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Stralsund Binzer Jugend: Demo statt Disco
Vorpommern Stralsund Binzer Jugend: Demo statt Disco
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00:00 06.03.2013
Die Partynächte im Casino Club, die seit etwa einem Jahr im alten Club „Löwe“ gefeiert wurden, waren immer gut besucht. Quelle: OZ-Archiv
Binz

Sie fühlen sich von der lokalen Poltik vernachlässigt. Jetzt haben rund 50 Jugendliche ihren Frust bei einer spontanen Demonstration öffentlich geäußert. Das Fass zum Überlaufen hatte die Absage der Casino Club Nacht in der Spielbank Binz am vergangenen Sonnabend gebracht. Die beliebte Tanzveranstaltung war nach der Beschwerde eines Anwohners vom Landkreis untersagt worden. Daraufhin war über die Facebook-Seite „Gegen das Binzer Kultursterben 2.0“ zu einer spontanen Kundgebung aufgerufen worden. Während im Binzer Kurhaussaal bei der diesjährigen Benefizgala das Tanzbein geschwungen wurde, bekundeten die jungen Leute vor dessen Türen ihren Unmut über nach ihrer Meinung nach fehlende Rahmenbedingungen im Ort.

„Es ist peinlich, wenn man gefragt wird, wo man abends tanzen gehen kann und man nicht weiß, was man antworten soll, obwohl wir im Ostseebad Binz sind“, sagt Tina Pellegrin. „Den jungen Leuten wird hier einfach nichts geboten, wir haben keinen Rückzugsort mehr, wo man ausgelassen feiern kann. Wir brauchen einen Club in Binz“, schimpft sie. Die 23-Jährige denkt wie viele junge Binzer. Jetzt wollen sie eine Unterschriftenaktion starten, um ihr Anliegen den Gemeindevätern vorzutragen, so Pellegrin.

Unterstützung bekommen sie dabei von Ulf Dohrmann, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Binz. „Wir haben eine Reihe von Sportveranstaltungen nach Binz geholt in diesem Jahr, um junge Gäste anzulocken.

Das ist gut, aber wo sollen die abends hingehen? Wir können das nicht auf die lange Bank schieben. Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg“, so Dohrmann, der auch viele Binzer Hoteliers hinter sich weiß. Er will eine breite Debatte anschieben. Es soll eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Betroffenen geben, kündigt Dohrmann an.

Die Aktion begrüßt Bürgermeister Karsten Schneider (parteilos), doch für die „teilweise unsachlich geführte Debatte“ im Internet hat er wenig Verständnis. Von Kultursterben in Binz zu sprechen, sei übertrieben. „Wir geben viel Geld für Kulturveranstaltungen aus“, so Schneider. Der seinerzeit von der Spielbank eingereichte Bauantrag sei ausschließlich auf den Betrieb eines Casinos ausgerichtet gewesen und nicht auf eine Diskothek. Angekündigt waren vom Veranstalter auch nur vier Tanzveranstaltungen im Jahr, doch schon allein zwischen Weihnachten und Neujahr habe es mehrere gegeben. Nachdem es eine Eingabe wegen Lärmbelästigung gegeben habe, sei diese an den zuständigen Landkreis weitergeleitet worden, der die Veranstaltung am 2. März im Vorfeld stoppte. Die Party konnte am besagten Abend kurzfristig noch in die Jugendherberge Prora verlegt werden. Ob es langfristig eine Genehmigung für einen Disco-Betrieb geben wird, sieht der Bürgermeister aufgrund der Auflagen problematisch — zumindest mitten im Ortszentrum. Im Mai 2001 war das Casino, das zur Gruppe der Ostsee-Spielbanken gehört, von seiner Randlage in der Proraer Straße ins Herz der Binzer City — ins Hotel Loev in der Hauptstraße — umgezogen, was das Ende des legendären Clubs „Löwe“ nach sich zog. Ein halbes Jahr später musste wegen fehlender Genehmigung auch die Tanzbar „Oceans Club“ unterhalb des Parkhauses in der Wylichstraße schließen. Es war die letzte im Ostseebad.

Gerit Herold

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