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Bei Edelgard und Bruno ist alles handgemacht

Stralsund Bei Edelgard und Bruno ist alles handgemacht

OZ-Sommerüberraschung für ein Stralsunder Ehepaar, das seit 21 Jahren regelmäßig ein Wiedersehenstreffen von ehemaligen Kindergärtnerinnen organisiert.

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Karin Quade (l.) und Ehemann Erhard sowie Inge Doelfs freuen sich über die gelungene OZ-Sommerüberraschung für Edelgard (Mitte) und Bruno Jermomin (r.). Sie sorgen dafür, dass sich die alten Kindergarten-Kollegen nicht aus den Augen verlieren.

Quelle: Marlies Walther

Stralsund. Karin Quade und ihr Mann Erhard haben sich bei Familie Jeromin in der Tribseer Vorstadt angesagt, um mal kurz vorbeizuschauen. Das ist nichts Ungewöhnliches, treffen sich die Senioren doch immer mal wieder auf einen Schnack.

Als diesmal aber noch ein unerwarteter Gast mitkommt, stutzt Edelgard Jeromin kurz. Dann ein Wiedererkennen. Denn so unbekannt sind wir uns wiederum nicht, wurde doch auch unsere Tochter vor 30 Jahren liebevoll in der Kita betreut, in der die heute 77-Jährige bis 1990 als Erzieherin tätig war.

„Sie sind doch Frau Marlies von der Zeitung“, begrüßt mich die Hansestädterin denn auch wie in alten Zeiten. Da ahnt sie wohl schon, dass dieses Zusammentreffen kein purer Zufall ist. Karin Quade klärt auf: Die ehemaligen Kita-Kollegen aus der Einrichtung „Lütt Matten“ haben sich die Überraschung für das rührige Rentner-Ehepaar ausgedacht. Mit einem Gutschein für eine Hiddenseefahrt von der Weißen Flotte erfüllen wir den beiden einen lang gehegten Wunsch.

Eingerührt hat das alles für die beiden „stillen Helden“ Dagmar Lawrenz, die frühere Chefin der Kita, die ursprünglich „25. Jahrestag“ hieß.

„Seit 21 Jahren organisieren Edelgard und Bruno Jeromin unser jährliches Kollegentreffen. Wir dürfen jedes Jahr im Juni Gäste in ihrem schönen Garten sein. Bei Sonnenschein, Regen oder Gewitter — in ihrer Laube ist es immer gemütlich, und wir werden dort bestens umsorgt. Alles ist handgemacht: Vom Kuchen und der Leberwurst über Fisch- und Kartoffelsalat bis zu vielen anderen Leckereien. Es ist einfach unglaublich“, begründet Dagmar Lawrenz.

Man spüre das Geschick der Hausfrau und das Können ihres fleißigen Bruno. Das Gartenhäuschen hat der gelernte Stellmacher zum größten Teil mit Unterstützung von Freunden selbst gezimmert. Niemand wolle das jährliche Treffen, bei dem zwischen 15 und 18 Kolleginnen zusammen kommen, verpassen. Würden doch Erfahrungen ausgetauscht, Erlebnisse berichtet und über die Kindergärtnerei diskutiert.

„Wollen manchmal die Knochen unserer Edelgard nicht mehr so richtig, dann bittet sie um Unterstützung“, schildert Dagmar Lawrenz weiter. Das sei aber sehr selten. Sogar, als sich die Hauptakteurin in der Vorbereitungszeit bei einer Reha-Kur befand, ließ man das traditionsreiche Treffen nicht ausfallen.

Bei der Übergabe konnte Dagmar Lawrenz selbst nicht dabei sein, weil sie sich bei ihrer Mutter in Dresden befand. Aber Karin Quade und Inge Doelfs werden ihr erzählen, wie groß die Freude auf dem Hof, der früher zur Bauernwirtschaft der Eltern gehörte, war.

Zwischendurch wischte sich die Mutter von drei Kindern, Oma von sechs Enkeln und bald zwei Urenkeln (Urenkelchen Nummer zwei kommt jeden Moment auf die Welt) verstohlen die Augen. Die Rührung kann sie kaum verbergen.

Denn natürlich kommen beim Schwatzen viele Erinnerungen. Edelgard Jeromin erklärt, warum ihr dieses Treffen so am Herzen liegt und sie die Initiative ergriffen hat. „Sonst sieht man sich gar nicht wieder“, meint sie zum einen. Zum anderen sei es aber auch eine tiefe Verbundenheit und Dankbarkeit ihrerseits. Denn als sich die ehemalige Heimerzieherin im Kindergarten um ihre neue Tätigkeit bewarb, habe sie Klartext geredet — was sie kann und was nicht. Geradezu, wie es ihre Art ist. Basteln sei nicht ihr Ding, dafür singe sie gern und mag Sport und findet, dass Kinder viel draußen sein sollen. Ach ja und Plattdeutsch spreche sie auch...

Genau so, wie sie eben sei, habe man sie angenommen. Die Chefin hätte ihr auch in schwierigen Zeiten immer den Rücken gestärkt. „So etwas vergisst man nicht.“

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Dafür nehmen wir weitere Vorschläge entgegen. Wir überbringen gern ein Dankeschön für ehrenamtliches Engagement, Nachbarschaftshilfe oder den Trainer im Sportverein — für all jene, die weit mehr tun, als ihren Job.

Schreiben Sie an lokalredaktion.stralsund@ostsee-zeitung.de (☎ 20 67 56).

 

Marlies Walther

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