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Stralsund Brauer, Gastronom und jetzt auch Landwirt
Vorpommern Stralsund Brauer, Gastronom und jetzt auch Landwirt
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00:00 28.09.2018
Krummenhagen

In Sichtweite des Biergartens grunzt ein zufriedenes Wollschwein. Auf der Wiese dahinter stehen urige Galloway-Rinder. Rumpelstilz-Wirt Burkhardt Steinfurth ist – nach Gastronom und Craft-Bier-Brauer – jetzt auch noch Bauer geworden. „Im nächsten Jahr bringen wir in der Brauscheune unser eigenes Rindfleisch auf den Tisch“, sagt Steinfurth und betont nicht ohne Stolz: „Alles artgerecht und öko. Die Wiesen hinterm Haus haben seit den 90er-Jahren keinen Dünger mehr gesehen.“

Burkhardt Steinfurth gehen die Ideen für seine Brauscheune nicht aus / Jetzt stehen Galloway-Rinder hinterm Biergarten

Es ist Steinfurths neustes Projekt, seit er eine alte Scheune in Krummenhagen zu seinem Gasthaus umbaute. Von Haus aus Ingenieur für Schiffstechnik, hatte er mit dem Niedergang des Schiffbaus im Land eine Idee gesucht, sich selbstständig zu machen. Frei nach dem Motto „dem Ingenieur ist nichts zu schwoer“, setzte er auf die Gastronomie.

Mit selbstgebrautem Bier die Leute aufs Dorf zu locken, hat sich bewährt. Das idyllisch gelegene Rumpelstilz hat sich durch Firmen- und Familienfeiern und Hochzeiten einen Namen in der Region erarbeitet. Ebenso wie durch Konzerte mit Musik, die zum Haus passt – wie etwa irischer Folk.

Doch Steinfurth ist keiner, der einfach so die Hände in den Schoß legen kann. Sein Motto: „Nicht einfach so dasitzen und warten, bis einer vorbeikommt. Wichtig ist, immer eine Idee zu haben.“ Die Gemeinschaftsküche ist so eine Idee. Da wird ab 4.30 Uhr morgens das Mittagessen gekocht – für die Jona-Schule und das Hansa-Gymnasium in Stralsund oder die Awo-Kitas von Richtenberg bis zur Hansestadt. Tausend Portionen werden täglich gekocht. „Alles frisch, sogar die Kartoffeln werden von Hand geschält“, sagt Steinfurth und schiebt nach: „Meine Köche in der Kita-Küche kommen alle aus der Gastronomie.“

Vor 15 Jahren hat Burkhardt Steinfurth das Rumpelstilz zusammen mit seiner Frau Manja auf den Weg gebracht. Heute ist er Chef von 30 Mitarbeitern. Gute Mitarbeiter, wie er betont, denn: „Erfolg hast du nur mit motivierten Leuten.“ Einer der erst seit Mai zur Belegschaft gehört, ist Henning Rondorf. Der Rheinländer schwingt als Chefkoch in der „Rumpelstilz-Küche den Kochlöffel und setzt bei der Speisekarte auf den kulinarischen Jahreskalender. Seine Idee, passend zur beginnenden dunklen Jahreszeit sind die Schlachtwochen, von Anfang bis Ende Oktober. „Als Reminiszenz an meine Heimat wird dann neben Eisbein und Haxe auch der Rheinische Sauerbraten mit auf der Karte stehen, sagt der Chefkoch.

Neu im Team ist auch Stephan Niemann. Der 51-Jährige ist für den Schritt des Rumpelstilz ins digitale Zeitalter geholt worden. Digitalisierung, das ist für Niemann nicht nur, den Onlineauftritt der Brauscheune zu verantworten. Auch die Online-Vermarktung der vier nagelneuen Fremdenzimmer, die seit Juli vermietet werden, gehört dazu. „Wir wollen damit vor allem in die großen Portale wie HRS oder Booking.com“, sagt Stephan Niemann. „Bald wird man da also Krummenhagen und seine ländliche Idylle weltweit finden.“

Burkhardt Steinfurth wirkt zufrieden. „Ich denke, wir haben jetzt das Optimum beim Wachstum erreicht und kümmern uns mehr um den Ausbau der Qualität.“ Aber das muss ja nicht heißen, dass er nicht doch ab und zu mal wieder eine neue Idee haben wird.

Jörg Mattern

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