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Beste Auszubildende lernte in Stralsund

Stralsund Beste Auszubildende lernte in Stralsund

Mareike Blaas (24) ist Raumausstattungsgesellin / Nach ihrer Prüfung wurde sie von Minister Glawe ausgezeichnet

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Mareike Blaas (2.v.r.) wurde in Schwerin von Landeswirtschaftsminister Harry Glawe (CDU, r.) als bester Azubi geehrt.

Quelle: Handwerkskammer

Stralsund. Die beste Nachwuchs-Raumausstatterin des Landes heißt Mareike Blaas und hat ihr Handwerk in Stralsund gelernt — genauer im Stoff und Wohnkontor im Jungfernstieg. „Mich hat an der Ausbildung das Kreative gereizt. Die Arbeit ist sehr vielfältig“, erzählt die 24-Jährige, die eigentlich aus der Nähe von Kiel stammt und seit Kurzem dort auch wieder arbeitet.

Im Spätsommer schloss sie ihre dreijährige Ausbildung in Stralsund ab. Nach der Prüfung wurde sie von Landeswirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) im Sommer in Schwerin als beste ihrer Zunft geehrt.

„Das war natürlich ein schöner Tag für mich. Es waren ja alle Gewerke vertreten“, erinnert sich Mareike Blaas. Während ihrer dreijährigen Ausbildung lernte sie den Beruf der Raumausstatterin mit all seinen Facetten. „Ich habe Stühle gepolstert und Böden verlegt. Die Dekoration hat mir am meisten Spaß gemacht und das war auch mein Steckenpferd.“ Was die 24-Jährige überraschte, war die detaillierte Ausbildung. „Ich musste mich auch mit der Estrichverlegung beschäftigen. Das war aber nicht so mein Ding“, gibt Blaas zu. Sie bewältigte auch das und schloss den Praxisteil ihrer Prüfung mit der Note zwei ab, die Theorie sogar mit einer eins. Im viertägigen Praxisteil musste Blaas einen Raum komplett planen und gestalten — vom Boden über das Mobiliar bis zur Fensterdekoration.

Außerdem erstellte sie für die fiktiven Kunden eine Kostenkalkulation. „Und ich musste für die Polsterung eines Stuhls eine technische Zeichnung auf einem A1-Blatt anfertigen. Darauf wird in Mecklenburg-Vorpommern schon bei der Ausbildung großer Wert gelegt.“

Am Ende ihrer Karriereleiter ist Mareike Blaas noch nicht. „Ich möchte kommenden März erstmal den Meisterkurs in Oldenburg beginnen. Danach plane ich ein Studium der Innenarchitektur“, schildert Blaas ihren Plan. Zwar hätte sie gleich nach dem Abitur zur Uni gehen können. „Aber ich wollte den Beruf von der Pieke auf lernen. Es schadet nicht, das Handwerk zu beherrschen“, ist Mareike Blaas überzeugt. Auf der Suche nach einem passenden Betrieb stieß sie auf die Stoff und Wohnkontor GmbH in Stralsund. „Wir bilden seit 1997 regelmäßig aus. Frau Blaas war schon ein Glücksgriff für uns. Sie bewies auch Geschick im Umgang mit Werkzeugen. Wir hätten sie gern übernommen“, erzählt Inhaberin Catja Klatte.

Doch Mareike Blaas will noch mehr erreichen. Auch wenn das eine wirtschaftliche Herausforderung ist. So müsse sie die Meisterschule selbst bezahlen. Jedoch gebe es die Möglichkeit, einen Förderantrag zu stellen. „Falls ich den bewilligt bekomme, könnte ich etwa 6000 Euro erhalten. Insgesamt würde der Kurs wohl um die 10000 Euro kosten, sodass die Förderung eine große Hilfe wäre.“

Ihre Familie sei stolz auf die junge Frau. „Meine Eltern unterstützen mich. Auch wenn sie nach meinem Abi erstmal gestaunt haben, dass ich nicht gleich zur Uni will.“ In ihrem Abi-Jahrgang war das die Ausnahme. „Aber ich bereue das nicht. Es hat viel Spaß gemacht und mich gut auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet.“

Aus vier mach eins
22 Gesellen wurden im Spätsommer in Schwerin als beste ihres jeweiligen Handwerks geehrt. Neben Dachdeckern und Kfz-Mechatronikern wurde auch Mareike Blaas als Raumausstatterin ausgezeichnet.
Die Ausbildung zum Raumausstatter vereinigt vier ehemalige Berufe: Wandgestalter/Tapezierer, Dekorateur, Bodenleger und Polsterer. Mareike Blaas besuchte die Berufsschule in Parchim und gehörte mit ihrem Jahrgang zu den letzten Azubis. Ab sofort muss der Nachwuchs die Schulbänke in Schleswig-Holstein drücken. Im Kammerbezirk Schwerin gibt es derzeit 218 Raumausstatterbetriebe.

 



Reik Anton

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