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Stralsund Baustart am Kreisel Wasserstraße
Vorpommern Stralsund Baustart am Kreisel Wasserstraße
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00:48 17.04.2018
Voll gesperrt ist seit gestern der Kreisverkehr Wasserstraße. Die Asphaltschicht wird komplett erneuert. Quelle: Foto: Marlies Walther

Ohrenbetäubender Lärm dröhnt über den Frankendamm: Baustart am Kreisverkehr Wasserstraße/Frankenwall. Ein Presslufthammer frisst sich durch die Fahrbahn.

In den nächsten vier Wochen müssen Autofahrer und Anwohner mit einer Vollsperrung leben. Der Kreisel erhält für 80 000 Euro eine neue Asphaltdecke.

Über die Schwarzdecke schiebt sich eine Fräsmaschine. Laster transportieren geschredderten Straßenbelag ab.

Seit gestern ist der Kreisel komplett gesperrt. Der Fahrzeugverkehr und die Buslinien werden umgeleitet. Ersatzhaltestellen sind eingerichtet. Anwohner müssen mit Einschränkungen leben. Vier Wochen soll die Sanierung dauern. In dieser Zeit wird die Asphaltdecke des im Jahr 2001 errichteten Verkehrsknotenpunktes komplett erneuert. „Die Fahrbahn weist Risse und Rillen auf. Fugen haben sich vergrößert. Flickstellen sind wieder aufgebrochen. Zudem müssen Wasserläufe ausgebaut, neu gesetzt und verfugt werden“, erläutert der Leiter der Abteilung Straßen und Stadtgrün, Stefan Bogusch.

Gibt es in der Stadt nicht andere Straßen, die es nötiger haben? Diese Frage stellten sich in den vergangenen Tagen viele Stralsunder, so auch Grit Forsberg (47), die an der Ecke Wasserstraße eine Physiotherapie betreibt. „Ich bin zwar kein Baufachmann. Aber die Notwendigkeit kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Und das höre ich auch von vielen meiner Patienten“, sagt die Hansestädterin.

Stefan Bogusch erklärt, dass man sich zu der Baumaßnahme gerade deshalb entschieden habe, damit die Schäden, die zweifellos vorhanden sind, eben nicht noch schlimmer werden. Eine Vorbeugungsmaßnahme also, so dass durch eindringende Nässe oder Frost keine weiteren Aufbrüche entstehen können. Das lässt sich die Stadt 80 000 Euro kosten „Es handelt sich um eine reine Straßenunterhaltung, die nur den Austausch der Asphaltschicht aber nicht den Unterbau betrifft“, sagt Bogusch. Deshalb würden vier Zentimeter des Belages abgefräst. „Im Bereich des Frankenwalls, wo es Spurrillen gibt, gehen wir noch etwas tiefer, bis zu 12 Zentimeter, rein“, erklärt der Abteilungsleiter. Außerdem erfolge die Erneuerung der so genannten Gosse – eines Pflasterstreifens am Straßenrand. Der Kreisel ist stark frequentiert. Rund 15000 Autos passieren den Bereich täglich, wie der Sprecher der Stadtverwaltung, Peter Koslik, anfügt. Und da es sich um einen kleinen Kreisel handelt, der von Bussen und Lastern auch im inneren Bereich überfahren werden darf, werde gerade dieser Kreisverkehr besonders arg strapaziert.

Obwohl auf die Sperrung an verschiedenen Stellen in der Stadt mit großen Straßenschildern hingewiesen wird, versuchten Autofahrer gestern immer vergeblich ihr Glück, ob man nicht doch noch durchkommt – ein Unterfangen, das in Wendemanövern endet. Also besser gleich die Umleitungen in Richtung Altstadt nehmen, die vom Kreisel Werftstraße über die Karl-Marx-Straße führt, beziehungsweise ab Frankendamm über die Hafenstraße zum Parkhaus „Am Ozeaneum“ verläuft. Busse wenden am Frankenhof.

Wie hoch die Einschränkungen für Anwohner sind, war gestern nicht zu überhören. „Es ist schon eine erhebliche Belastung. Noch dazu, wenn man wie meine Frau im Schichtdienst tätig ist“, sagt Olaf Knöpken, der direkt am Kreisel wohnt. Im Baufinanzierungsbüro am Frankenwall können die Mitarbeiter sich am Telefon nur schwer verständigen. Dennoch fände er es persönlich gut, dass etwas gemacht wird, äußert sich ein Mitarbeiter und lobt, dass man zuvor direkt vom Bauamt informiert wurde.

Das hätte sich Physiotherapeutin Grit Forsberg auch gewünscht. „Wir haben von der Baumaßnahme erst letzten Montag aus der Zeitung erfahren. Da wir viele ältere und gehbehinderte Patienten haben, wissen wir nicht, ob sie nun wegbleiben. Ja, ich machte mir Sorgen, dass es zu größeren finanziellen Einbußen kommt“, gibt sie zu.

Marlies Walther

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