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Stralsund Die Klingel auf der Oie
Vorpommern Stralsund Die Klingel auf der Oie
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11:52 07.03.2018
Greifswalder Oie

Erst um 1850 wurde die Greifswalder Oie dauerhaft und nicht nur zeitweise besiedelt. Die nach dem Ersten Weltkrieg hier lebende Pächterfamilie Halliger baute den Fremdenverkehr auf der Insel aus. 1937 mussten die Pächter im Zuge des Aufbaus der Heeresversuchsanstalt Peenemünde die Oie verlassen. Seitdem war die Insel militärisches Sperrgebiet.

Ab 1924 brachte „Postkorl“ alle acht Tage die Post mit einem Fischerkahn. Am Schiffsmast wehte offiziell die Reichspostflagge. Das Postboot war ein offener Fischerkahn, der von dem ehemaligen Freester Fischer Karl Knepel, Jahrgang 1867, gesegelt wurde. Wenn er sich der Insel näherte, wurde eine Glocke geläutet, so jedenfalls die Überlieferung.

Ein Gedicht aus den 1920er Jahren, die Ballade „De ierste Klingelschläden up de Oie“, das der Lubminer Helmut Jahn unserer Redaktion schickte, erzählt dazu folgendes:

„Klingling-klingling! Klingling-klingling! Korl hür, Korl hür! Wat’s dat för’n Ding. Das klingt bald as’n Klingelschläden! –Ach wat, seggt Korl, lat mi tofräden; hier giww’t keen Pierd, hier giww’t blot Käu– hier giwwt keen Klingel up de Oie!

Klingling– klingling! Dar klingelt furt un füh– dor krüppt wat aewert Burd. Na nu! röppt Korl, lat’t mi tofräden –dat is warrafdig doch ’n Schläden! Twee Pier darför – dat’s allerhand– wur kamen die hier an den Strand?

Oll Mudder Pilgrim rönnt as dull ut eere Dör, von Freuden vull: Herr Gott, nu schienen alle Sünn’n, dat’s Becker jo ut Peenemün’n. – Ja, Becker was’t, de bröcht de Post un Proviant un frische Kost.

Von’n Lüchttorm kemen alle Mann un uck de Bur, Korl und Jehann, Fru Pilgrim bröcht den strammen Schinken. De Bur gew allerlei to drinken. Den ganzen Awend was vergnögt wat up de ganze Oie sich rögt.

Un früh an’n annern Morgen zög na Peenemünd mit Becker trög, se harren vull em proppt den Magen, doch künn tom Glück he dat verdragen: He wög´ – drüm blew he uck gesund – tweehundert fiefundördig Pund!

eob

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