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Bundeswehr wirbt mit Patriot-System

Stralsund Bundeswehr wirbt mit Patriot-System

Zweitägige Aktion löst viel Interesse aus. Die Linke kritisiert mit dem Tucholsky-Zitat „Soldaten sind Mörder“.

Stralsund. Allein im letzten Jahr sind über 570 Bewerbungen über die Tische der Stralsunder Karriereberatung der Bundeswehr gegangen. An den vergangenen beiden Tagen wurde auf dem Neuen Markt erneut die Werbetrommel für einen Job beim Militär gerührt. Karriereberater Peter Cronsfoth: „Die guten Übernahmemöglichkeiten reizen natürlich, eine Ausbildung bei der Bundeswehr in Betracht zu ziehen.“ Vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten — auch im zivilen Bereich — würden zudem immer mehr junge Frauen in die einstige Männerdomäne locken. „Gerade im Sanitätsbereich haben wir inzwischen bis zu 80 Prozent Frauen im Dienst“, betont Cronsfoth.

Aber es gibt auch viele Bewerber beim Bund, die bereits einen Beruf haben. Nico Vanek beispielsweise hat ein Betriebswirtschafts-Studium hinter sich. „Als bald zweifacher Vater möchte man eine sichere Perspektive haben. Dafür könnte ich mir auch noch einmal eine Ausbildung in einem anderen Bereich vorstellen“, begründet der 32-Jährige seinen Besuch auf dem Neuen Markt. Karriereberater Detlef Gräber erklärt ihm die Chancen im zivilen und militärischen Bereich. „Bei entsprechender Ausbildung und freien Stellen wäre dann auch durchaus ein Direkteinstieg möglich“, sagt Gräber.

Nico Vanek möchte seine Möglichkeiten auf jeden Fall nutzen und hat bereits einen neuen Termin vereinbart. In der Beratungsstelle in der Rudenstraße auf dem Dänholm stehen die Mitarbeiter jederzeit für ein unverbindliches persönliches Gespräch zur Verfügung.

Oberfähnrich zur See Martin Voß bildet selbst die zukünftigen Elektroniker für Geräte und Systeme in der Marinetechnikschule Parow aus. „Die Auszubildenden erhalten bei uns eine gute praktische Ausbildung, die sie schon nach zwei Jahren regulär mit einer Prüfung vor der IHK abschließen“, begründet Voß die Beliebtheit des Arbeitgebers Bundeswehr. Und Oberleutnant zur See Daniel Fischer, der mit einem Infomobil deutschlandweit unterwegs ist, ergänzt: „Wir wollen uns nicht nur als Arbeitgeber vorstellen, sondern auch mit den Menschen ins Gespräch kommen, die einfach wissen wollen, was die Bundeswehr heute so macht.“

Da wird die Aufmerksamkeit der Besucher natürlich stets auf das Startgerät für Lenkflugkörper vom Typ Patriot gelenkt, welches durch den aktuellen Nato-Einsatz Active Fence in der Türkei bekannt ist.

Aber auch Verbesserungen in Punkto Sicherheit haben die Soldaten der Öffentlichkeit vorgeführt. So werden die neuesten Schwimmwesten statt mit Trillerpfeife und Lampe nun mit einem Seenotsender versehen, dessen Signal dann von jedem Radar aufgefangen werden kann.

Die Werbeaktion auf dem Neuen Markt hat nicht nur positive Resonanz ausgelöst. Kritik kam vom Kreisverband der Linken. Die Pressemitteilung war mit dem Tucholsky-Zitat „Soldaten sind Mörder“ von 1931 überschrieben.

Wenke Büssow-Krämer

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Stralsund
Das Startgerät für Lenkflugkörper vom Typ Patriot auf dem Neuen Mark zog viele Blicke auf sich.

Zwei Tage lang hat die Bundeswehr auf dem Neuen Markt in Stralsund die Werbetrommel für Jobs im Militär gerührt. Die Linke kritisierte mit dem Tucholsky-Zitat „Soldaten sind Mörder“.

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