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Bürgerschaft: Stralsund hat zu viele Dreck-Ecken

Stralsund Bürgerschaft: Stralsund hat zu viele Dreck-Ecken

Die Stadtverwaltung glaubt nicht, dass mehr Papierkörbe gegen das Problem helfen würden. 670 gibt es zurzeit am Sund.

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Stralsund. Das war ein ordentlicher Stapel Fotos, den Sabine Ehlert an Stephan Bogusch überreichte. „Das sind Bilder von Dreck- Ecken in unserer Stadt“, erklärte die Vorsitzende des Bürgerschaftsausschusses für Familie, Sicherheit und Gleichstellung dem Abteilungsleiter Straßen und Stadtgrün mit der Bitte, in dieser Frage für Abhilfe zu sorgen.

Das Thema nahm breiten Raum in der Sitzung dieses Ausschusses ein. Die Palette reichte von illegalen Müllablagerungen über Graffiti bis hin zu fehlenden Papierkörben. Vor allem Kerstin Friesenhahn (CDU-FDP-Fraktion) bemängelte: „Ob Alte-Richtenberger- oder Peter-Blohme-Straße — jede Straße außerhalb der Altstadt, hat ihre Schmuddelecken.“ Sehr unangenehm aufgefallen war ihr unter anderem das Gelände entlang des Schwarzen Weges zwischen Rostocker Chaussee und Barther Straße.

Dreck-Ecken sind in der Hansestadt immer ein Aufreger. Auch für Stephan Bogusch. Doch der Abteilungsleiter bezweifelte vor dem Ausschuss, dass mehr Papierkörbe allein das Problem lösen würden, weil so mancher alles da fallen lasse, wo er gerade steht. Er sieht nicht nur die Stadt in der Pflicht zur Sauberkeit: „Auch Grundstückseigentümer haben Reinigungspflichten!“

Inzwischen hat Stephan Bogusch mit seiner Abteilung die Fotos ausgewertet. Wie der Abteilungsleiter dazu erklärte, werde es im März eine große Reinigungsaktion geben, mit Schwerpunkten entlang der Stadtteiche und Hauptverkehrswege.

670 Papierkörbe gibt es in der Hansestadt. Klingt viel, relativiert sich aber, wenn man weiß, dass sich diese zwischen Devin und Knieper verteilen. Alle werden von der Stralsunder Entsorgungs GmbH (SEG) geleert. Diese betreibt zudem eine Putzkolonne, die mit dem Besen vor allem die Altstadt in Handarbeit auf Vordermann bringt. Zudem reinigt die SEG die Bushaltestellen einschließlich der dortigen Müllsammler.

„Natürlich können wird mehr machen“, sagt SEG-Betriebsleiterin Heidi Waschki. Es sei kein Problem, die Putzkolonne aufzustocken und deren Einsatzgebiet etwa um die Sundpromenade zu erweitern. Mehr Papierkörbe sind ebenso machbar.

Heidi Waschki weiß aber, dass dies am Ende eine Geldfrage sein wird. Sie will das Problem jedoch nicht nur daran festmachen. „Ich stelle mir vor, dass etwa alle, die am Sund etwas mit Reinigung und Grünflächenpflege zu tun haben, sich mit der Stadt an einen Tisch setzen, ausloten, was für Ideen es gibt und wie sich diese umsetzen lassen“, sagt die Entsorgungschefin und denkt dabei unter anderem an die Stralsunder Werkstätten oder die Stralsunder Innovations-Consult (SIC).

Eine solche Idee könnte es sein, das System der Papierkörbe in der Stadt zu überprüfen. Davon gibt es 27 verschiedene Modelle mit hohem Aufwand bei Leerung und Wartung. Eine Vereinheitlichung könnte entweder Geld sparen oder zu mehr Abfallsammlern führen.

Mängel übers Internet melden
Stralsunder, die auf Probleme aufmerksam machen wollen, können sich dazu an Bürgerschaftsmitglieder oder die Stadtverwaltung wenden.
mängelmelder.de ist eine bundesweit aktive Internetseite für Anliegen der Bürger an Kommunalverwaltungen.
In der Hansestadt laufen über diese Plattform auch Meldungen auf, die bearbeitet und dann den Mängelmeldern bestätigt werden. Danach löscht die Seite das Problem.
Das Kontaktformular auf stralsund.de ist dafür ebenfalls nutzbar.

 



Jörg Mattern

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