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Der „Graureiher“ bekommt ein festes Steinzeitlager

Nehringen Der „Graureiher“ bekommt ein festes Steinzeitlager

150 000-Euro-Projekt kann dank EU-Fördergeld realisiert werden

Nehringen. Ein festes Steinzeitlager soll in diesem Jahr auf dem Gelände des Jugendgästehauses „Graureiher“ in Nehringen gebaut werden. „Wir werden noch in diesem Monat die Baugenehmigung beim Landkreis beantragen“, erklärt Anke Ehrecke, Geschäftsführerin des Vereins „Storchennest“ in Niepars, der die Einrichtung in Nehringen betreibt. Rund 150000 Euro soll die massive, steinzeitliche Siedlung kosten. Der Löwenanteil kommt aus dem EU-Förderprogramm Leader. Der Verein bezahlt unterm Strich 44000 Euro. „Im Mai könnten wir die Arbeiten ausschreiben“, sagt die Vereinschefin. Eine Fertigstellung bis zum Oktober sei realistisch.

Geplant seien unter anderem vier Pfahlbauten, für die Eichenpfähle eingerammt werden sollen. Vier verschiedene „Sippen“, die Aufgaben wie Werkzeugherstellung, Feuer machen, Kleidung nähen und Essen kochen übernehmen, könnten dann während der Zeit des Lagers darin hausen. Angelegt werden sollen auch eine Höhle inklusive Malereien, ein kleiner Steinzeitbrunnen sowie ein Steinkreis, wie er in grauer Vorzeit für Rituale genutzt wurde. Ursprünglich wollte der Verein als Areal für das Steinzeitlager ein privates Stück Land neben dem Gästehaus nutzen und hatte dafür einen Flächentausch vorgeschlagen. Doch der Eigentümer habe sich darauf nicht eingelassen, bedauert Anke Ehrecke. Nun soll die Siedlung hinter den Bettenhäusern des Graureiher angelegt werden. „Durch die Bauarbeiten wird die Betreuung der Kinder nicht beeinträchtigt“, verspricht Ehrecke.

Simone Wagner, Leiterin des Graureiher, und Mitarbeiter Enno Thoms lenken seit Mai vorigen Jahres vor Ort die Geschicke des Jugendgästehauses. Die Entscheidung, sich für Nehringen zu bewerben, habe sie „noch nicht eine Minute bereut, das war genau richtig“, sagt Simone Wagner. Man sei mit vielen, unterschiedliche Menschen zusammen, das mache ihr großen Spaß. Steinzeitlager haben ebenso wie Piratenlager schon Tradition im Graureiher. Ein fest eingerichtetes Lager habe allerdings viel mehr Charme als die Zelte, die man bislang immer als Schlechtwettervariante aufgebaut habe. „Die Zeit, die wir bisher immer für den Auf- und Abbau der Lager brauchten, können wir dann für die Gestaltung des Programms verwenden“, freut sich Wagner: „die Steinzeitlager werden eine andere Qualität haben. Und es gibt Wissen zum Anfassen – passend zum Lehrplan der Schulen.“

Knapp 2500 Übernachtungen wurden im Graureiher im vergangenen Jahr in den Blockhütten, auf dem Zeltplatz und in den Bettenhäusern gezählt. Tendenziell nach oben gehe es vor allem bei der Nutzung der Bettenhäuser, weiß Simone Wagner. Erste Graureiher-Besucher in diesem Jahr waren Senioren aus Grammendorf, die in der vorigen Woche einen gemütlichen Nachmittag in der Einrichtung verbrachten. Die eigentliche Saison beginnt wohl im April. „Eine Firma hat übers Wochenende gebucht“, berichtet die Graureiher-Chefin. Für die letzte Aprilwoche habe sich die erste Schulklasse angekündigt. „Die Kanu-Saison startet Mitte April“, informiert Enno Thoms. Alle 17 Kanus seien überarbeitet worden, gesponsert von einer Firma, freut sich der Graureiher-Mitarbeiter. Im August sollen wieder betreute Kinderferienlager angeboten werden. „Dafür haben wir schon Anfragen“, bestätigt Simone Wagner. Zudem seien schon zwei der beliebten Piratenlager angefragt – für Kinder im Alter unter zehn Jahren.

„Wir haben schon Buchungen bis in den September hinein. Aber es gibt noch freie Plätze“, versichert die Leiterin des Graureiher, die potenziell interessierten Gästen noch einen Tipp gibt: „Man sollte wenigstens zwei Nächte bleiben, um hier mehr erleben zu können.“

Infos: www.jgh-graureiher.de

E-Mail: ino@jgh-graureiher.de

Kontakt: ☎ 038334/ 80311

Peter Franke

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