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Container am Bebel-Ufer verschwunden

Stralsund Container am Bebel-Ufer verschwunden

Ärger um Papier-Müll: Die Chefin der Entsorgungs GmbH räumt Panne ein.

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Öffentlicher Container-Stellplatz in der Wasserstraße. Blaue Großbehälter für Papier wird es künftig immer weniger geben.

Quelle: Jens-Peter Woldt

Stralsund. Panne beim Austausch der Papiercontainer mit den kleineren blauen 240-Liter-Tonnen für die Haushalte: Am August-Bebel-Ufer wurden am vergangenen Freitag die beiden Großbehälter abtransportiert, ohne dass die Anwohner auf die Aktion vorbereitet worden waren.

Einer der Betroffenen ist der parteilose Bürgerschaftsabgeordnete Michael Adomeit (Fraktion Wählergruppe Adomeit). „Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Jetzt haben wir weder Container noch Tonne“, schimpft er am Montagnachmittag am Telefon. Außerdem wisse niemand, wo die neuen Tonnen — drei wird es pro Aufgang mit sechs Wohnungen geben — untergebracht werden sollen.

Auch bei der Wohnungsbaugenossenschaft Volkswerft habe niemand Bescheid gewusst. „Überhaupt, was ist das für ein Quatsch“, poltert Adomeit weiter. Für die Müllmänner bedeuteten die kleineren Tonnen ebenso Mehrarbeit wie für die Mieter, die sie an die Straße bringen müssten. Auch das Vandalismus-Argument lässt der Kommunalpolitiker, der bekannt dafür ist, regelmäßig kleine und größere Missstände anzuprangern, nicht gelten. „Der Container-Platz am Teich war immer aufgeräumt. Gebrannt hat es dort nie“, betont der 56-Jährige.

Heidi Waschki, Geschäftsführerin der Stralsunder Entsorgungs GmbH, räumt den Fehler ein, der bei den Anwohnern des August-Bebel-Ufers den Ärger auslöste. „Es tut uns leid, dass das passiert ist, ein Missverständnis.“ Durch Urlaub und Krankheit bei Mitarbeitern im Unternehmen wäre bei der internen Kommunikation etwas verkehrt gelaufen, begründet sie die Panne und versichert: „Wir werden die Container sofort wieder aufstellen lassen.“

Grundsätzlich verfolgt die Entsorgungs GmbH allerdings auch weiterhin das Ziel, die Altpapierentsorgung so haushaltsnah wie möglich zu realisieren. Das heißt: Die Bürger sollen die Möglichkeit haben, das Papier auf dem gleichen bequemen Weg wie den Restmüll wegzuwerfen. „Seit 2007 sind wir dabei, diesen Plan umzusetzen“, erklärt Heidi Waschki. Die Chef-Entsorgerin ist auch überzeugt davon, dass das eine günstige Lösung ist. „Anfangs sind die Leute oft skeptisch, aber dann davon begeistert, dass sie ihre eigene Papiertonne haben oder sie nur mit den Nachbarn teilen müssen.“

Aber das sei nur einer von mehreren Gründen, die für die haushaltsnahe Entsorgungs-Lösung sprechen. „Es muss zum Beispiel kaum noch nachsortiert werden“, sagt sie. Die großen Behälter seien in der Regel anonym, stünden auf öffentlich zugänglichen Plätzen, damit jeder sie nutzen könne. Das habe leider Undiszipliniertheiten zur Folge. Neben Papier und Pappe werde jeder mögliche Dreck hinein geworfen, der einfach nicht in die blauen Tonnen hinein gehöre.

Außerdem führt Heidi Waschki das Sicherheitsrisiko an. „Immer wieder werden die Papiertonnen auf den öffentlichen Stellplätzen angezündet.“ Das verursache hohe Kosten, die keine Versicherung ersetze.

Auch die Feuerwehr sei nicht erfreut, wegen solchen Unfugs, der durchaus gefährlich sei, auszurücken. Aber schließlich könnten solche Brände auch ganz schnell einmal auf nebenstehende Gebäude oder Autos übergreifen. Dann sei der Schaden noch größer. Und das wolle ganz sicher niemand.

In den vergangenen Jahren wurden bereits rund 3000 Haushalte mit den blauen 240-Liter-Tonnen in Stralsund ausgerüstet. „Wir wollen den Austausch jetzt forcieren“, sagt Heidi Waschki. Ausnahmen werde es natürlich geben, zum Beispiel in der Altstadt, wo die Anwohner keinen Platz haben, um die zusätzliche Tonne auf dem Grundstück unterzubringen. Dort werde es natürlich auch künftig öffentliche Stellplätze mit blauen Papiercontainern geben.

Grundsätzlich gelte aber: Bevor die Großbehälter abgefahren und die kleineren 240-Liter-Tonnen verteilt werden, würde die Entsorgungs GmbH die Hauseigentümer und die Mieter informieren. Das geschehe demnächst dann auch am August-Bebel-Ufer.

Anfangs sind die Leute oft skeptisch, aber dann davon begeistert, dass sie ihre eigene Papiertonne haben oder sie nur mit den Nachbarn teilen müssen.“Heidi Waschki, Chefin

der Entsorgungs GmbH

 

Jens-Peter Woldt

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