er für eine Rarität in den Händen hielt, brachte er die Puppenküche zum Barther Puppen- und Spielzeugmuseum zu Heidi Becker-Weishaupt. Sie war sofort begeistert. „Es handelt sich um eine Stück, das sich noch weitestgehend im Originalzustand befindet“, sagt Heidi Becker-Weishaupt (68). Als sie sodann die Puppenküche vom jahrzehntealten Staub befreite, zeigte sich die Originaltapete an den Wänden.

„Die Puppenküche ist einfach ein herrliches Stück Spielzeuggeschichte, das wunderbar anzuschauen ist“, findet sie. Im Barther Puppen- und Spielzeugmuseum hat sie jetzt ihren Platz gefunden. Während des letzten Jahres sind weitere neue Sammlerstücke hinzugekommen: so ein Räderhund von 1910, kleine Tischservietten für ein fast 100 Jahre altes Spielzeughaus und ein Borsoi, ein Russischer Windhund.

Letzteren hatte Heidi Becker-Weishaupt schon lange in ihr Sammlerherz geschlossen. „Er gehörte einer alten Dame, die sich jetzt endlich entschloss, ihn mir zu verkaufen“, schildert sie.

Heidi Becker-Weishaupt sammelt Puppen und Spielzeuge inzwischen seit über 35 Jahren. Sie ist dafür auf Märkten von Leipzig bis Düsseldorf deutschlandweit unterwegs. Käufe im Internet sind nichts für sie. „Ich möchte die Puppen und Spielzeuge von allen Seiten aus der Nähe anschauen können. Nur so kann ich auch beurteilen, ob es meinem Sammleranspruch gerecht wird“, erklärt sie. Nach so vielen Jahren der Sammelleidenschaft weiß sie, auf welchen Märkten es die schönsten Dinge gibt.

Im Puppen- und Spielzeugmuseum braucht man Zeit, um zu schauen und jedes noch so kleine Detail der vielen Spielzeuge und Puppen zu entdecken. Liebevoll zu Gruppen arrangiert, warten die einstigen kleinen und großen Begleiter so vieler Kinder auf die Besucher. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein in der Ausstellung.

Heidi Becker-Weishaupt hat in ihrer Sammlung nahezu alles, was sich einst Kinderherzen ersehnten. Große Käthe Kruse Schaufensterpuppen und kleine Käthe Kruse Puppen aus den 20er/30er-Jahren, Steiff Teddys, aber auch Sonnenberger Teddys, Porzellankopfpuppen unterschiedlicher Art und Größe, ebenso wie Puppenstuben samt vollständiger Küchen und Metzgereien. Zinnsoldaten, Pitti Platsch, Frau Elster und das Sandmännchen sind ebenfalls ausgestellt. Ihre absoluten Lieblingsstücke sind zwei Hunde aus Pappmache von um 1900 und vier Babys mit Porzellanköpfen von 1920. Die Privatsammlung umfasst Stücke von 1880 bis 1965.

„Viele der Besucher sind von der großen Vielfalt der Ausstellungsstücke überrascht und von den zahlreichen Details beeindruckt“, schildert Heidi Becker-Weishaupt. Wichtig ist ihr dabei, dass jedes einzelne Stück ein Original ist. Im Gästebuch lassen sich viele Eintragungen über die Faszination, die die Spielzeuge bei den Menschen auslösen, wiederfinden. Viele fühlen sich in ihre Kindheit zurückversetzt.

Das kleine Barther Puppen- und Spielzeugmuseum ist dabei, sich in Deutschland einen Namen zu machen. Mittlerweile kommen Besucher gezielt nach Barth, nur weil sie von der musealen Ausstellung gehört oder gelesen haben, sagt die 68-Jährige. Auch waren bereits erste Sammler da, um sich in der Ausstellung umzusehen und mit Heidi Becker-Weishaupt zu fachsimpeln.

Seit anderthalb Jahren gibt es das Puppen- und Spielzeugmuseum in Barth. Irgendwann kam ein kleines Cafe hinzu. „Ursprünglich wollten mein Mann und ich nur ein Museum als Ausstellungsmöglichkeit für meine Sammlung eröffnen, um mit anderen meine Freude an den Spielzeugen teilen zu können. Doch dann stellten wir fest, dass sich ein Museum allein nicht trägt. Das Cafe ist eine tolle Ergänzung“, erklärt Heidi Becker-Weishaupt. Im Angebot: Kaffee jeder Art und von der Museumschefin selbstgebackener Kuchen. „Ich backe gern immer wieder mal etwas anderes. Wobei es mittlerweile Leute gibt, die nur wegen des Kuchens ins Museum kommen“, verrät Heidi Becker-Weishaupt. Momentan ist das Puppen- und Spielzeugmuseum von außen eingerüstet. Das Ehepaar lässt das Dach seines Hauses sanieren.

35 Jahre Sammeln
Das Puppen- und Spielzeugmuseum in Barth gibt es seit anderthalb Jahren. Derzeit ist es von außen eingerüstet. Das Dach des Hauses wird saniert, auf dass es noch besser zum Ensemble der übrigen Häuser auf dem Barther Markt passt. Vier Wochen werden die Arbeiten ungefähr dauern. Das Museum nebst Cafe bleibt weiter täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.
Die Privatsammlung umfasst Stücke von 1880/90 bis 1965. Wichtig ist Heidi Becker-Weishaupt dabei, dass jedes einzelne Stück ein Original ist. Sie sammelt Puppen und Spielzeuge inzwischen seit über 35 Jahren. Dafür schaut sie sich auf Märkten von Leipzig bis Düsseldorf um.

 



Claudia Haiplick

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