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„Der Hirsch ist nicht der Mann vom Reh“

Stralsund „Der Hirsch ist nicht der Mann vom Reh“

In Stralsund klärt ab Montag eine Rotwild-Schau der Deutschen Wildtier Stiftung über der König der Wälder auf.

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Ein fünf Jahre alter Rothirsch in einem Wildpark. Ein ausgewachsenes Hirschgeweih kann bis zu 14 Kilo schwer werden. Für die Hirsche ist übrigens die Brunft die anstrengenste Zeit des Jahres.

Quelle: Foto: Rehder/dpa

Stralsund. Imposant, aber auch ein wenig furchteinflößend schallt das Röhren der Hirsche durch den Wald. „Das Konzert der Rothirsch-Brunft ist faszinierend“, sagt Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung Hamburg/Klepelshagen (Kreis Vorpommern-Greifswald). „Man hat das Gefühl, dass der Wald erbebt.“ Im September und bis in den Oktober hinein haben in Mecklenburg-Vorpommerns Wäldern, insbesondere in den Nationalparks, wieder Hunderte Besucher dieses besondere Naturschauspiel erlebt.

OZ-Bild

In Stralsund klärt ab Montag eine Rotwild-Schau der Deutschen Wildtier Stiftung über der König der Wälder auf.

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Mit Rotwild haben wir  einen Schatz vor der Haustür.Johannes Eggert, Jäger

Dass Exkursionen zur Brunftzeit Touristen anlocken, freut die Jäger im Land. „Über den König der Wälder, der ursprünglich ein Steppentier ist, ist ja  leider viel zu wenig bekannt“, sagt Ralph Pohl von der Hegegemeinschaft Hochwild Schuenhagen-Franzburg. „Der Hirsch ist nicht der Mann vom Reh, auch wenn viele Menschen das inzwischen  glauben.“ Deshalb hatte die Hegegemeinschaft sich darum bemüht, die Rotwild-Wanderausstellung der Deutschen Wildtier Stiftung in ihre Region zu holen. Seit Juni war sie im Stralsunder Obstgut zu sehen, ab Montag ist sie im Einkaufszentrum Strelapark.

„Wir haben die Ausstellung bewusst im Fruchthof gezeigt, damit auch Menschen sie sehen, die vielleicht nicht ins Museum gehen“, sagt Jäger Johannes Eggert, Inhaber des Stralsunder Obstgutes in Lüssow. „Mit dem Rotwild haben wir  einen Schatz vor der Haustür, den  wir bewahren wollen.“ 150 Mitglieder hat die Hegegemeinschaft in der Region zwischen Tribsees und Barhöft, Grimmen und Stralsund. Der Rothirsch gilt als größtes freilebendes Wildtier in Deutschland. „Jedenfalls so lange sich der Elch nicht wieder dauerhaft ansiedelt“, sagt Pohl. Die Deutsche Wildtier Stiftung sieht in MV ein „Vorzeigeland“ beim Umgang mit dem größten heimischen Säuger. Anders als in mehreren alten Bundesländern könnten die Tiere sich hier frei ausbreiten,  würden in natürlichen Wanderungen nicht behindert. In Süddeutschland gebe es immer noch Regionen, in denen sich ihr Lebensraum auf „Rotwildbezirke“ beschränkt: Außerhalb dieser Reservate werden sie abgeschossen. Konflikte mit dem Pflanzenfresser gibt es aber auch in MV. Bauern beklagen, dass Rotwild auf ihren Flächen Schäden anrichtet. Jäger Hans-Jürgen Patzer weiß das. Der Forstamtschef in Schuenhagen, Andreas Baumgart, meint: „Natürlich gehört das Rotwild in unsere Landschaft.“ Er schränkt aber ein: „Die Frage ist, in welcher Dichte.“

Laut Baumgart belaufen sich die Schäden allein in seinem  Bereich auf „mehr als 100000 Euro, jedes Jahr“.

2013 zum Beispiel hätten die 150 Mitglieder der Hegegemeinschaft deshalb „266 Stück Rotwild erlegt“, wie die Jäger sagen. Für dieses Jahr sollen es 140 sein. Im Jagdjahr 2016/17 waren in MV insgesamt 8000 Tiere dieser Hirschart erlegt worden. Die Ausstellung der Wildtierstiftung spart Konflikte wie in Vorpommern nicht aus. Und zeigt Wege auf: Wird das Wild im Winter in Ruhe gelassen, brauchen die Tiere weniger Energie und fressen weniger. „Dann gehen die Schäden in der Forst zurück“, ist Patzer überzeugt. Rotwild-Schau: ab 9. Oktober im Strelapark Stralsund

Hirschgeweih – bis 14 Kilo

Der Hirsch ist kein männliches Reh. Verwandt sind beide  aber schon. Rot- und Rehwild  gehören  zur selben Familie, den Hirschen (Cervidae). Rehe aber sind deutlich kleiner. Rehböcke wiegen bis zu 30 Kilo, Rothirsche manchmal fünfmal so viel. Außerdem kann sich das kleine, leichte Gehörn der Rehe nicht mit dem bis zu 14 Kilo schweren Geweih ausgewachsener Hirsche  messen.

Elke Ehlers

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