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Stralsund Das sind die Stars beim Seglarträff
Vorpommern Stralsund Das sind die Stars beim Seglarträff
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00:00 02.08.2016
Die „Eye Of The Wind“ vor der Stralsunder Kulisse im Jahr 2012. Jetzt kommt die Brigantine zum Seglarträff. Quelle: Frank Burchett

Die Hansestadt lädt am kommenden Wochenende zum 3. Seglarträff ein. Am Donnerstag werden die ersten Windjammer im Hafen erwartet. Auf mindestens zehn Traditionsschiffen können Interessenten mitsegeln. Wolfgang Michallik, Organisator und Chef der Veranstaltungsagentur Basic Events: „Darüber hinaus bieten wir auf der Steinernen Fischbrücke ein kulturelles Programm an.“ Eingebunden in die Veranstaltung ist zum Beispiel ein Shanty-Chor-Treffen am Samstagnachmittag. Anlass ist das zehnte Jubiläum der Prohner Hafengäng. Donnerstagabend ist die Band Karussell zu Gast.

Seefahrt wir vor hunderten Jahren: Am Wochenende kommen zehn Windjammer nach Stralsund, auf denen mitgesegelt werden kann.

Das Wort Seglarträff kommt aus dem Schwedischen und heißt nichts anderes als Seglertreff. Die Schreibeweise haben die Organsiatoren gewählt, um an die lange gemeinsame Geschichte der Hansestadt und des skandinavischen Königreichs zu erinnern.

Tickets zum Mitsegeln gibt es unter anderem online. Kleiner Tipp: Wer die Vorverkaufsgebühr sparen will, sollte allerdings in der Tourismuszentrale am Alten Markt vorbeischauen.

Sogar für Hollywood im Einsatz

Die „Eye oft the Wind“ lief 1911 als Neubau eines Gaffelschoners in der Lühring Werft an der Unterweser vom Stapel und wurde auf den Namen „Friedrich“ getauft. 1924 wurde das Schiff nach Schweden verkauft und tat seinen Dienst als Frachter in Nord- und Ostsee unter dem Namen „Merry“. Nach einem Feuer, das fast das gesamte Achterschiff vernichtete, wurde das Frachtschiff 1973 in England zum Rahsegler umgebaut. Es entstand ein Segelschiffsjuwel, das auf der Welt seinesgleichen sucht. Seine imposante Erscheinung erregte auch in der Filmbranche Aufmerksamkeit, und so durchkreuzte der Großsegler schon mehrmals die Gewässer bei Filmsets großer Hollywood-Produktionen. Namhafte Hollywood-Stars wie Brooke Shields und die beiden Oscar-Preisträger Tommy Lee Jones und Jeff Bridges nahmen auf dem Schiff das Steuerrad in die Hand.

• www.eyeofthewind.net/de

Nachvollziehbar: Ein Biertransporter namens „Hoffnung“

Die „Hoffnung“ lief 1919 in der Eisengießerei Münter in Anklam vom Stapel. Über 40 Jahre (bis 1990) lang belieferte sie die Insel Hiddensee unter anderem mit Getränken und erhielt im Volksmund den den Namen „Bierkutscher“. 2004 wurde sie als Schrotthaufen aufgekauft und ist seit 2008 als Traditionsschiff wieder seetüchtig und nimmt jedes Jahr an verschiedenen Traditionsschiffstreffen teil.

• www.museumshafen-greifswald.de

Vom Fischkutter zum Gaffelschoner

Die „Vorpommern“ lief 1950 als Fischkutter vom Stapel und wurde nach 1993 bis 1996 zum Gaffelschoner umgebaut und liegt seitdem im Museumshafen Greifswald. Eine 135 PS starke Maschine treibt die „Vorpommern“ bei Flaute voran. Unter Anleitung der Stammbesatzung werden die Mitsegler bei allen Arbeiten an Bord mit einbezogen. Platz ist immerhin für 22 Mitsegler.

• www.sozialarbeit-vorpommern.de

Nachbau eines Handelsschiffes der Hanse aus dem 15. Jahrhundert

Die „Lisa von Lübeck“ wurde zwischen 1999 und 2004 von rund 350 Helfern gebaut. Nachempfunden ist sie einem Kraweel, also einem Handelsschiff der Hanse aus dem 15. Jahrhundert.

Dieser Schiffstyp löste zu jener Zeit die Koggen ab. Kraweele waren größer und hatten drei Masten, Koggen nur einen. Beim Seglarträff können Personen mitsegeln und an einer Bierverkostung teilnehmen.

• www.hanseschiff-luebeck.de

Aus dem Programm

Donnerstag

Den ganzen Tag: Die Segelschiffe werden an der Steinernen Fischbrücke erwartet.

