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Stralsund Bei Trennung Kugel in den Kopf
Vorpommern Stralsund Bei Trennung Kugel in den Kopf
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04:50 20.04.2013

Ihr Mann stehe vor der Wohnungstür und wolle ihr eine Kugel in den Kopf jagen, wenn sie ihn verlasse. So hatte es die Frau am Telefon dem Diensthabenden des Reviers mitgeteilt. Das klang nicht nur nach einer Krise in der Partnerschaft, sondern vor allem so bedrohlich, dass der Beamte sofort einen Streifenwagen zur Adresse in die Tribseer Vorstadt schickte.

„Die Situation, die meine Kollegen vorfanden, schien übersichtlich zu sein“, berichtet Mario Ullrich, Leiter des Polizeihauptreviers. Die Polizisten trafen im Haus auf den Mann der Anruferin. Dieser sprach davon, dass er die Wohnung verlassen habe, um eine Eskalation des Streits zu vermeiden.

Seine Frau stand in der Wohnungstür, bezeichnete den Partner unentwegt als Ex. Sie gab an, dass sie sich von ihm trennen werde, obwohl sie mit ihm drei Kinder habe und seit Jahren zusammenlebe.

Die Sache begann unübersichtlich zu werden. Wie Ullrich weiß, kam hinzu, dass der Abservierte wohl von einer Bekannten die Absicht gesteckt bekam, dass seine Frau ihn samt der Kinder verlassen wolle — und zwar genau in dem Moment als er nach drei Wochen Arbeit in Süddeutschland wieder am Sund eingetroffen war. Daraufhin sei er entsprechend aufgebracht nach Hause gekommen.

In dem sich entfaltenden Streit soll wohl auch der böse Satz von der Kugel in den Kopf gefallen sein. Und da solche Auseinandersetzungen selten rational geführt werden, hatte der Aufgebrachte dann unter Mitnahme des Wohnungsschlüssels und dreier Handys das gemeinsame Zuhause verlassen. Sie habe sich deswegen nicht bemerkbar machen können und auch die Wohnung nicht verlassen können, erzählte die Frau den Polizisten.

Die jedoch bekamen Zweifel an dieser Erzählung, als sie an der Innenseite der Wohnungstür ein Schüsselbund im Schloss stecken sahen. „Dazu verstrickte sich die Frau in weitere Widersprüche“, sagt der Revierleiter.

Die Ungereimtheiten ließen sich allerdings schnell erklären, als die Beamten beide Streitenden zu einem freiwilligen Alkoholtest baten. Nach dem Pusten, morgens gegen drei Uhr, blieb das Testgerät für die Frau bei 1,95 Promille stehen, ihr Partner brachte es auf einen Wert von 0,6.

„Allerdings räumten beide auf Befragen auch ein, dass es vorher nie zu gefährlichen Auseinandersetzungen gekommen war“, erzählt Mario Ullrich. Seine Kollegen gingen also davon aus, dass das Paar seine Probleme klären könnte, sobald der Rausch verflogen wäre. Und auch wenn der Mann beteuerte, weder die Partnerin noch die Kinder geschlagen zu haben, wurde ihm sicherheitshalber nahegelegt, die Wohnung bis zum nächsten Tag 12 Uhr mittags nicht zu betreten. Offenbar wollte der so Weggewiesene die Situation tatsächlich nicht weiter eskalieren lassen. Er rückte die Handys und auch seinen Wohnungsschlüssel freiwillig heraus. „Darüber hinaus ließ er sich sogar noch Informationsmaterial über die Hilfsangebote der Stralsunder Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt in die Hand drücken“ weiß Mario Ullrich und ist überzeugt, dass das streitbare Paar bei den Spezialistinnen dort besser aufgehoben ist als in den Händen der Polizei.

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