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Defizit: Hafenmuseum funkt SOS

Sassnitz Defizit: Hafenmuseum funkt SOS

Sassnitzer sollen über den Fortbestand der musealen Einrichtung entscheiden

Sassnitz. „Rettet die Havel!“ Seit Jahren sammeln Mitglieder des Fördervereins des Fischerei- und Hafenmuseums Sassnitz schon Spenden, um den zur musealen Einrichtung gehörenden Kutter namens „Havel“ erhalten zu können, der seinen Liegeplatz unmittelbar vor dem Museum im Stadthafen hat. Jetzt braucht auch das Museum einen Rettungsring. Es funkt SOS, ist — bildlich gesprochen — finanziell in schwere See geraten. Der Haushaltsplan für den Museumsbetrieb weist für 2016 ein enormes Defizit aus. Ein „Loch“ von mehr als 86000 Euro ist zu stopfen.

„Allein auf der Grundlage der vorliegenden Zahlen würde ich die sofortige Schließung des Museums beantragen“, brachte Stadtvertreter Peter Kordes die dramatische Situation im Fachausschuss für Kultur und Soziales auf den Punkt. Wer gleicht das Defizit aus? Wie geht es weiter mit dem Museum? „Viele scheinen gar nicht zu wissen, dass es nicht Aufgabe des Museums-Fördervereins ist, dieses Loch zu stopfen. Die Stadt steht in der Pflicht. Denn sie ist Eigentümerin des Museums“, betonte Vereinsvorsitzender Andreas Pfaffe.

Zumindest dieses Jahr sieht Ausschussvorsitzender Norbert Benedict das Museum gerettet. „Die Stadtvertreter haben im nichtöffentlichen Teil ihrer letzten Sitzung besprochen, dass die Stadt das Museum in diesem Jahr stützen wird“, informierte er. Der Betrag sei im Doppelhaushalt für 2016/17 eingeplant. Diese Stütze ist aber nur ein Rettungsring, der kurzfristig das Überleben sichert, gab Siegfried Adelsberger, Chef der Hafenbetriebs- und Entwicklungsgesellschaft Sassnitz (HBEG), zu bedenken. Die HBEG, hundertprozentige Tochtergesellschaft der Kommune, sichert als Dienstleister den Museumsbetrieb ab. Dafür hatte bis 2010 der Förderverein den Hut auf, konnte es aber nicht mehr leisten. Deshalb übernahm die Stadt das Museum vom Verein und gründete einen Stiftungsrat, der das Sagen hat. In der Übernahmevereinbarung wurde festgeschrieben, dass die Stadt alle Möglichkeiten prüfen werde, einen Fehlbedarf auszugleichen, sollte der Betrieb des Museums nicht kostendeckend sein.

Die Situation hat sich seit der Übernahme zugespitzt. „Personalkosten werden heute nicht mehr gefördert. Zwischenzeitlich wurde der Mindestlohn eingeführt“, so Siegfried Adelsberger. Die HBEG habe versucht, gegenzusteuern. Als Angestellte des Unternehmens sind die fünf Museumsmitarbeiter nur zu reduzierten Arbeitszeiten beschäftigt. Zudem müsse der Museumskutter personell abgesichert werden.

Dessen Besuchszeiten seien bereits reduziert worden.

„Fakt ist, dass selbst durch gravierende Veränderung der Ausstellung auch langfristig nie mehr als rund 8000 Gäste das Museum im Jahr besuchen werden“, ist Adelsberger sicher. Seit Übernahme durch die Stadt wurde die Schau bereits moderner und multimedial gestaltet. „Wir brauchen trotzdem neue Ideen für die Zukunft“, unterstrich Peter Kordes. „Wir haben ein Jahr Zeit, Ideen zu sammeln“, sagte Norbert Benedict vor dem Hintergrund der Museumsförderung für 2016. Als Ideenpool sah er den Stiftungsrat. Udo Burwitz

 



OZ

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