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Stralsund Bastelrunde im Diebsteig sucht Mitstreiter
Vorpommern Stralsund Bastelrunde im Diebsteig sucht Mitstreiter
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00:01 27.04.2017
Der Spaß am Gestalten, Dekorieren, Häkeln, Stricken, Falzen und Kleben führt sie immer montags im Großen Diebsteig 38 zusammen: Christa Klimmbek (82), Brunhild Schulz (81), Margit Mudra (64), Ellen Tittmann (74), Ruth Landgraf (78), Karin Dicke (69) und Beate Georgi (65), v. l.. FOTOS (5): MARLIES WALTHER

Da wird gefalzt, geschnitten und geklebt, lackiert, gewickelt, gehäkelt oder gestrickt: Die Bastelrunde im Stadtteil Franken ist in Hochform. „Es macht einfach Spaß, hier regelmäßig zusammenzukommen und gemeinsam Ideen zur Gestaltung schöner Dinge umzusetzen“, sagt Beate Georgi. Die 65-Jährige gehört zu den Frauen, die sich bereits seit mehreren Jahren immer montags um 10 Uhr treffen, um kreativ zu werden. Die gelernte Werbegestalterin, die ursprünglich aus Sachsen kommt, hat zuletzt in Trier gelebt. Im Urlaub entdeckte sie, wie schön Stralsund ist, und vor sechs Jahren machte sie die Hansestadt zu ihrer neuen Heimat. Die lockere Runde sei so auch eine gute Gelegenheit gewesen, Kontakt zu finden.

Keine der Frauen möchte den regelmäßigen kreativen Montags-Treff missen

Bei Brunhild Schulz (81) war es der Büchertausch in der Frankenvorstadt, der in dieser Form leider nicht mehr besteht, der sie darauf brachte, sich der Gruppe anzuschließen. Die geborene Stettinerin kam 1946 als Flüchtling nach Vorpommern. Wenn die Frauen heute zusammensitzen, dann wird auch immer wieder über das ganze Leben früher erzählt. Und was man sich vielleicht anders wünscht.

Mit den jetzigen räumlichen Bedingungen zum Beispiel sind die Frauen leider etwas unglücklich. Die Montags-Runde fand früher in einer alten Fleischerei in der Peter-Blome-Straße statt. Doch das Haus wurde saniert und steht den Frauen nun nicht mehr zur Verfügung. Als Ersatz-Quartier muss jetzt der Jugendclub im Großen Diebsteig 38 genügen.

„Keine Frage, wir wurden hier nett aufgenommen und vertragen uns auch. Aber wir arbeiten im Gegensatz zu vorher doch leider etwas im Verborgenen“, sagt Brunhild Schulz, die von allen nur Bruni genannt wird. Früher hatten die Stralsunderinnen ein Schaufenster, in dem sie ihre Basteleien zeigen konnten. Das lockte Publikum an. Und auch neue Mitstreiter. Das alles sei nun viel schwieriger.

„Die Präsentation unserer Arbeiten war einfach viel schöner. Leute sind vorbeigekommen und haben etwas gekauft, wenn es ihnen gefallen hat“, erzählt Christa Klimmbek (82) und bedauert, dass dies nun nicht mehr so gut läuft. „Wir haben uns sogar schon an Stralsunds Oberbürgermeister gewandt und hoffen, dass er uns vielleicht hilft“, sagt die Stralsunderin. „Vielleicht gibt es einen Sponsor, der uns einen Raum zur Verfügung stellt, der besser gelegen ist“, überlegt die Frau, die äußerst geschichtsinteressiert ist und viele Stralsunder Histörchen über den „Plauderberg“ zu erzählen weiß.

Schließlich ist die mehrfache Oma und Uroma in der Dänholmstraße groß geworden. Bei dem Treff gehe es nicht nur allein um den Spaß an der Freude, sondern vor allem um die sozialen Kontakte in dem Wohngebiet, erklärt Christa Klimmbek. Fast alle Frauen wohnen im Stadtteil Franken. Man lache zusammen und sei auch zusammen traurig. So wie gerade diese Woche, als die Gruppe erfuhr, dass sich eine von ihnen, Marianne, den Arm gebrochen hat.„Ein schöner Anlaufpunkt“ sind der Montags-Treff oder das gemeinsame Frühstück am Mittwoch auch für Ellen Tittmann (74), die seit 2011 in Stralsund wohnt.

Man unterstütze sich gern, erzählt sie. Margit Mudra (64) häkelt nicht nur viel, sie hat gerade entdeckt, wie man aus ganz dünnem Draht filigranen Schmuck herstellen kann. Immer wieder auf der Suche nach Anregungen ist auch Karin Dicke (69), die ihre Jugend in Thüringen verbracht hat. Die ehemalige Krankenschwester ist sich mit den anderen Frauen einig: „Wir möchten diesen Treff nicht mehr missen.“

Immer montags von 10 bis 12 Uhr treffen sich die Frauen im Großen Diebsteig 38 zum Basteln. An jedem 1. und 3. Mittwoch von 9.30 bis 12 Uhr gibt’s ein gemeinsames Frühstück.

Marlies Walther

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