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Stralsund Besuchshunde bringen kranken und alten Menschen Freude
Vorpommern Stralsund Besuchshunde bringen kranken und alten Menschen Freude
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06:36 11.09.2013
Jörg Klein freut sich an seinem Geburtstag über den Besuch von Benni, den Michaela Ballschuh mit ins Pflegeheim am Stadtwald gebracht hat. Quelle: Nicole Müller

Kuscheln mit dem Hund im Bett, dass bleibt für viele Herrchen ein erzieherisches Totalverbot. Doch mitunter geht es nicht anders. Jörg Klein (52) ist seit seiner Kindheit vernarrt in die Vierbeiner. Seit der Verschlechterung seiner spastischen Erkrankung kann er nicht mehr ohne Hilfe aufstehen. Seine Betreuerin im Pflegeheim „Am Stadtwald“ hat für den Geburtstag des 52-Jährigen daher einen der Malteser Besuchshunde eingeladen.

Im letzten Jahr wurde dieser ehrenamtliche Dienst unter der Leitung von Michaela Ballschuh (51) wieder neu gegründet. 20 Herrchen und 25 Hunde sind seitdem regelmäßig in Kindereinrichtungen und Pflegeheimen unterwegs.

Als Benni (5) das Geschirr angelegt wird, ist es, als würde bei dem Hund ein Schalter umgelegt. Der Bolonka Swetna zittert ein wenig und schaut neugierig zu den Türen auf der linken und rechten Seite. Dann geht es in eines der Zimmer.

„Der Hund hat natürlich auch die Leckerlis im Kopf“, sagt die Halterin. Mit Decken setzt sie das Tier zu Jörg Klein ins Bett. Er darf Benni dann füttern und streicheln. Der Schwerkranke sagt kein Wort, aber er lacht als ihm der Hund über die Hand leckt.

Auch auf die anderen Pflegeheimbewohner wirkt der Besucherhund wie ein Magnet. „Oh Hundi, ich hatte auch einen, musste eingeschläfert werden“, sagt ein anderer Mann. Selbst als viele Hände zugleich nach dem Bolonka greifen, bellt er nicht.

„Darin werden die Hunde geschult, wir trainieren einmal im Monat im Tierheim. Von dort stammen auch einige der Besuchshunde“, erklärt die Hundetrainerin. Besonders lieb gewonnen habe sie Elli. Der Dackelmischling wurde ausgesetzt auf dem Dänholm gefunden. „Als Elli dann einmal bei einer vollkommen teilnahmslosen Dame im Pflegeheim saß, fing sie erst an, den Hund zu streicheln. Später sprach sie sogar mit ihm.“

Für Michaela Ballschuh ist die ehrenamtliche Arbeit mit den Tieren eine Herzenssache. „Ich wollte selbst als Kind immer einen Hund, habe aber nie einen bekommen“, sagt sie. Von ihrem ersten Lehrlingsgehalt im Leipziger Zoo habe sie sich dann einen gekauft. Heute arbeitet die gelernte Zootechnikerin nach einer weiteren Ausbildung als Rettungsassistentin bei der Feuerwehr. „Da sieht man mitunter so viel Unglück. Das reicht von häuslichen Gewalt bis zu alten Menschen, die vom Krankenhaus direkt ins Pflegeheim kommen.“ Das habe sie motiviert, sich sozial zu engagieren.

Die Tiere müssen ihre Eignung als Besucherhunde jedes Jahr bei einer Prüfung beweisen. Ab zwölf Wochen kann man sie an die Arbeit heranführen. Die Ausbildung wird aus Spenden finanziert.

Interessierte Hundebesitzer sind zum nächsten Training am 15. September von 10 bis 12 Uhr ins Tierheim eingeladen.

Wir trainieren einmal im Monat im Tierheim. Von dort stammen auch einige Besuchshunde.“Michaela Ballschuh, Rettungsassistentin

Nicole Müller

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