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Stralsund Den Winter jetzt schnell wegpolieren
Vorpommern Stralsund Den Winter jetzt schnell wegpolieren
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00:00 03.04.2014
Alf Babendererde aus Hamburg hat seit acht Jahren seinen Liegeplatz am Sund. Die „Pinguin“ soll schnell ins Wasser. Fotos (3): Miriam Weber

Kaum kitzeln die ersten warmen Sonnenstrahlen, hält die Wassersportler nichts mehr. Schleifmaschinen rotieren, es riecht nach Kunstharz, die Farbrolle wird geschwungen. Ob an den Bootsschuppen auf dem Dänholm oder den Liegeplätzen in der Stadt und Umgebung — überall haben es die Segler eilig, ihre Boote bald ins Wasser zu bringen.

„Es ging in diesem Jahr zeitig los“, sagt Philipp Schaich von der gleichnamigen Bootswerft. „Das magische Datum ist der 18. April, alle Segler wollen möglichst vor Ostern ins Wasser.“ Mit seinen zwei Gesellen und zwei Lehrlingen hatte er den ganzen Winter gut zu tun, musste nun aber noch einmal eine ordentliche Schippe obendrauf packen. „Wir hatten allein 25 Boote im Winterlager, die jetzt für die Saison fertig werden sollen“, sagt der Bootsbaumeister und Yachtdesigner. „Da müssen alle richtig ranklotzen.“ Lackierungen, Teakdecks verlegen, verschiedene Kunststoffschäden ausbessern, Gelcoat-Reparaturen — all das steht auf dem Plan. Als Traumprojekt bezeichnet er die Arbeit an der „Bird of Dawning“, einer 12,50 Meter langen Lütje-Yacht. „Wir haben das Teakdeck komplett erneuert“, sagt Philipp Schaich.

Auch bei der Bootswerft Thomzik herrscht auf dem Gelände reges Treiben. „Im Freilager stehen 73 Boote“, weiß Tilo Thomzik. Die ersten Segler haben bereits im Februar angefangen, etwas an ihren Booten zu machen. In drei Wochen werden die meisten Boote in einer großen gemeinsamen Aktion ins Wasser gekrant. „Bis dahin muss ich fertig sein“, sagt Dirk Kwasny, der an Bord der „Slocum“ das Deck neu machen möchte. „Mal sehen, ob ich alles Geplante schaffe“, sagt er und schaut auf eine frisch laminierte Stelle.

Zu den ersten, die am Boot arbeiteten, gehörte Tobias Wassermann aus Potsdam. Seit vier Wochen ist er dabei, seine „Maupiti Nui“, benannt nach einer Insel im polynesischen Meer, für den Sommer fit zu machen. „Im Mai soll‘s ins Wasser gehen“, schaut der 33-Jährige voraus. Das Unterwasserschiff muss gestrichen, das Deck lackiert werden und eine neue Ankerwinde soll auf das Schiff.“

Seit zehn Jahren hat Tobias Wassermann seinen Liegeplatz am Sund. „Es ist einfach das schönste Segelrevier“, erklärt er. Da kann Alf Babendererde nur zustimmen. Der Hamburger kommt seit acht Jahren nahezu jedes Wochenende in die Hansestadt, um mit seinem 30er- Seekreuzer „Pinguin“ rauszufahren. Doch zuvor muss der Mahagonirumpf des Bootes noch einmal überarbeitet werden. „Das Wichtigste ist, dass das Holzschiff so schnell wie möglich ins Wasser kommt“, sagt er. „Alles, was an Decks- oder Innenarbeiten anfällt, kann dann gemacht werden.“

Das magische Datum ist Ostern.“Philipp Schaich, Bootsbaumeister



Miriam Weber

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