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Stralsund Bei der Tafel werden Lebensmittel knapp
Vorpommern Stralsund Bei der Tafel werden Lebensmittel knapp
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14:36 12.03.2018
Mitarbeiter der Stralsunder Tafel sortieren Obst und Gemüse für die Ausgabe: Sie sind auf Spenden von lokalen Betrieben angewiesen. Quelle: Foto: Dana Frohbös
Stralsund

Wer kaum Geld für Essen hat, muss derzeit lange auf Hilfe warten. Weil die Stralsunder Tafel immer weniger Lebensmittel von Supermärkten bekommt und die Zahl der Kunden gleichzeitig gestiegen ist, müssen sich Bedürftige in eine lange Warteliste eintragen. Die wird zwar Stück für Stück abgearbeitet, es stehen aber dennoch weiterhin 140 Personen darauf. Sie müssen bis zu mehrere Monate warten, bis sie in das Verteilsystem der Tafel aufgenommen werden können. Während früher 150 Leute pro Tag ein Paket mit nach Hause nehmen konnten, sind es derzeit nur noch 130 Personen. Da jeder Kunde nur einmal pro Woche kommen darf, ist das eine einschneidende Reduzierung.

Wir bekommen weniger Essen von den Supermärkten. Sie kalkulieren genauer.Kornelia Uschmann Leiterin Stralsunder Tafel

Hauptgrund für den Engpass ist laut Leiterin Kornelia Uschmann die Schließung des Citti-Marktes im Strelapark im vergangenen Jahr. Von dort hatte die Tafel zuvor ein Drittel ihrer Lebensmittel bezogen. Der Nachfolger Famila gibt zwar ebenfalls Essen an die Bedürftigen, das aber in viel kleinerem Umfang. „Citti hatte sein Angebot auch auf Großkunden ausgerichtet. Deswegen haben wir zum Beispiel ganze Eimer mit Kartoffelsalat bekommen. Famila hat ein kleineres Sortiment und auch eine kleinere Verkaufsfläche“, erklärt Kornelia Uschmann die neue Situation. Die Citti-Schließung ist aber nicht das einzige Problem: „Wir bekommen generell weniger Essen von den Supermärkten. Durch die starke Konkurrenz kalkulieren sie genauer, so dass weniger für uns übrig bleibt“, sagt die Tafel-Chefin.

Von 33 Märkten in Stralsund, Martensdorf und Negast holt die Stralsunder Tafel das Essen ab. Die Helfer bekommen jene Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist und die deswegen nicht mehr verkauft werden können. „Das heißt aber nicht, dass sie schlecht sind. Die Sachen können noch mindestens eine Woche gegessen werden“, sagt Kornelia Uschmann. Einzig Märkte der Marken Norma und Sky geben nichts an die Tafel weiter. Beim Sky-Markt am Frankendamm hat sich das Problem wahrscheinlich bald erledigt. Die Filiale wird bald zu einem Rewe umfirmiert. Rewe ist fester Partner der Stralsunder Tafel. Norma äußert sich nicht zu seiner Entscheidung.

Das Problem der knappen Nahrungsmittel hat sich zudem durch die steigende Zahl von Bedürftigen bei der Stralsunder Tafel zugespitzt. Insbesondere der Zuzug von Asylbewerbern war dafür laut Kornelia Uschmann maßgebend. 600 Personen werden derzeit pro Woche versorgt. Fast die Hälfte davon sind Flüchtlinge.

Wenn jemand richtig Hunger leidet, wird er aber trotz Engpass nicht weggeschickt. Kornelia Uschmann sagt: „Für Notfälle finden wir immer eine Lösung.“

Das kosten Essenspakete bei der Tafel

2 Euro müssen Erwachsene für ein Lebensmittelpaket bei der Stralsunder Tafel bezahlen. Für Kinder kostet es einen Euro. Kunden müssen dafür ihre Bedürftigkeit nachweisen.

22 Ehrenamtliche arbeiten bei der Tafel. Zu den Unterstützern zählen auch die Leser der OSTSEE-ZEITUNG. Sie hatten bei der OZ-Weihnachtsaktion 2014 mehr als 31000 Euro für ein neues Kühlfahrzeug gespendet.

Alexander Müller

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