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Das Meeresmuseum wird umgestaltet

Stralsund Das Meeresmuseum wird umgestaltet

Die Besucher sollen künftig auf dem Rundgang durch die Ozeane entlang des Äquators geführt werden

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Die Stahlkonstruktion, die in den 70er-Jahren von Mitarbeitern der Volkswerft gebaut wurde, soll in der Katharinenhalle erhalten bleiben.

Stralsund. Das Meeresmuseum im Katharinenkloster in Stralsund soll bis zum Frühjahr 2022 komplett umgebaut werden. Der Kaufmännische Direktor des Hauses, Andreas Tanschus, stellte gestern Abend den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses der Bürgerschaft die Vorstellungen über die Zukunft des Museums vor.

 

OZ-Bild

Das berühmte Walskelett in der Klosterhalle soll auch künftig im Meeresmuseum zu bewundern sein. Fotos (2): Christian Rödel

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Danach sollen die Besucher in den Aquarien künftig das Leben in den Ozeanen der Erde entlang des Äquators bestaunen können. Die Reise beginnt in einem ganz neuen zylinderförmigen Becken, das vom zweiten Stock bis hinunter in den Keller reicht und die Unterwasser-Flora und -Fauna der Azoren zeigt. Im Zentrum wird sich ein Fahrstuhl befinden, von dem aus vielleicht sogar Blauhaie bestaunt werden können. Die Reise geht weiter über die Karibik durch den Panamakanal zur Küste vor Kalifornien, nach Hawaii, Tahiti, zum Australischen Barriereriff und die südostasiatischen Gewässer durch den Indischen Ozean zum Arabischen Golf und hinein in das Rote Meer. Dazu werden die bestehenden Aquarien umgebaut.

Die Dreigeschossigkeit in der Katharinenhalle mit der Stahlgitterkonstruktion, die von der Volkswerft in den 70er-Jahren gebaut wurde, soll erhalten bleiben. Tanschus: „Ich kenne keine Konstruktion, die mit so viel Leichtigkeit so viel Fläche schaffen kann. Es gibt nichts Besseres.“ Inhaltlich wird die Ausstellung allerdings verändert. Wiederfinden werden sich jedoch Themen wie Meeresboden, Meeresungeheuer, Fischerei oder die Nutzung der Ressourcen der Ozeane. Unangetastet bleiben das Finnwalskelett im Chor der Katharinenhalle und die einzigartige Vitrine mit dem Korallenpfeiler. Es gibt die Idee, drei weitere Vitrinen dieser Art zu installieren. Sie könnten die Tiefsee, die Polarregion oder das Freiwasser darstellen. Bestandsschutz hat die Lederschildkröte Marlene.

Das Foyer wird großzügig gestaltet in das Forum Meeresmuseum (die ehemalige Turnhalle der Ernst-Moritz-Arndt-Schule) verlegt und auf einen Teil des Nordhofes erweitert, der ebenfalls umgestaltet werden soll. Gedacht wird am Ende des Kreuzgangs des Katharinenklosters, in dem sich jetzt noch Präparationswerkstätten befinden, an ein 360-Grad-Kino. Das gesamte Museum wird komplett barrierefrei.

Insgesamt fließen 30 Millionen Euro in den Umbau der Ausstellung im Katharinenkloster. Die Hälfte davon stellt der Bund zur Verfügung. Die Summe war ursprünglich für die Erweiterung des Ozeaneums vorgesehen. Das Projekt war jedoch wegen schwacher Gewinnaussichten gescheitert. Die Bundestagsabgeordneten Sonja Steffen (SPD) aus Stralsund und Eckhardt Rehberg (CDU) aus Marlow haben im Haushaltsausschuss des Bundestages anschließend gemeinsam dafür gesorgt, dass das Geld nicht für Stralsund verloren geht und für das Meeresmuseum genutzt werden kann. Die ursprünglich von der Stadt eingeplanten fünf Millionen Euro werden nicht benötigt, erklärte Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) gestern.

Nächstes Jahr soll ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. Baubeginn könnte im September 2019 sein. Im Frühjahr 2020 müsste das Museum für den Umbau schließen. Es wird darüber nachgedacht, einige Exponate im Nautineum auf dem Dänholm oder im Ozeaneum zu zeigen. Tanschus nannte den 6. Mai 2022 als Datum für die Wiedereröffnung.

Tradition seit 65 Jahren

Im Sommer 1951 wurde das Natur-Museum im Katharinenkloster in Stralsund eröffnet. Gründer und erster Direktor war Otto Dibbelt. Gezeigt wurden Terrarien mit heimischen Amphibien und Reptilien sowie Aquarien

mit Tieren aus der Ostsee.

Zum Museum für Meereskunde und Fischerei wurde es von 1957 an unter Leitung seines neuen Direktors Sonnfried Streicher umgestaltet und gleichzeitig erweitert. 1966 folgte die

Umbenennung in Meereskundliches Museum Stralsund.

Die ehemalige Klosterkirche erhielt Anfang der 70er-Jahre ein stählernes Strebewerk, woduch für die Ausstellung mehrere Etagen möglich wurden. Der Erweiterungstrakt des Meeresaquariums mit einem 50000 Liter

und einem 30000 Liter fassenden

Becken wurde 1984 eröffnet.

Die Meeresschildkröten erhielten

Anfang 2004 ein wesentlich größeres Aquarium mit einem Fassungsvermögen von 350000 Litern in einem Neubau auf dem Hof des Museums.

Jetziger Direktor des Deutschen Meeresmuseums ist seit 1995 Harald Benke. Weitere Ausstellungen befinden sich im Ozeaneum (seit 2008/Hafeninsel), Nautineum (seit 1999/Dänholm) und Natureum (seit 1991/Darßer Ort).

Jens-Peter Woldt

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