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Stralsund Busfahrer lässt 85-Jährigen stehen
Vorpommern Stralsund Busfahrer lässt 85-Jährigen stehen
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00:05 04.10.2016
Die modernen Anhänger der Verkehrsgesellschaft können auch Elektro-Räder transportieren. Quelle: A. Wenning

Werner Nöbel ist schwerbehindert und auf sein Elektro-Faltrad angewiesen. Deswegen fühlte sich der 85-Jährige Bayer auch hilf- und ratlos, als ihm ein Busfahrer während seines Urlaubes im Kreis Vorpommern-Rügen schroff mitteilte, dass er mit diesem Rad den Bus nicht nutzen dürfe, den verdutzten Senior an der Haltestelle auf dem Markt stehen ließ

und ohne Werner Nöbel und sein Elektro-Rad davon fuhr.

„Das Verhalten des Fahrers war nicht korrekt. Er hätte besser Auskunft geben können“, bedauert der Beschwerdemanager der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR), Michael Lang.

Seit 2002 verbringt Werner Nöbel seinen Urlaub in Zingst. Der Fahrrad-Transport auf den Bussen und Schiffen sei ein wesentlicher Punkt seiner Urlaubsentscheidung. Und eigentlich habe es damit bis zu diesem Tag auch nie Probleme gegeben. Nöbel hatte die Fahrpläne studiert und gesehen, dass die Mitnahme von Elektro-Falträdern zwar eingeschränkt ist, dachte aber, dass deren Zahl aufgrund des Gewichts eventuell beschränkt sei. „Aber der Anhänger, auf dem die Räder transportiert werden, war vollkommen leer“, sagt Nöbel. „Ich stand ziemlich verdattert da und wusste nicht, wie ich nun nach Zingst in mein Urlaubsdomizil kommen sollte.“ Besonders ärgerte er sich über die schroffe Art des Busfahrers. Der Senior zückte sein Telefon, rief die Zentrale der Verkehrsgesellschaft an und schilderte seine Situation. „Dort war man sehr freundlich zu mir und informierte mich, dass es an der Art des Anhängers liegt, ob Elektro-Räder transportiert werden können.“ Am anderen Ende der Leitung erklärte ihm Beschwerdemanager Lang weiterhin, dass in zwei Stunden ein Bus komme, der sein Spezial-Rad transportieren könne, weil dieser einen anderen Fahrradanhänger besitze. Nöbel zeigte vollstes Verständnis, verbrachte die beiden Stunden im Ribnitzer Bernsteinmuseum und fragt sich nun: „Warum verweist das Unternehmen im Fahrplan nicht auf die besondere Art der Beschränkung?“

Dazu gibt Betriebsleiter Bernd Ninnemann Auskunft: „Im kommenden Jahr wird das kein Thema mehr sein. Wir ersetzen die beiden Anhänger, die keine Elektro-Räder transportieren können, durch neue.“ Auf den alten Anhängern stehen die schweren E-Bikes zu schräg und laufen Gefahr, bei voller Fahrt vom Hänger zu fallen. Viermal sei es bereits vorgekommen, dass Räder im Straßengraben landeten. „Deswegen gehen wir kein Risiko mehr ein“, sagt Ninnemann.

Warum der Fahrer so schroff reagierte und Nöbel die Situation nicht erklärte, versteht auch der Betriebsleiter nicht. Das Busunternehmen entschuldigte sich bei dem Urlauber. „Außerdem haben wir seine Hinweise ernst genommen und werden das Thema in der nächsten Fahrerschulung besprechen“, sagte Lang.

Carolin Riemer

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