Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Besorg‘ doch mal gedörrten Schnee!

Stralsund Besorg‘ doch mal gedörrten Schnee!

Wer morgen seine Freunde, Kollegen oder Familienmitglieder in den April schickt, sollte zumindest daran denken, dass der 1.

Stralsund. Wer morgen seine Freunde, Kollegen oder Familienmitglieder in den April schickt, sollte zumindest daran denken, dass der 1. April im ländlichen Brauchtum in unserer Region eine ganz andere Rolle gespielt hat. So schlugen die Bauern an diesem Tag drei Nägel in die Stalltür, um auf diese Weise ihr Vieh vor Seuchen zu schützen. Außerdem bekamen die Tiere besonders viel zum Saufen, denn dann würden sie im Sommer auch nicht verdursten.

Der heute weit verbreitete Aprilscherz ist hingegen ein Brauch, der bereits im 17. Jahrhundert sehr beliebt war. Erstmals wurde er 1631 nachgewiesen. Dabei war in früheren Zeiten das „in den April schicken“ durchaus wörtlich zu nehmen. Der traditionelle Scherz bestand darin, dass Handwerksmeister und Gesellen ihre unbedarften Lehrlinge zum Beispiel mit Aufträgen wie „Besorge uns gedörrten Schnee“ oder „Hole den Sonnenbohrer“ hinaus schickten.

Die Zeitungen nahmen diesen Brauch auf und schickten ihre Leser mit unsinnigen und spaßigen Meldungen in den April. Den ersten Aprilscherz veröffentlichte eine Zeitung bereits 1774. Die wollte ihren Lesern klarmachen, dass man die Ostereier nicht nur färben könne, sondern dass sie durch geschickte Zucht von den Hühner bereits bunt gelegt werden könnten.

Der Ursprung des Aprilscherzes ist nicht eindeutig geklärt. Ein Erklärungsversuch geht auf das Jahr 1530 zurück. In diesem Jahr sollte auf dem Reichstag in Augsburg ein neues Münzrecht verabschiedet werden. Doch aus Zeitgründen konnte der Reichstag keinen endgültigen Beschluss fassen. So sollte am 1. April ein besonderer Münztag ausgerufen werden. Geldgierige und risikofreudige Spekulanten sahen in diesem Beschluss einen Geheimtipp und setzten hohe Summen ein, um das große Geschäft zu machen. Doch der Münztag fand nicht statt und sie standen am 1. April sehr dumm und verspottet da.

Eine andere Legende ergibt sich aus einer Kalenderrevision. So soll Frankreichs König Karl IX. einen damals in seinem Land üblichen Feiertag vom 1. April auf den 1. Januar verlegt haben. Aus den verschiedensten Gründen haben viele Franzosen diese kalendarische Veränderung nicht mitbekommen. Sie feierten weiterhin den 1. April und machten sich somit zum Gespött der Wissenden.

Im Volksglauben hatte der 1. April auch ein böses Omen: Immerhin soll an diesem Tag Judas geboren und Luzifer in die Hölle geschickt worden sein.

Von Horst-Dieter Maronde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Neuburg
Die wilde Müllkippe am Neuen Weg wuchs über Wochen.

Eine wilde Müllkippe am Neuen Weg in Beuburg hat über Wochen die Gemüter erhitzt. Nach Auskunft des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB) des Landkreises wurde sie am Donnerstag beseitigt.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Stralsund
Verlagshaus Stralsund

Apollonienmarkt 16
18439 Stralsund

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Benjamin Fischer
Telefon: 0 38 31 / 20 67 40
E-Mail:  stralsund@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.