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Stralsund Der Stadtschreiber von Tribsees
Vorpommern Stralsund Der Stadtschreiber von Tribsees
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00:05 04.12.2017
Bürgermeister Thomas Molkentin (l.) ehrt Harry Lembke mit dem Tribseeser Bürgerpreis 2017. FOTOS (2): INES SOMMER
Tribsees

Damit hat Harry Lembke nun wirklich nicht gerechnet. Plötzlich sind im altehrwürdigen Rathaus der Stadt Tribsees alle Augen auf ihn gerichtet: Der ehemalige Lehrer und langjährige OZ-Autor bekommt an diesem Samstagnachmittag den Tribseeser Bürgerpreis überreicht. Seit 2010 ehrt die Stadt auf diese Weise besonderes Engagement für die Trebelstadt und ihre Menschen. Mit schlottrigen Knien nimmt Harry Lembke das Geschenk – hergestellt in der Trebelpötterie – entgegen. Die Überraschung ist gelungen, alle haben dicht gehalten – auch die OZ, die Harry Lembke ebenfalls mit Präsenten und Blumen Danke sagt, hat nichts verraten...

„„Ich freue mich, dass wir auch Harrys Tochter Karin herlotsen konnten. Beide Kinder waren eingeweiht und haben uns geholfen, damit er selbst nichts merkt. Toll, dass die Überraschung gelungen ist, alle haben dicht gehalteEva Bork (70), Vorsitzende des 2002 in Tribsees gegründeten Heimatvereins und Weggefährtin von Harry Lembke

Die bisherigen Preisträger

2010 hat Bürgermeister Thomas Molkentin (CDU) den Bürgerpreis der Stadt Tribsees zum ersten Mal verliehen – an Kurt Boldt. In den Folgejahren wurden Selma Korthals, Bernhard Zieris, Renate Winter, Jürgen Schützmann und Evelin Rehberg geehrt. Im letzten Jahr freute sich Ilse Maaß über den Preis.

Bauarbeiten in der Thomaskirche, Oma- und Opa-Tag in der Kita, Konzerte im Landsdorfer Kornspeicher, Schuljubiläum oder auch der Bericht von einem verwüsteten Einbruchsort – die Liste der Themen, die der 87-Jährige in seinem Notizbuch festhält, ist ellenlang. Kein Wunder: Seit 52 Jahren ist Harry Lembke aus Tribsees für die OSTSEE-ZEITUNG unterwegs. Vom Dezember 1965 stammt der erste kleine Zeitungsartikel. Harry Lembke berichtete darin über strahlende Kinderaugen bei der Weihnachtsfeier. Ob Neues aus der Polytechnischen Oberschule, die geleisteten Stunden im Nationalen Aufbauwerk, die immerhin 313870 Mark einbrachten, oder Tribseeser Agrotechniker der LPG IV. Parteitag in der Winter-Ausbildung – schon 1966 arbeitete Harry Lembke als Volkskorrespondent für die Stralsunder OZ. Über 1000 Beiträge sind bis heute zusammengekommen, verstaut in dicken Mappen im Arbeitszimmer seiner Tribseeser Wohnung in der Ernst-Thälmann-Straße.

1950 kam Harry Lembke in die Trebelstadt. Einst war er als gebürtiger Bad Sülzer in Tribsees zur Schule gegangen, nun führte ihn der Beruf eben dahin zurück. Als Lehrer für Deutsch und Kunsterziehung stand er vor Generationen von Schülern. „Bis zur Rente hab ich immer gern unterrichtet. Zwischendurch musste man zwar auch mal andere Fächer geben, aber die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht“, sagt der Mann, der mit Leib und Seele Pädagoge war. Dabei hatte er als junger Mann schon eine Försterlehre begonnen, bevor er merkte, wozu er sich wirklich berufen fühlte.

Ob Naturschutz, Kulturarbeit in Heimatverein und Museum oder so mancher Seniorentreff – überall mischte Harry Lembke in den letzten Jahrzehnten mit – mal als Berichterstatter für die Zeitung, mal als Ortschronist, oft als beides. Er kennt sich aus in Tribsees, verfolgt viele Ereignisse in seiner Stadt. Ja, das Reporterleben hat ihn fit gehalten. Auch eine schwere Krankheit konnte das Tribseeser Urgestein nicht von seinem Hobby, das schon fast ein zweiter Beruf ist, abbringen. Und damit hat er auch der Stadt Tribsees viele gute Dienste erwiesen. Harry Lembke hat einen großen Fundus. Kein Wunder, dass er 2002 – damals hatte er gerade seine Frau verloren – zu den Mitbegründern des Tribseeser Heimatvereins gehörte. Sein unermüdliches Wirken war auch der Grund, dass sich die Stadtvertretung um Bürgermeister Thomas Molkentin (CDU) dafür entschieden hat, den Tribseeser Bürgerpreis 2017 Harry Lembke zu verleihen.

„Seit Jahrzehnten ist er ehrenamtlich aktiv, und das eher still und in aller Bescheidenheit“, sagt Molkentin in seiner kleinen Festrede. Eva Bork und Rainer Pestel vom Heimatverein Tribsees sind sich einig: „Der Mann hat diese Ehrung schon lange verdient.“

Schön, dass auch die älteste seiner beiden Töchter im Rathaus dabei ist. Sie kann ihrem Vater bei der ganzen Aufregung zur Seite stehen. Und Harry Lembke verspricht: „Ich geb mir Mühe, noch ein paar Jahre weiter zu machen.“

Ines Sommer

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