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Stralsund Dem Himmel ein Stück näher
Vorpommern Stralsund Dem Himmel ein Stück näher
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00:00 28.07.2018
Stralsund

Es ist nicht ganz der höchste Punkt der Nikolaikirche, aber die Höhe, in der derzeit auf dem Kirchenschiff gearbeitet wird, ist trotzdem imposant. Im Moment laufen dort die Sanierungsarbeiten des achten und neunten Jochs. „Das bedeutet, dass wir maßgeblich die Dachhaut sanieren“, erklärt Architekt Burkhardt Eriksson.

Derzeit laufen wieder Bauarbeiten in der Nikolaikirche / Zwei Joche werden saniert / Bis Ende des Jahres soll die Maßnahme beendet sein

Wer einmal zur Kirche empor geschaut hat, der sieht, wie aufwändig und anstrengend diese Sanierung ist. Lange Leitern liegen am Dach des Schiffs, auf denen die Kupferklempner auf und ab klettern, da wird einem schon beim Zuschauen schwindelig. Die Klempner sind damit beschäftigt, neue Kupferscharren anzubringen. Bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen blenden die Scharren nicht nur ungemein, sondern dort oben entsteht durch die Reflektion eine enorme Hitze. „Wir haben manchmal um die 60 Grad“, sagt der Architekt.

Noch glänzen die Scharren zwar, aber schon nach wenigen Tagen bildet sich eine Patina. Allerdings wird sie nicht mehr dieses unverwechselbare Grün haben wie einst, „dafür ist unsere Luft mittlerweile zu sauber“, sagt Burkhardt Eriksson und fügt hinzu: „Die Scharren sind übrigens aus recyceltem Kupfer.“ Auch das alte Kupfer wird zur Wiederverwertung gebracht.

Mit einer Falztechnik werden die Scharren miteinander verbunden. Befestigt sind sie so, dass das Material noch arbeiten kann, ohne dass Risse oder Brüche entstehen. Denn nötig geworden war die Sanierung, weil Wasser durch das Dach lief. „In den 70er-Jahren wurde das letzte Mal etwas an dem Dach gemacht“, erklärt Pastor Dietmar Mahnke. Doch so einen Bau saniert man nicht mal eben so. Seit 2011 wird am Dach der Kirche Schritt für Schritt gearbeitet. Mit dem jetzigen Bauabschnitt wurde im Frühjahr begonnen, in diesem Jahr soll er noch beendet werden.

„Grundsätzlich macht es nur Sinn, das Dach zu sanieren, wenn auch die Dachkonstruktion darunter in Ordnung ist“, erklärt der Architekt. Und da gibt es für die Mitarbeiter der Firma Bau GmbH Langner einiges zu tun, um diese wieder instand zu setzen. „Wir haben Probleme mit Fäulnis im Holz und an zwei Stellen mit Hausschwamm. Einige Deckenbalken müssen erneuert werden.“ Das hört sich jedoch einfacher an als es ist. „Die Schwierigkeit ist es, trockenes Holz zu bekommen. Da es technisch getrocknet werden muss, kann die Wartezeit darauf schon mal vier bis sechs Wochen betragen“, erklärt der Architekt. Die gesamte Dachkonstruktion besteht aus Kiefernholz. „Das ist ein besonderer Arbeitsplatz“, sagt Firmenchef Andreas Langner. „Zwar sind wir von Anfang an dabei, aber in solchen Höhen zu arbeiten und den fantastischen Ausblick zu genießen, das hat schon was.“

Zu diesem Bauabschnitt gehört dazu, dass die Obergardenfenster ebenfalls restauriert werden. Sie werden ausgebaut und in einer speziellen Werkstatt in Berlin neu aufgebleit. „Das bedeutet, dass die Bleirauten in den Fenstern neu gemacht werden“, erklärt Burkhardt Eriksson. „Das Fensterglas bleibt selbstverständlich erhalten.“ Auch die kleinen Gauben erhalten eine neue Abdeckung und eine neue Lukentür.

600000 Euro kostet die Sanierung der beiden Joche auf beiden Seiten. „Das geht natürlich nur mit breiter Unterstützung“, sagt Pastor Mahnke. Ein riesiger Brocken von fast 50 Prozent der Summe wird über Städtebaufördermittel gestemmt. Die Kirchengemeinde, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Kirchenbaustiftung und der Förderverein von St. Nikolai haben ebenfalls mit finanziert.

„Weitere Fördermittel sind in Aussicht gestellt. Vielleicht schaffen wir damit dann das letzte Stück, den Chor“, hofft Burkhardt Eriksson. Doch das ist noch Zukunftsmusik und erst für 2020/21 eine realistische Idee. Bei der Fertigstellung sind dann insgesamt etwa drei Millionen Euro in die Sanierung investiert worden.

Doch ein Ende ist damit noch nicht in Sicht. „An so einem historischen Bau gibt es faktisch immer etwas zu tun“, sagt Pastor Mahnke und Burkhardt Eriksson pflichtet ihm bei. „Der Dachreiter zum Beispiel. Der ist immer nur repariert worden und hat schon 200 Jahre auf dem Buckel – nur eine von unendlich vielen Baustellen.“

Rats- und Pfarrkirche

St. Nikolai ist die älteste Kirche der Stadt. Baubeginn war bereits mit Verleihung des Stadtrechts 1234, doch die Bauzeit der heutigen Kirche wird von 1270 bis 1350 angegeben.

Der Turm der Kirche misst 103 Meter.

Seit 2011 wird das Dach der Kirche abschnitssweise saniert. In diese Bauarbeiten werden insgesamt rund 3 Millionen Euro investiert.

In der Nikolaikirche steht die Buchholz-Orgel, die im Jahr 1841 gebaut wurde und nach der Wende umfangreich saniert wurde.

Miriam Weber

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