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Stralsund Das Werkzeug fest in der Hand

In Stralsund öffneten 22 Unternehmen und Betriebe am Girls Day ihre Türen und gewährten Mädchen ab der 5. Klasse einen Blick hinter die Kulissen.

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Thomas Meller ist Kapitän der MS „Altefähr“ und erklärt seinen Beruf beim Girls Day. Seit 1992 ist er in der Schifffahrt tätig.

Stralsund. Ein Tag, an dem die Mädchen im Mittelpunkt stehen, das ist der Girls Day. Seit 16 Jahren öffnen an diesem Tag Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Die Mädchen lernen dort Ausbildungsberufe und Studiengänge in der Informationstechnik, dem Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen.

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In Stralsund öffneten 22 Unternehmen und Betriebe am Girls Day ihre Türen und gewährten Mädchen ab der 5. Klasse einen Blick hinter die Kulissen.

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Kurzum in den Bereichen, in denen Frauen noch immer selten vertreten sind. Oder sie begegnen weiblichen Vorbildern in Führungspositionen aus Wirtschaft und Politik.

In Stralsund haben die Mädchen gestern die Chance gehabt, aus 22 Unternehmen oder Betrieben ihre Auswahl zu treffen. Sozusagen mit an Bord war erstmals die Weiße Flotte. Deren Mitarbeiter hatten unter anderem eine Hafenrundfahrt auf dem Motorschiff „Altefähr“ organisiert. „Wir wollen unterstützen, dass Frauen in seemännischen Berufen tätig werden“, sagt Tina Winterstein von der Weißen Flotte und sechs Mädchen zwischen zwölf und 13 Jahren aus verschiedenen Schulen nutzten das Angebot. „Wir beschäftigen bereits zwei Schiffsführerinnen in Berlin im Bereich der Binnenschifffahrt“, führt sie weiter aus. Da ist also noch etwas Luft nach oben, wie sie findet.

Zwar hat keine der Schülerinnen den Wunsch Schiffsführerin zu werden, doch sie waren alle neugierig auf einen Blick hinter die Kulissen. Die 13-jährige Nicole Verwiebe von der Regionalen Schule „Marie Curie“ hat eine klare Antwort, warum sie beim Girls Day dabei ist: „Mal gucken, was die Männer machen.“

Einer dieser Männer ist Thomas Meller, seit fünf Jahren Kapitän der „Altefähr“. Er erklärte den Schülerinnen, wie er zu seinem Beruf kam und was die Aufgaben eines Binnenschiffers sind. Doch das Spannendste war, als die Mädchen selbst einmal ans Steuer durften. Das war nicht nur mit viel Gekicher verbunden, sondern wurde auch zu einer schaukeligen Angelegenheit.

Weil die Resonanz im vergangenen Jahr gut war, entschlossen sich auch die Stralsunder Möbelwerke erneut, Mädchen hinter die Kulissen schauen zu lassen. „In erster Linie wollten wir den Beruf des Holzmechanikers vorstellen“, erklärt Jan Schattschneider und fügt mit einem Lachen hinzu: „Das ist sozusagen der moderne Tischler.“

Derzeit gibt es bei den Möbelwerken neun Auszubildende, vier von ihnen sind Mädchen. Katharina Wenk, die im ersten Lehrjahr ist, gehört zu ihnen. Sie nahm sich gestern die Zeit, um den Schülerinnen ihre Arbeit zu zeigen. „Ich wollte einen Beruf mit Zukunft und wollte gern ins Handwerk“, sagt die 21-Jährige. An ihrer Seite steht die Achtklässlerin Johanna Hähnel und bearbeitet eine Holzplatte.

Warum sie sich entschieden hat, den Tag bei den Möbelwerken zu verbringen? Johanna überlegt nur kurz und sagt dann lachend: „Weil ich gern mit Holz arbeite und schnitze.“ Doch eigentlich ist der Berufswunsch der Hansa-Gymnasiastin ein ganz anderer: „ich möchte Ärztin oder Biologin werden.“ Doch das hat ja auch jede Menge mit Naturwissenschaften zu tun.

Ein Stück weiter schraubt Jasmin Memedovski mit dem Azubi Max Lessing Tische zusammen. Auch wenn bei Jasmin, die die 9. Klasse der Marie-Curie-Schule besucht, schon feststeht, dass sie Erzieherin werden möchte, findet sie die Möglichkeit gut, sich auszuprobieren. „Im vergangenen Jahr war ich bei einem Maler. Es ist einfach toll, dass wir mit dem Girls Day viel Neues kennenlernen können.“

Von Miriam Weber und Isabelle Bendig

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