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Biotonne führt zu weniger Hausmüll

Stralsund Biotonne führt zu weniger Hausmüll

796 Tonnen organischer Abfälle sammelte Stadtentsorgung seit Einführung der braunen Behälter ein

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Robert Schmidt und Toni Grund (v.r.) sind zusammen mit dem Fahrer des Müllfahrzeugs, Sven Brutloff, auf Tour. Hier leerten sie am Dienstag unter anderem in der engen Langenstraße die Mülltonnen.

Quelle: Foto: Jörg Mattern

Stralsund. Gut 80 Fahrzeuge sind für die Betriebsstätte der Nehlsen GmbH & Co KG täglich unterwegs, um Abfälle einzusammeln, abzutransportieren und zu bearbeiten.

Und das nicht nur in Stralsund, sondern auch in Ribnitz-Damgarten und auf Rügen. 160 Mitarbeiter und 15 Lehrlinge arbeiten an dieser Aufgabe mit. Gesteuert wird das alles vom Voigdehäger Weg in Stralsund aus.

„Das resultiert aus einer Umstrukturierung innerhalb unseres Konzerns im letzten Jahr“, sagt Heidi Waschki, Leiterin der Betriebsstätte. Zugleich ist sie auch Geschäftsführerin der Stralsunder Entsorgungs GmbH (SEG). Die SEG war bereits im Zuge der Umgestaltungen durch die Kreisgebietsreform zu einer 100-prozentigen Nehlsen-Tochter geworden, als die Hansestadt sich von ihren Anteilen an der GmbH trennte.

Die Auswirkungen der Kreisgebietsreform waren es auch, die der SEG ein durchaus turbulentes letztes Jahr bescherten – genauer gesagt: Die Auswirkungen der Abfallgebührensatzung im Landkreis Vorpommern-Rügen. Gleich zu Jahresbeginn liefen die Telefone heiß, machten die Stralsunder ihrem Ärger Luft über verteuerte Müllgebühren oder veränderte Öffnungszeiten für den Wertstoffhof am Voigdehäger Weg. „Viele haben da kein Blatt vor den Mund genommen“, sagt Heidi Waschki und sie hat durchaus Verständnis dafür. Doch sie betont auch: „Wir fahren im Auftrag des Landkreises den Müll ab – zu den vom Kreistag beschlossenen Gebühren.“

Doch nicht nur ihre Kunden hatten sich auf Veränderungen einzustellen. Auch die Nehlsen-Mannschaft stand vor neuen Aufgaben. „Das reichte von der Bedienung neuer Fahrzeuge und zusätzlicher Technik, wie etwa das Identsystem für die Mülltonnen, die Biodetektoren bis hin zu neuen Touren für die Entsorgung der Biotonnen. Dahinter stecken viele neue Prozesse und Herausforderungen, die es zu beherrschen galt“, so die Betriebsleiterin. Aus ihrer Sicht hat sich das neue System inzwischen eingespielt, auch die vielen Rückrufe sind weniger geworden. Diese haben nach Gesprächen zwischen SEG und dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises inzwischen zu servicefreundlicheren Öffnungszeiten für den Wertstoffhof geführt. Und die Abfallwirtschaft legte Neubewertungen der Literpreise vor, nach denen die Gebühren für die Mülltonnen berechnet werden.

Alles zusammen hat zu einem veränderten Müllaufkommen in Stralsund geführt. Wurden 2015 noch 13542 Tonnen Hausmüll eingesammelt, so waren es im vergangenen Jahr 12746 Tonnen. „Das heißt, 796 Tonnen sind in den Bio-Tonnen gelandet“, sieht Heidi Waschki diese Tonnen in der Hansestadt gut angenommen.

Für 2017 sieht sie das Unternehmen gut aufgestellt, mit neuer Technik und motivierten Mitarbeitern. „Die größte Aufgabe, die vor uns steht, wird die Umsetzung der geänderten Gewerbeabfallverordnung werden, die neue Verwertungsquoten vorsieht“, sagt die Betriebsleiterin.

Für die Entsorgungsunternehmen geht es darum, vor allem die Aufbereitung des Gewerbeabfalls noch weiter zu optimieren. Heidi Waschki: „Die dafür nötigen Prozesse bereiten wir derzeit für unseren Standort vor, stehen dabei aber noch am Anfang.“

Einst Friedhof und Ostkreuz-Brunnen bewirtschaftet

Der Vorläufer der Stralsunder Stadtentsorgungs GmbH (SEG) wurde 1949 als Stadtwirtschaft Stralsund gegründet. Damals gehörten auch noch die Pflege von Grünanlagen, die Wartung des Brunnens auf dem Ostkreuz und die Bewirtschaftung des Zentralfriedhofs samt einem Bestattungsinstitut sowie diverse Gewächshäuser dazu.

Bis Mai 2005 betrieb die SEG auch die Deponie in Kedingshagen.

Das Unternehmen durchlief Umfirmierungen: 2006 übertrug die Hansestadt ihren 51-prozentigen Anteil (den Rest hielt Nehlsen) an die Stadtwerke. Aus der SEG wurde die SWS Entsorgungs GmbH. Diese gehört seit der Gebietsreform zu 100 Prozent Nehlsen.

Zur Betriebsstätte Stralsund der Nehlsen Niederlassung Nord- Ost gehören heute die SEG sowie Standorte in Ribnitz-Damgarten und Samtens, 160 Mitarbeiter und 15 Azubis.

In Stralsund betreibt Nehlsen auch die Ersatzbrennstoffsortieranlage, die der Ostmecklenburgisch Vorpommerschen Verwertungs- und Deponie GmbH gehört.

Jörg Mattern

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