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Stralsund Bauarbeiten für den nördlichen Teil der B 96n gestartet
Vorpommern Stralsund Bauarbeiten für den nördlichen Teil der B 96n gestartet
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02:18 20.07.2016
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim ersten Spatenstich für den neuen Bauabschnitt der B 96n auf Rügen. Fotos (2): Stefan Sauer

Bergen. Ein aufgeschütteter Sandhügel und daneben ein Bagger: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat gestern mit einem symbolischen Spatenstich den Weiterbau der Bundesstraße 96n auf der Insel Rügen gestartet. Auch weitere Politiker griffen zum Spaten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vollzog mit viel Politprominenz den symbolischen Spatenstich für den offiziellen Beginn der Arbeiten am sieben Kilometer langen Nordabschnitt zwischen Samtens und Bergen / Umweltschützer waren nicht dabei / Kritik am Vo

Nach jahrelangen Verzögerungen beim Bau des für Urlauber so wichtigen Zubringers zur Insel Rügen und zu den Seebädern geht es jetzt zügig voran. Nur sieben Monate nach der Freigabe des Südabschnitts haben damit die Arbeiten für den rund sieben Kilometer langen Nordabschnitt zwischen Samtens und Bergen begonnen.

Mit dem symbolischen Spatenstich in den Sandhügel starteten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sowie Ministerpräsident Erwin Sellering und Verkehrsminister Christian Pegel (beide SPD) die Arbeiten. Der nach Angaben des Bundes rund 56 Millionen Euro teure Bauabschnitt der dreispurigen Schnellstraße soll bis Mitte 2019 fertiggestellt sein und dann vor allem den Urlauber-Sommerverkehr entlasten.

Der Nordabschnitt der B 96n ist die letzte Etappe für eine bessere Verkehrsanbindung der Insel. Nach der Freigabe des 13 Kilometer langen Südabschnitts entfalte die Autobahn 20 jetzt zunehmend ihre wirklich gute Wirkung auf der Insel Rügen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem Wahlkreis. Der Weiterbau der Straße sei ein wichtiger Schritt, dass sich Rügen als Insel des Urlaubs weiter entwickeln könne. Für die Anbindung des Fährhafens Sassnitz sei die Straße von ebenso großer Bedeutung.

Die Inseln Rügen und Hiddensee zählten nach Angaben des Tourismusverbandes im vergangenen Jahr 6,4 Millionen Urlauberübernachtungen. Demnach kommen laut den Statistikern auf einen Einwohner 72 Gästeübernachtungen. Zum Vergleich: Im Durchschnitt von Mecklenburg-Vorpommern sind es 17 Gästeübernachtungen pro Einwohner.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verwies in seiner Ansprache auf die wirtschaftlichen Impulse dieses Infrastrukturprojekts. „Die Wohlstandspyramide moderner Volkswirtschaften zeigt, dass es ohne Mobilität keine Prosperität gibt und dass Wohlstand dort entsteht, wo die Infrastruktur funktioniert.“ Nach der Fertigstellung der B 96n könnte der Straßenbau auf Rügen weitergehen.

Die Ortsumgehung der Inselstadt Bergen ist nach den Worten Dobrindts im neuen Bundesverkehrswegeplan mit vordringlichem Bedarf enthalten. Sie habe damit eine „klare Realisierungsperspektive“.

Umweltschützer demonstrierten gestern nicht gegen den Straßenbau. Ihre Klagemöglichkeiten sind seit langem ausgeschöpft. Sie hatten am Montag auf die aus ihrer Sicht „gigantische Naturzerstörung“

aufmerksam gemacht. Allein der Anschlussknoten bei Bergen habe eine Größe von 21 Fußballfeldern, 122 Alleebäume müssten dafür gefällt werden. Die Staus – so die Kritik der Umweltschützer – verlagerten sich mit Fertigstellung des Bauvorhabens in Richtung der Seebäder.

Kritik kam auch von der Grünen-Fraktion im Landtag MV. „Hier werden 56 Millionen Euro in einer Investition versenkt, die schlicht keine Verbesserung für Autofahrer bietet und für die Umwelt nur Nachteile bedeutet“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Johann-Georg Jaeger. Es hätte in Mecklenburg-Vorpommern viele Infrastrukturprojekte gegeben, deren Förderung deutlich effektiver und nachhaltiger gewesen wären, wie Ortsumgehungen oder der Erhalt der Südbahn.

Martina Rathke

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