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Darßbahn: Positives Signal aus Berlin

Barth/Velgast Darßbahn: Positives Signal aus Berlin

Konkrete Aussagen zum Baubeginn traf Minister Christian Pegel (SPD) im Forum des Barther SPD-Ortsvereins nicht. Er sei aber so optimistisch wie noch nie, gab er zu. Knapp 100 Zuhörer und Verfechter der Darßbahn kamen zur Diskussion ins Bibelzentrum.

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Von links: UBB-Chef Jürgen Boße, Landrat Ralf Drescher (CDU), Minister Christian Pegel (SPD), Michael Schmidt (SPD), VVR-Chef Hubertus Wegener und Kerstin Klein (SPD) im Bürgerforum um die geplante Darßbahn.

Quelle: Carolin Riemer

Barth/Velgast. Die lang ersehnte Botschaft konnte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) im Forum im Barther Bibelzentrum nicht verkünden. Die Finanzierung für das knapp 100 Millionen Euro teure Darßbahn-Projekt ist noch nicht geklärt, von einem Baubeginn kann vorerst nicht die Rede sein, erklärte er am Donnerstagabend.

 

Positive Gespräche geführt

Dennoch äußerte sich der Verkehrsminister durchweg positiv, wenn er über den geplanten Schienenbau auf der Strecke zwischen Barth und Prerow Auskunft gab. Er sei so optimistisch wie nie. „Ich bin guter Dinge und denke nicht, dass die Darßbahn ausgebremst wird. Doch die Reparatur der A20 bei Tribsees ist derzeit nun einmal auch ein großes Thema.“ Mit dem kommissarischen Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CDU) habe er in den vergangenen Monaten sehr positive Gespräche über die Darßbahn geführt. Nun wolle er der Bundesregierung Zeit lassen, um über die Finanzierung nachzudenken und hofft, bis zum Sommer konkretere Aussagen treffen zu können.

Auf die hartnäckige Frage aus dem Publikum, wann denn mit dem ersten Spatenstich zu rechnen sei, antwortete Pegel: „Wir können nicht zaubern. Allein die Brücke, auf der Autos und Züge fahren sollen, ist ein hochkomplexes Bauwerk. Wenn wir 2024 eine Klappbrücke haben, was ich nicht glaube, wäre das eine Meisterleistung.“ Was denn passiere, wenn nach den Koalitionsverhandlungen ein neuer Minister zuständig sei und ob die Verhandlungen dann wieder bei Null beginnen, sagte er: „Für einen Menschen, den ich noch nicht kenne, kann ich meine Hand nicht ins Feuer legen.“

Die knapp einhundert anwesenden Zuhörer und Verfechter der Darßbahn hatten sich mehr erhofft, sind mittlerweile aber Kummer gewohnt, nachdem sie lange um den Erhalt der Bahnstrecke zwischen Velgast und Barth kämpfen und zittern mussten. Und so wagten sie trotzdem mit dem Chef der Usedomer Bäderbahn und Landrat Ralf Drescher einen Blick in die Zukunft. Ein Verkehrsverbund müsse her, darin waren sich alle Anwesenden einig. Christian Pegel schlug vor, dass so ein Verbund durch eine Erhöhung der Kurabgabe finanziert werden könne und erntete dafür Applaus. Werde die Kurabgabe erhöht und das Geld in einem Topf gesammelt, könnten Urlauber Bus und Bahn kostenlos nutzen. Pegel betonte auch, dass er wenn die Darßbahn kommen sollte, nicht Konkurrenz fahren wolle. „Bus und Bahn dürfen sich nicht gegenseitig die Fahrgäste wegnehmen. Wir brauchen eine gemeinsame Linie und aufeinander abgestimmte Fahrpläne“, sagte er. Ein Satz, dem der an diesem Abend sehr stille Chef der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen, Hubertus Wegener, nur mit einem Kopfnicken zustimmen konnte.

Kuhn erntet größten Applaus

Den meisten Applaus des Abends konnte jedoch Andreas Kuhn, Bürgermeister von Zingst und Landrats-Kandidat, für sich verbuchen. Die Lacher hatte er auf seiner Seite als er scherzte: „Dass ich mal bei einer SPD-Veranstaltung in der ersten Reihe sitze, hätte ich auch nie für möglich gehalten.“ Kuhn als großer Befürworter der Darßbahn traf den Nerv der Zuhörer als er von einem „bis zum Himmel schreienden Arbeitskräfteproblem auf Fischland-Darß-Zingst“ sprach und dass sie den Menschen versichern müssten, nach der Arbeit wieder nach Hause zu kommen – entweder ohne Stau per Auto oder mit Bus und Bahn. Gerd Scharmberg, Bürgermeister in Born, appellierte dass auch die Gemeinden hinter Prerow von der Darßbahn Nutzen tragen würden, dass man jedoch auf gegenseitige Schuldzuweisungen verzichten und mit einer Zunge sprechen müsse – eine Andeutung auf den gescheiterten Zweckverband „Maritimer Lückenschluss“ und dass sich einige Gemeindevertreter aus Pruchten vehement gegen den Bau der Darßbahn aussprechen. Von der Möglichkeit, einen gemeinsamen Verkehrsverbund aus der Erhöhung der Kurabgabe zu finanzieren, zeigten sich Scharmberg und Kuhn aufgeschlossen: „Wer am meisten von der Bahn profitiert, muss natürlich auch am meisten für sie zahlen“, sagte Kuhn. Barths Bürgermeister und ebenfalls Landrats-Kandidat, Stefan Kerth, war an diesem Abend nicht anwesend und ließ sich aufgrund eines lange geplanten Familienurlaubs entschuldigen.

Carolin Riemer

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