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Chinesen ticken oftmals anders

Franzburg Chinesen ticken oftmals anders

BWL-Student Yibo Min berichtete Franzburger Schülern über seine Heimat.

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Yibo Min stellte den Sch�lern auf sehr unterhaltsame Weise sein Heimatland vor.

Franzburg. Unterricht mal ganz anders, durften diese Woche zwanzig Mädchen und Jungen der Franzburger Martha Müller-Grählert-Schule erleben. Sie hatten vier junge Chinesen zu Gast, die dort für kurze Zeit die Rolle der Englischlehrerin übernahmen.

„Wir wollten den Schülern einfach mal zeigen, wofür es wichtig ist, gut Englisch zu können, erläuterte Catrin Mittag ihre Motivation zu dem Vorhaben. Zusammen mit ihrer Kollegin Andrea Fürst hatte sie sich deshalb an die Fachhochschule Stralsund mit dem Wunsch gewandt, geeignete Studenten nach Franzburg zu lotsen.

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Yibo Min stellte den Sch�lern auf sehr unterhaltsame Weise sein Heimatland vor.

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Das hatte Yibo Min gehört und seinen Kommilitoninnen erzählt. Gern sei er nach Franzburg gekommen, erklärte der 21-Jährige, der normalerweise in der 23-Millionen-Stadt Shanghai Germanistik studiert.

In Stralsund sei er ein Jahr als BWL-Student eingeschrieben, erklärte er. Man sah ihm an, dass es ihm großen Spaß machte, den zumeist zehn Jahre Jüngeren etwas über seine Heimat zu erzählen. Zunächst hielt er auf deutsch einen Vortrag, dann aber wechselte er ins Englische, denn es sollte ja möglichst viel für die Franzburger Schüler dabei herauskommen.

Die hörten interessiert zu, waren an mancher Stelle erstaunt, schmunzelten hier und da und merkten am Ende aber auch, dass die Menschen in China zwar in vielen Dingen anders ticken, im Grunde aber gar nicht soviel anders sind als Deutsche.

Auch in China spielt sich das Leben weitgehend in der Familie ab, erzählte Yibo Min. Eine größere Rolle spielen dort aber die Großeltern, weil sie einen großen Teil der Erziehung ihrer Enkelkinder übernehmen. „Deshalb muss man in China auch den Großeltern immer gehorchen“, sagte Yibo Min.

Anders als bei uns sind dort auch die Essgewohnheiten, erklärte der Student. „In Deutschland isst man Frühstück oder Abendbrot oft kalt. In China ist alles warm“. Und noch etwas hat der 21-Jährige an Unterschieden bemerkt: Die Deutschen duschen lieber morgens, die Chinesen lieber abends. Und wenn Deutsche diskutieren, sind sie offener, wenn es darum geht, ihre Meinung zu sagen. In China drucksen die Menschen lieber herum.

Seit September ist Yibo Min bereits in Stralsund. Hier gefällt es ihm sehr gut, sagte er. Die Franzburger Kinder staunten nicht schlecht darüber, wie gut er bereits Deutsch spricht, und dass es für ihn völlig normal sei, sich auch in englischer Sprache zu unterhalten.

„Genau das war unser Anliegen, betonte Catrin Mittag. Neben der Wissensvermittlung über China sollten die Kinder auch ermuntert werden, mehr fürs Erlernen der Fremdsprache zu tun. Da viele kaum ins Ausland kämen und dort nicht erleben könnten, dass Englisch mittlerweile fast zum Alltag gehört, wollten wir ihnen das auf diese Weise demonstrieren.

Die Stunde mit den chinesischen Studenten hatten sie deshalb auch mit viel Liebe vorbereitet. Neben einer großen Landkarte, auf der die Kinder das Riesenreich ausmachen konnten, gab es sogar noch eine große Überraschung, die auch schmeckte: Es wurde chinesisch gekocht. Reinhard Amler

OZ

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