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Bürgermeister fordert Rücktritt: „Wir tun Prerow nicht gut“

Prerow Bürgermeister fordert Rücktritt: „Wir tun Prerow nicht gut“

René Roloff möchte den Stillstand in der Politik durch einen Neuanfang aufheben

Prerow. Bringt die Politik der Abgeordneten Prerow voran? Diese Frage beantwortete Bürgermeister René Roloff (Prerows Zukunft) in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter mit einem deutlichen „Nein!“ und machte einen ungewöhnlichen Vorschlag: „Wir sollten allesamt zurücktreten und die Bürger bei einer Neuwahl entscheiden lassen, ob sie unsere Politik überhaupt noch wollen oder nicht.“ Sozusagen einen Neuanfang starten, um den derzeitig herrschenden Stillstand aufzuheben.

Doch wie kam es zu der drastischen Forderung, zu der der Bürgermeister auch noch einen Tag später steht? Die Gemeindevertreter werden sich nicht einig – beispielsweise, wenn es um den Beschluss des Haushaltes geht. Nach etlichen Diskussionen folgten sie am Donnerstagabend Andreas Mellers (Gewerbeverein) Antrag und nahmen den wichtigen Tagesordnungspunkt ein weiteres Mal ergebnislos von der Liste. Und das, obwohl alle Abgeordneten wissen, wie wichtig der beschlossene Haushalt ist, um beispielsweise Straßen reparieren oder Grundstücke ankaufen zu können.

„Ohne Haushalt ist die Gemeinde nicht handlungsfähig“, sagt Roloff, und auch Andreas Meller weiß: „Die Probleme werden von Woche zu Woche schlimmer.“ Trotzdem fanden die Abgeordneten bislang noch keine Einigung.

Für Meller und auch für Ralf Lohmeyer (Gewerbeverein) liegen die Gründe dafür eindeutig beim Bürgermeister. „Er hat Widerspruch gegen den Haushalts-Beschluss eingelegt und verhindert damit vorsätzlich, dass dieser beschlossen werden kann“, moniert Lohmeyer. Der Bürgermeister hingegen besteht auf seinem Widerspruch. „Auch wenn die Mehrheit der Gemeindevertreter den Haushalt in seiner jetzigen Form beschließen will, ist und bleibt er rechtswidrig.“ Die Fronten der Fraktionen sind verhärtet. Eine Einigung scheint nicht in Sicht.

Den Vorschlag, dass alle Gemeindevertreter inklusive dem Bürgermeister zurücktreten, lehnt Lohmeyer ab. „Nur weil der Bürgermeister feststellt, dass er keine Mehrheit bekommt? Das sehe ich gar nicht ein. Dann soll nur er zurücktreten.“

René Roloff, der regulär noch eine Amtszeit von drei Jahren vor sich hat, betont, dass er den Vorschlag nicht gemacht habe, weil er entmutigt sei oder den Posten abgeben möchte. „Nein, ich möchte lediglich das Beste für Prerow und den Wählern die Vertrauensfrage stellen. Dann können wir vielleicht endlich wieder etwas im Ort bewegen. Zurzeit tun wir Prerow nicht gut.“ Für letzteren Satz erntete René Roloff übrigens einen verhaltenen Applaus von den etwa 20 Zuhörern, die der Einladung zur Gemeindevertretersitzung folgten.

Roloff lässt sich nicht von Gegenwind oder Vorwürfen, dass er „unfair“ handele, entmutigen. „Ich bin gern Bürgermeister und motiviert, die Fraktionen zu einem guten Miteinander zu bringen.“ Gute Unterstützung habe er in seinen zwei Amtsjahren nicht nur aus seiner Fraktion erfahren, sondern auch von Einwohnern. Aussagen, die Ralf Lohmeyer eher anzweifelt. „Der Bürgermeister sollte sich überlegen, ob er sich weiterhin gegen die Mehrheit entscheidet. Sonst bezweifle ich, dass er noch lange als Bürgermeister durchhält.“

caro

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