Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Wird heute die „Gorch Fock I“ gekauft?
Vorpommern Stralsund Wird heute die „Gorch Fock I“ gekauft?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:08 08.11.2018
Die Bürgerschaft Stralsund entscheidet am 08.11.2018 über den möglichen Ankauf des einstigen Segelschulschiffes «Gorch Fock I». Das Schiff, das seit 2003 als Touristenattraktion an der Kaikante vor dem Ozeaneum liegt, ist dringend reparaturbedürftig. Quelle: Stefan Sauer/dpa
Stralsund

Dem Verein Tall Ship Friends fehlt das Geld für die Sanierung. Nun sollen die Bürgerschaftsmitglieder darüber entscheiden, ob die Stadt Kaufverhandlungen mit dem Eigner-Verein weiterführt und das Schiff mit Fördergeldern sanieren soll. Das Einzelbürgerschaftsmitglied Michael Adomeit will, dass in der Stadt zu diesem umstrittenen Thema ein Bürgerentscheid durchgeführt wird. Dieser könnte – so Adomeits Antrag – zur Kommunalwahl 2019 stattfinden.

Das für die Reichsmarine gebaute Ausbildungsschiff ging nach Kriegsende als Reparationsleistung an die Sowjetunion. Im Jahr 2003 erwarb der Verein Tall Ship Friends das Schiff von der Ukraine und ließ es nach Stralsund bringen. Dort liegt es als Museumsschiff an der Pier und lockt jährlich rund 60 000 Besucher. Alle Versuche, den Dreimaster grundlegend zu sanieren, scheiterten am Geld. Die „Gorch Fock I“ ist nicht zu verwechseln mit dem 1958 gebauten Ausbildungsschiff „Gorch Fock“ der Deutschen Marine.

Knapp acht Millionen Euro würden fällig

Eile ist geboten: Im Jahr 2020 erlischt die Genehmigung für die Schwimmfähigkeit des Schiffes. Die Gesamtkosten für Kauf und Sanierung beziffert die Stadtverwaltung auf 7,95 Millionen Euro, davon rund 0,98 Millionen Euro für den Kauf. Finanziert werden soll das Ganze über Fördermittel, die beim Land beantragt wurden. Allerdings wäre das Schiff mit diesen Mitteln nur schwimm-, aber nicht fahr- oder segeltüchtig.

Die Verwaltung favorisiert, dass die Stadt Eigentümerin des Schiffes wird und die vom Land in Aussicht gestellten Fördermittel zum Kauf und zur Sanierung des Schiffes einsetzt. Der Trägerverein soll den Eigenanteil stellen und das Schiff nach den Sanierungsarbeiten über einen Betreibervertrag als Museumsschiff betreiben. Als problematisch wird angesehen, dass Kauf und Sanierung freiwillige Aufgaben wären, die vom Innenministerium genehmigt werden müssten.

Alternative: Verein bleibt Eigentümer und bekommt Fördermittel

Eine zweite Variante würde nach Einschätzung der Verwaltung höhere Risiken für die Stadt bergen. So könnte der Verein Eigentümer des Schiffes bleiben, die Stadt die Fördermittel an den Eigentümer weiterleiten. Diese Variante könnte aber mit dem Vergaberecht kollidieren. Variante drei würde bedeuten, die Verantwortung für die Sanierung weiter allein beim Verein zu belassen. Damit drohe aber mittelfristig der Verlust eines touristischen Anziehungspunktes, heißt es.

dpa/kha

Drei Pkw stießen offenbar nach einem Vorfahrtsfehler in Höhe des Stralsunder Real-Marktes zusammen. Die Polizei prüft, ob Medikamente im Spiel waren.

07.11.2018

Zwischen Thomaskirche und Reichsarbeitslager – Wolfgang Stenzel hat noch einmal seine Sammlung „geplündert“.

07.11.2018
MV aktuell Auftakt vor Landgericht Stralsund - Hunderte VW-Besitzer klagen in MV

Der Diesel-Skandal empört auch Autobesitzer in Mecklenburg-Vorpommern. Hunderte klagen - unter anderem am Landgericht Stralsund. Sie fordern von Volkswagen Schadenersatz oder die Rückabwicklung des Kaufvertrages.

07.11.2018