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Stralsund Betriebe werben für Ausbildung in Region
Vorpommern Stralsund Betriebe werben für Ausbildung in Region
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12:00 08.11.2018
Einstellungsberater Matthias Blattmeier (links) erklärt Philipp Bubner was ihn in einer Ausbildung bei der Bundespolizei erwarten würde. Noch besucht der 13-Jährige die achte Klasse der Regionalen Schule in Niepars. Quelle: Pauline Rabe
Niepars

Was Philipp Bubner nach seinem Abschluss machen möchte, weiß er noch nicht so genau. „Vielleicht gehe ich zur Bundespolizei“, sagt der 13-Jährige. Sein Vater jedenfalls wäre dafür. Da viele Schüler aber genauso ratlos sind, organisiert Lehrer Steffen Herrmann einmal im Jahr eine Berufsmesse in der Aula der Regionalen Schule in Niepars. „Um zu zeigen, was bei uns in der Region alles möglich ist“, erklärt er.

Insgesamt 22 Betriebe stellten sich mit Ständen bei den Schülern vor. Einige mit der Hoffnung, neue Auszubildende für sich gewinnen zu können. „Das hat hier bisher noch nie geklappt“, gesteht Christian Wenzel, Geschäftsführer vom Elektroanlagenbau Wenzel in Stralsund. Bereits zum siebten Mal präsentiert er sein Unternehmen vor Acht- bis Zehntklässlern. Den Grund für das geringe Interesse weiß er genau: „Handswerksberufe haben leider einen schlechten Ruf.“ Viel Arbeit und eine schlechte Bezahlung lauten die Aussagen vieler Eltern, die sie dann an ihre Kinder weitertragen. Dass das nicht unbedingt so sein muss, versucht Wenzel den Schülern zu erklären.

Nach Niepars zu kommen fühlt sich für ihn dabei immer wie nach Hause kommen an. „Ich bin hier selbst zur Schule gegangen und verbinde damit einiges. Allein deshalb komme ich gern her.“ Mit 24 Mitarbeitern und aktuell drei Auszubildenden ist Wenzels Firma auch nicht so schlecht aufgestellt.

Suche nach Nachwuchs

Die Suche nach Auszubildenden kennt Detlef Ehrecke von der Dachbaustofffirma Rida nur zu gut. „Wir suchen ganz dringend Nachwuchs“, sagt der Leiter der Stralsunder Niederlassung. Daher entschieden er und seine Kollegen sich für den Messebesuch – zum ersten Mal. Die Bundespolizei hingegen ist schon seit Beginn mit dabei. „An unseren Stand kommen immer viele Jugendliche. Neben dem spannenden Berufsbild lockt natürlich auch die Uniform“, sagt Marko Moderecker, der in Rostock für die Einstellungsberatung zuständig ist. Er und sein Kollege Matthias Blattmeier sind aber auch erfahren was Messen angeht. „Das ist Alltag für uns.“

Einige Schüler haben schon genaue Vorstellungen davon, was sie nach ihrem Abschluss machen möchten und steuerten dazu passende Stände an. Loreen Brehmer und Freundin Sarah Ebert zog es zum Beispiel zu Ausstellern aus dem Gesundheitsbereich. Während Brehmer sich noch nicht auf einen Beruf festgelegt hat, ist Ebert sich sicher: „Ich möchte in die Altenpflege gehen. Das interessiert mich sehr“, erzählt die 15-Jährige. Dafür möchte sie ihre Heimat Zingst nicht verlassen. Zu sehr schätze sie ihr gewohntes Umfeld aus Familie und Freunden.

Loreen Brehmer (v.l.) und Sarah Ebert (beide 15) aus Zingst wissen beide schon genau, was sie nach ihrem Abschluss machen möchten. Es soll in den Gesundheitsbereich gehen. Daher probierten die Schülerinnen wie es ist, Blutdruck zu messen. Quelle: Pauline Rabe

Vorbereitung auf eine Ausbildung

Seit einigen Jahren nehmen nicht mehr nur Nieparser an der Berufsmesse teil. Mit Bussen reisen auch Schüler aus Franzburg, Zingst und Barth an. Dadurch strömten etwa 150 Schüler durch die Aula – immer in ihren Händen ein Fragebogen mit verschiedenen Aufgabenstellungen. „Ich möchte, dass die Schüler am Ende einen Beruf genauer vorstellen können“, erklärt Herrmann. Zu den Gesprächen an den Ständen kamen Vorträge, fiktive Bewerbungsgespräche und ein Einstellungstest. Das Ziel? Die Jugendliche umfassend auf eine Ausbildung vorzubereiten.

„Der Schwerpunkt der Berufsorientierung liegt in der neunten Klasse, da es Schüler gibt, die nach dieser schon abgehen.“ Ein eigenes Fach gibt es dafür aber nicht. Die Vorbereitung von Praktika, die Vorstellung von Firmen und das Schreiben erfolge im AWT-Unterricht. „Oder über die Schulsozialarbeit. Wir bieten Kurse an, bei denen wir mit den Jugendlichen direkt in die Firmen gehen“, ergänzt Pädagogin Claudia Anders. Dort könnten die Schüler entsprechende Berufe auch wirklich ausprobieren. „Was ich an der Messe schade finde ist, dass nicht so viele Betriebe direkt aus Niepars teilnehmen.“ Dort wünsche sie sich mehr Interesse. Schließlich gelte der Ort als Handwerkerdorf.

Pauline Rabe

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