19 Uhr: Film 40 Jahre Karussell, anschließend Konzert mit der legendären Band.

Freitag

19.30 Uhr: Blues und Blues-Rock mit der Band Offshore von der Insel Rügen

Sonnabend

13 Uhr: Treffen der Shantychöre aus ASnlass des zehnten Gründugsjubiläums der Prohner Hafengäng. Neben den Gastgeber sind dabei: Breitlings aus Rostock, Shantychor Karlshagen, De Prerower Stromer, Shantychor Berlin und die Blowboys aus Rostock.

20 Uhr: Konzert mit Boogieman’s Friends, Rockin’ Blues & Boogie Woogie

Sonntag

15 Uhr: Diexie Und Jazz mit J & M

20 Uhr: Tonabnehmer präsentieren Lieder über Insel, Wasser und Schiffe.

• www.seglartraeff.de

Ausflüge unter braunen Segeln

Der „Schwart Johann“ ist ein prächtiges Zeesboot, das 1901 in Barth erbaut wurde und heute seine Heimat in der wunderschönen Hansestadt Stralsund hat. Zeesenboote, auf plattdeutsch Zeesboote, zeichnen sich durch einen breiten Rumpf aus und sind für relativ geschützte, flache Gewässer bestens geeignet. Deshalb befährt der „Schwart Johann“ mit seinen braunen Segeln nun schon seit vielen Jahren die Gewässer vor Rügen. Durch die Hände vieler Helfer wurde das Boot 2000 und 2013 liebevoll restauriert. Die Besatzung, bestehend aus zwei Mann, kennt die Gewässer wie ihre Westentasche und nimmt gerne Gäste mit auf einen erlebnisreichen Segeltörn.

• www.braune-segel.de

Alter dänischer Zementtransporter

Die „Sarpen“ ist ein Gaffelschoner, der unter schwedischer Flagge fährt. Ursprünglich im Jahre 1892 unter dem Namen „Freya“ in Dänemark gebaut, transportierte sie bis in die 1960er-Jahre hinein Zement von der kleinen dänischen Insel Arä zum Festland. Bereits 1963 wurde sie von Simrishamns Scout gekauft, renoviert und seitdem als Bildungs- und Ausbildungsschiff genutzt.

Das Schiff ist 26 Meter lang und kann bis zu 26 Passagiere mit an Bord nehmen.

• www.sarpen.nu

Jung, und doch schon etwas älter

Die „Hoppet av Brantevik“ ist eines der jüngsten Traditionsschiffe und doch schon etwas älter. Der Bau des Replikates der dänischen Postjagt „Castor“ von 1867 erfolgte zwischen 1997 (Kiellegung) und 2001 (Stapellauf) im Hafen von Brantevik, Schweden. Der Name Hoppet bedeutet übersetzt aus dem Schwedischen Hoffnung. Bei den Ausfahrten zum Säglarträff haben an Bord bis zu 20 Mitsegler Platz.

• www.jaktenhoppet.com

Auf einem ehemaligen Haikutter den Strelasund erobern

Die „Hanne Marie“ wurde 1919 auf Fanø (Dänemark) als Haikutter gebaut. Bis in die 1970er-Jahre war das Schiff als Fischfänger in dänischen Diensten. 1980 kauften drei Bielefelder Studenten das Schiff und erneuerten es. Als es 1990 wieder in Fahrt ging, hatte sich nicht nur die Welt verändert. Aus dem Schiff für die große Reise war eine hübsche Gaffelketsch geworden, mit der jetzt Neugierige das vergangene Seemannsleben nachempfinden können. Der Heimathafen ist Greifswald.

• www.hanne-marie.de

Über 40 Jahre lang „Sachsenpresse“ auf dem Darß

Die „Erna“ ist ein Schiff mit holländischen Wurzeln. Sie kam Ende der 1940er-Jahre an die Küste von MVund tat dort bis Anfang der 60er-Jahre ihren Dienst. Danach lag sie als „Sachsenpresse“ 40 Jahre lang auf dem Darß in Wieck im Hafen. Den Namen erhielt sie im Volksmund wegen des Ausbaus von drei Ferienwohnungen an Bord. Und da an der Ostsee-Küste damals jeder Urlauber, der aus der Gegend südlich von Berlin kam, als Sachse galt und die Unterkünfte auch recht klein und eng gehalten waren, entstand der Begriff „Sachsenpresse“. Seit 2008 hat der Verein „Erna – Alte Schiffe in Vorpommern“ das Schiff wieder aufgebaut. Altefähr ist der Heimathafen.

• facebook.com/ErnaVorpommern

Jens-Peter Woldt

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