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Stralsund Brand am „Strandparadies“: Imbisswagen in Flammen
Vorpommern Stralsund Brand am „Strandparadies“: Imbisswagen in Flammen
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00:00 12.04.2013
Seit den 90er-Jahren betreibt „Strandparadies“-Besitzer Wilfried Lange den Fischkutter „Anja“ im Stadthafen. Einen Zusammenhang zum Fischbrötchenkrieg sieht er jedoch nicht.
Stralsund

Nahezu nichts ist übrig geblieben, alles verkohlt und verbrannt. Nur noch das Untergestell des einstigen Imbisswagens ist zu erahnen. Der Schrecken steht Manuela Brieske ins Gesicht geschrieben, als sie von den Ereignissen am Mittwochabend berichtet.

Gegen 22.30 Uhr hatte bei der Angestellten vom „Strandparadies“ in der Badeanstalt ein Stammkunde angerufen und mitgeteilt, dass auf dem Gelände etwas in Flammen steht. Es handelte sich um den derzeit ungenutzten Imbisswagen, der für Veranstaltungen außerhalb des Strandbads genutzt wurde. „In der nächsten Zeit sind wir damit für zehn Feiern gebucht“, sagt die 46-Jährige kopfschüttelnd.

Installierte Grills, Fritteuse, Kühlgeräte — alles hin.

Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 10 000 Euro. Auch der Bungalow, neben dem der Wagen stand, bekam etwas ab. Durch einen beim Feuer platzenden Reifen wurde ein Fenster zerstört.

„Wer macht denn so etwas?“, fragt Manuela Brieske wütend und schaut dabei auch auf ein Ereignis zwei Wochen vor Ostern zurück. Damals gab es in dem Gaststätten-Gebäude, in dem sich auch eine Ferienwohnung befindet, einen Einbruch. Zielgerichtet waren die Täter zunächst durch das Fenster eingestiegen und hatten dann eine etwas versteckte Tür aufgebrochen. Neben einem zerstörten und ausgeraubten Zigarettenautomaten richteten die Vandalen den größten Schaden dadurch an, dass sie Feuerlöscher in den Räumen entleerten. „Das kann kein Fremder gewesen sein“, ist Manuela Brieske überzeugt. „Ich glaube, dass beides zusammen hängt.“

An solchen Spekulationen möchte sich Geschäftsführer Wilfried Lange nicht beteiligen. Seit drei Jahren betreibt er mit Sohn Dirk das „Strandparadies“. „Natürlich sind wir sauer“, so der 59-Jährige.

„Aber aufstecken werden wir deshalb nicht“, sagt Lange und blickt lieber voraus. „Wir werden im Mai wieder unseren Imbiss in der Badeanstalt eröffnen und sind bei verschiedenen Veranstaltungen, wie dem Sundschwimmen, dabei“, zeigt er sich optimistisch.

Spekulationen darüber, dass die Verbrechen etwas mit dem sogenannten Fischbrötchenkrieg zu tun haben, lehnt der Besitzer eines Fischkutters ab. „Ich halte mich da aus allem raus und habe auch noch nie Probleme gehabt“, überlegt er. „Seit den 90er-Jahren, damals waren wir der erste Kutter, verkaufen wir im Stadthafen Fischimbiss. Aber ich denke nicht, dass das eine etwas mit dem anderen zu tun hat.“

Dieser Meinung schließen sich auch die Ermittler an. Aus jetziger Sicht gehe man nicht von einem Zusammenhang aus, erklärte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, Andreas Scholz.

Doch die Beamten des Kriminalkommissariats Stralsund würden natürlich in alle Richtungen ermitteln. Derzeit sehe alles nach Brandstiftung aus.

Beim „Fischbrötchenkrieg“, der derzeit vor Gericht verhandelt wird, sollen Imbissanbieter von Verkaufskuttern im Streit um Konzessionen OB-Stellvertreter Dieter Hartlieb überfallen und bedroht sowie mehrere Brandanschläge auf Autos verübt haben. Angeklagt sind drei Männer.

„Wir sind zwar richtig sauer, werden aber auf keinen Fall aufstecken.“Wilfried Lange (59), Strandparadies-Chef

Miriam Weber

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