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Baustart für Mus-Hus: Apfelscheune mit Kultur

Baustart für Mus-Hus: Apfelscheune mit Kultur

Starkower Verein Backstein – Geist und Garten investiert 225000 Euro / Projekt wird von Land(auf)schwung-Programm mit 150000 Euro gefördert

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Apfelscheune mit Kultur: Baustart für Mus-Hus

Das Mus-Hus in Starkow wächst von Tag zu Tag. Die ersten Schichten sind gemauert. Hier entsteht eine multifunktionale Apfelscheune. Einerseits sollen Obstsorten veredelt werden, andererseits sollen Kulturveranstaltungen in dem Haus stattfinden.

Quelle: Foto: Carsten Bergener

Starkow. Der Grundstein ist gelegt – das Projekt Mus-Hus ist angelaufen. Der Verein Backstein – Geist und Garten investiert in Starkow 225000 Euro. Entstehen soll eine Apfelscheune, die Obstveredlung und Kulturangebote miteinander verbindet. Für die Baumaßnahme bekommt der Verein 150000 Euro Fördermittel aus dem Bundesprogramm Land(auf)schwung.

OZ-Bild

Starkower Verein Backstein – Geist und Garten investiert 225000 Euro / Projekt wird von Land(auf)schwung-Programm mit 150000 Euro gefördert

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Ob Pfarrgarten oder Streuobstwiese – in Starkow gibt es jede Menge Äpfel und anderes Obst. „Wir ernten und verarbeiten jetzt schon – alles per Hand, aber wir wollen das größer aufziehen. Und dazu brauchen wir Küche und Lager. Und dabei wollen wir nicht nur eine Stätte der Veredlung, sondern auch der Begegnung schaffen“, erklärt Dr. Gerd Albrecht vom Verein Backstein – Geist und Garten gegenüber der OZ.

Säfte, Liköre, Mus und Chutney sollen nach alten Rezepturen hergestellt werden. Der Apfel spielt dabei die Hauptrolle, denn viele Sorten wachsen in Starkow. Das kann man sich nicht nur in der wunderschönen Blüte-Zeit anschauen, sondern auch zur Ernte im Herbst. Der Starkower „Appeldag“ ist immer ein Anziehungspunkt und Besuchermagnet.

„Das Selbstgemachte hat wieder einen anderen Stellenwert bekommen. Unsere Saftpresse wird beim Appeldag immer voll in Beschlag genommen. Andere wollen gern selbst gemachte Marmelade in Gläser füllen.

Eine gute Entwicklung. Und da wollen wir ansetzen“, sagt Gerd Albrecht. Und so könnte sich der Verein vorstellen, dort gemeinsam Likörchen zu machen – und natürlich auch gleich mal zu verkosten. Aber auch Seminare und Kochkurse in puncto gesunde Ernährung sind geplant.

Marmelade oder Likör lassen sich aus so vielen Früchten herstellen. So wollen die Starkower auch den Bogen schlagen zu anderem Obst. Aus seltenen Wildobstsorten könnten Liköre, Chutney und Mus, aber auch Kräutertees und Pflanzenfarbstoffe entwickelt werden. Das alles wären zudem neue Einkommensquellen für den Verein. Der Erlös aus den Produkten fließt ausschließlich in die Erhaltung und Entwicklung des denkmalgeschützten Pfarrgartens, aber auch in die Veranstaltungen des Kultursommers. Deshalb wirbt der Verein mit Apfelkultur um Förderung unter dem Motto „Äpfel für die Kultur“.

Dabei wird Kultur weit gefasst – für Denkmal, Bildung, Unterhaltung und Garten – und immer eingebettet in Begegnungskultur.

Das sei eine besondere Art der Daseinsfürsorge, heißt es in der Begründung des Projektantrages. Ländliche Kulturförderung solle so durch Produktkreisläufe vor Ort stabilisiert werden. Und noch etwas überzeugte bei der Fördermittel-Vergabe: Eine Vernetzung und sinnvolle Funktionsteilung zwischen den regionalen Akteuren strebt der Backstein-Verein an. Erste gute Erfahrungen gibt es zum Beispiel mit dem Garten-Projekt „Grünes Netz“ vom Nieparser Storchennest-Verein.

Backstein-Verein steht für Denkmalschutz, Landschaftspflege und Kultur

Land(auf)schwung ist ein Bundesmodellprojekt, das die ländliche Entwicklung vorantreiben und die Wirtschaft ankurbeln soll. Es geht auch um die Vermarktung regionaler Produkte und darum, Vorpommern-Rügen nach außen sichtbar und erlebbar zu machen.

Vorpommern-Rügen hatte sich 2015 für das Projekt beworben und ist seitdem eine von 13 Modellregionen. Mit der Umsetzung gilt der Kreis als Vorzeige-Beispiel. 750000 Euro wurden seit Projektstart 2015 bereits ausgezahlt.

750 000

Euro stehen mit der Verlängerung bis 2019 noch einmal bereit. Das Land beteiligt sich pro Jahr (2016-19) mit 50000 Euro. So ergibt sich eine Förderung von 2,45 Millionen Euro.

Der Verein Backstein – Geist und Garten wurde 2002 in Starkow (gerade 800 Jahre alt geworden) gegründet. Sein Engagement umfasst drei Bereiche: Für Backstein stehen Denkmalschutz und Heimatpflege, Landschafts- und Naturschutz verbirgt sich hinter dem Stichwort Garten. Umweltbildung, Kultur und Kunst lassen sich zusammenfassen als Geist.

Seit 15 Jahren wird der vom Verein wiederhergestellte historische Pfarrgarten mit Streuobstwiese zu einem Vorpommerschen Sortengarten entwickelt.

In Starkow gibt es viele regionale wertvolle Obstsorten sowie einen „Weg der vergessenen Früchte“ mit zahlreichen Wild- und Kulturformen von Nutzpflanzen.

30 Solitärhochstämme, 7000 Blumenzwiebeln und rund 300 Sträucher und Heckenpflanzen aus verschiedenen Baumschulen Deutschlands wurden 2013 in den Ort an der Barthe geliefert, um den Weg der vergessen Früchte zu entwickeln.

Ines Sommer

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