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Beistand in den letzten Tagen des Lebens

Stralsund Beistand in den letzten Tagen des Lebens

Der Ambulante Hospizdienst der Stralsunder Caritas begleitet schwerkranke und sterbenden Menschen im Alltag

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Roland Steinfurth (l.) begleitet Rüdiger Trunschke (r.) in seiner schwersten Lebenszeit.

Quelle: Foto: Sabrina Scholz

Stralsund. Rüdiger Trunschke gibt den Kampf nicht auf – sein Wille zu leben, ist groß. Offen erzählt der 57-Jährige über seine Darmkrebs-Erkrankung. Im Juni diesen Jahres erhielt er die Diagnose und lebt seither im Seniorenheim KerVita in Stralsund.

Einmal in der Woche wird der Ruheständler von Roland Steinfurth besucht, der ehrenamtlich für den Ambulanten Hospizdienst der Caritas tätig ist. „Wir reden über Gott und die Welt“, berichtet der Hospizhelfer über seine Arbeit. „Da lernt man die Menschen am schnellsten kennen.“ Herr Trunschke ist für den 63-Jährigen die fünfte Sterbebegleitung. „Manche Begleitungen dauern länger – und manche Menschen lernt man nur einmal kennen“, sagt Steinfurth.

Der Ambulante Hospizdienst besucht die Menschen zu Hause oder in der vertrauten Umgebung, in der sie leben. „Wir haben vierzig ehrenamtliche Helfer, die schwerkranke Menschen in ihrer letzten Lebenszeit begleiten“, sagt Martina Steinfurth, Leiterin des Caritas-Regionalzentrums Stralsund. „Alle, die helfen wollen, werden zunächst dafür ausgebildet.“ Martina Steinfurth führt diese Ausbildung durch, mit der Hilfe von Ärzten, Pflegediensten, Palliativmedizinern sowie Hochschuldozenten. „Der Ambulante Hospizdienst ist immer auf der Suche nach neuen Freiwilligen“, sagt Martina Steinfurth. „Für diese Arbeit muss man sich gern engagieren wollen, sich mit dem Thema Tod auseinandersetzen wollen.“ Für ehrenamtliche Helfer wird es im März 2018 die nächsten Schulungskurse geben.

Der schwerkranke Rüdiger Trunschke freut sich auf jedes Treffen und die Hilfe, die er dabei bekommt. „Es ist schön, wenn ich jemanden zum Reden habe“, erklärt der Ruheständler berührt. Seine Angehörigen vermeiden den Kontakt zu ihm.

Für die Menschen da zu sein, ist die wichtigste Aufgabe der Hospizarbeit. „Niemand muss in seinen letzten Lebenstagen alleine sein“, sagt Sterbebegleiter Roland Steinfurth. Dafür engagiert er sich in seiner Freizeit. Mit ihrer Arbeit sorgen die ambulanten Helfer gleichzeitig auch für eine Entlastung der Angehörigen. Dazu kommt die Beratung im sozialrechtlichen Bereich und Hilfe bei Alltagsproblemen.

Wichtig ist Martina Steinfurth dabei auch die Öffentlichkeitsarbeit. „Viele wissen nicht einmal, dass es uns als Ambulanten Hospizdienst gibt“, sagt sie. Damit ergänzt die Caritas die Angebote des Stationären Hospizes „Gezeiten“ der Wohlfahrtseinrichtungen sowie des Stralsunder Hospiz-Vereins. Wie die Leiterin des Caritas-Regionalzentrums betont, gibt es untereinander eine gute Zusammenarbeit in der Stralsunder Hospizbewegung. „Wir können sehr gut nebeneinander existieren.“

Für die nächtliche Versorgung kann der ambulante Dienst jedoch nicht zu Verfügung stehen, da die meisten Ehrenamtlichen in der Woche arbeiten. „Wenn die Menschen gar keine Angehörigen haben, eignet sich das stationäre Hospiz über Nacht besser“, weiß Martina Steinfurth.

Finanziert wird das Ambulante Hospiz der Caritas größtenteils durch Spenden. Einige Gelder erhält der Dienst von der Katholischen Kirche „Heilige Dreifaltigkeit“ aus Stralsund. Den Hospizkreis des katholischen Wohlfahrtsverbandes gibt es bereits seit dem Jahr 2000. Er wurde durch eine Initiative im Jahr 2013 zum ambulanten Hospizdienst weiterentwickelt.

Sabrina Scholz

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