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Stralsund DGB in Vorpommern will raus aus der Mindestlohnfalle
Vorpommern Stralsund DGB in Vorpommern will raus aus der Mindestlohnfalle
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00:13 02.05.2018
Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte in Stralsund zur Mai-Kundgebung ganz in Familie in den Bürgergarten eingeladen. Am Rednerpult DGB-Regionsvorsitzender Volker Schulz. FOTOS (2): JÖRG MATTERN
Stralsund

Kaum flächendeckende Tarifverträge in der Region, zu wenig Betriebsräte in den Unternehmen und zu viel Langzeitarbeitslose – dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gehen in Vorpommern die Themen nicht aus, wie Volker Schulz, DGB-Regionsvorsitzender, gestern in seiner Rede zum 1. Mai in Stralsund deutlich machte.

Erstmals feierten die Stralsunder den Tag der Arbeit im Bürgergarten

„In Mecklenburg-Vorpommern werden die geringsten Gehälter deutschlandweit gezahlt“, konstatierte der Gewerkschaftsfunktionär und stellte fest: „Der Mindestlohn kann kein Ersatz für fehlende Tarifverträge sein. Deshalb steht für uns der Einsatz für den Tariflohn an erster Stelle.“

Erstmals hatte der DGB zu seiner traditionellen Maikundgebung gestern in den Bürgergarten am Knieperteich eingeladen. Etwa 300 Stralsunder folgten nach Gewerkschaftsangaben dieser Einladung. Vor ihnen machte Schulz auf die Folgen niedriger Löhne in Vorpommern aufmerksam. „Immer mehr junge Leute ziehe es – gut ausgebildet – zur Arbeit in andere Bundesländer, während hier bei den Unternehmen das Gejammere um fehlende Fachkräfte lauter werde. Auf der anderen Seite liege Potenzial brach, weil die Zahl der Langzeitarbeitslosen in der Region stabil hoch sei“, erklärte Volker Schulz mit Blick auf die aktuelle Arbeitsmarktstatistik. Laut dieser waren Ende April zwischen Arkona, Grimmen und Zingst 2863 Menschen als langzeitarbeitslos erfasst – 27,4 Prozent aller 10441 von Arbeitslosigkeit betroffenen Frauen und Männer.

Schulz’ Forderung: „Qualifizierung ist hier das Mittel der Wahl.“ Für ihn geht es dabei auch um die Würde des Menschen, sein Geld selbst auskömmlich zu verdienen. Eine Chance, die auch flächendeckende Tarife bieten. Der Gewerkschafter appellierte hier an die Politik, dafür entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Eine Forderung, die auch SPD-Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen vernahm. „Den Mindestlohn haben wir jetzt durchgesetzt. Jetzt geht es darum, gerade hier im Nordosten politisch die Weichen dafür zu stellen, dass es mehr tarifvertraglich geregelte Arbeit gibt“, erklärte die SPD-Politikerin und verhehlte nicht: „Vor allem mitgliederstarke Gewerkschaften können dabei viel ausrichten.“

Die Idee des DGB, den Tag der Arbeit an den Knieperteich zu verlegen, war bei Bert Linke auf offene Ohren gestoßen. Für den Betreiber des Bürgergartens steht fest: „So eine Maifeier ist doch die Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen. Das entspricht genau unserem Konzept, die Stralsunder zueinander zu bringen.“

So nutzen vor allem Familien die Chance, dem Können der jungen Artisten des Kinderzirkus Ostsee'O'lini zu applaudieren oder zu einer Bootstour auf DGB-Kosten auf dem Teich sowie die Erbsensuppe aus der Feldküche zu kosten.

Bert Linke und sein Team hatten dafür die Baustelle im Bürgergarten kurzerhand aufgeräumt. „Ab morgen wird weitergearbeitet“, sagt Linke. Bis Ende Mai soll sein neues Konzept für alle Gäste sichtbar sein. Dazu gehört nicht nur der sanierte Pavillon mit dem Ausschank für den neuen Biergarten unter Sonnensegeln. Gebaut werden auch noch Grillecken, wo sich Gäste künftig ihr eigenes Steak mitbringen und braten können.

Jörg Mattern

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