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Bikerbräute gerüstet: Mit 200 Kilo unterm Hintern über die Insel

Bergen Bikerbräute gerüstet: Mit 200 Kilo unterm Hintern über die Insel

Drei Rüganerinnen leben gemeinsam ihre Leidenschaft für Motorräder aus.

Bergen. Mit der eigenen Harley über die Insel brausen oder auf der Suzuki mal wieder so richtig drauflos brettern — darauf warten Dagmar Fischer, Jana Grün und Katrin Eckardt schon den ganzen Winter. Die Bikerladies teilen ihre Leidenschaft für Motorräder und zeigen eindrucksvoll, dass Motorradfahren nicht nur Männersache ist.

„Ich bin mit neun Jahren das erste Mal Motorrad gefahren“, erzählt Dagmar Fischer. Das Fahren habe sie von ihrem Papa gelernt, den Rest von ihrem Bruder. „Bei uns wurde schon immer viel an den Maschinen herumgebastelt und geschraubt. Ich habe also Benzin im Blut und Öl an den Händen“, sagt die 42-Jährige mit einem Lächeln. Das kommt ihr heute zugute. Ob Ölwechsel oder Teile austauschen — kein Problem für die Binzerin, die sich seit 18 Jahren regelmäßig auf den Motorradsitz schwingt. Zuerst auf den einer Suzuki, „das war eine richtige Rennmaschine, damit bin ich ordentlich geheizt“, verrät die junge Frau. Später habe sie dann das Harley-Fieber gepackt. „Man wird ja auch älter und will einfach nur noch entspannt fahren und das Feeling genießen“, erklärt Fischer, die sich vor fünf Jahren den Traum von einer eigenen Harley erfüllte. „Das ist das Schönste, was es gibt“, sagt Fischer über ihre tiefergelegte Maschine mit extra breitem Lenker und breiten Reifen.

Auch Schwägerin Jana Grün hat 2008 einen Motorradführerschein gemacht und ihr Herz für das kultige Zweirad entdeckt. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn man alleine fährt“, schwärmt sie. Dass dieses Lebensgefühl noch nicht bei allen Frauen angekommen ist, zeigt sich auf den Bikertreffen. Dort seien Frauen in der Minderheit. „Wenn überhaupt fahren viele eher als Sozius mit“, hat auch Freundin Katrin Eckardt erlebt. „Aber wenn man einmal selbst gefahren ist, sitzt man danach nicht mehr hintendrauf.“ Rund 2500 Kilometer hat die 44-Jährige im vergangenen Jahr auf ihrer 200 Kilogramm schweren Suzuki-Bandit zurückgelegt.

Dass Frauen auf Motorrädern eher eine Ausnahme sind, bestätigt auch Andreas Dirwelis, Vorsitzender des Fahrlehrerverbands Rügen, der in Binz eine Fahrschule betreibt. „Nur jede Sechste, die bei mir den Motorradführerschein macht, ist eine Frau“, sagt der 50-Jährige. Zwischen sieben und zehn männliche Teilnehmer betreut er jährlich beim Motorradführerschein. „Wenn es hochkommt, sind es pro Jahr zwei Frauen.“ Die Gründe seien vielfältig. „Frauen sind häufig vorsichtiger und nicht so draufgängerisch“, hat Dirwelis erlebt. Auch die Prüfung schrecke viele ab. „Bremsen bei Tempo 50 und Slalom fahren, dass fast die Fußrasten kratzen, das erfordert schon eine ganze Frau“, sagt der Fahrlehrer. Hinzu kämen die hohen Kosten, die allein für die Fahrerlaubnis im vierstelligen Bereich lägen.

„Zwischen 1000 und 1500 Euro muss man schon rechnen“, sagt Dirwelis. Und damit ist es nicht getan. „Versicherungen, Steuern, Benzin, Reparaturen, da kommt schon einiges zusammen. Andere fahren von dem Geld in den Urlaub“, sagt auch Fischer. Trotzdem ist ihr Hobby den drei Frauen das Geld wert. „Was zählt, ist die Freude am Fahren.“

Stefanie Büssing

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