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Die Stärken der Schüler stärken

OZ-Schulnavigator am Förderzentrum: Viele Oasen zum Wohlfühlen Die Stärken der Schüler stärken

Kinder und Jugendliche mit Defiziten werden optimal auf das Leben vorbereitet

Stralsund. Bunte Bilder zieren die hellen Wände und sorgen für eine freundliche Atmosphäre. Doch es sind nicht nur die Kunstwerke der Schüler allein, die alles lebensfroh wirken lassen. Es sind vor allem die Schüler und Lehrer des Sonderpädagogischen Förderzentrums selbst, die dafür verantwortlich sind. „Wir bringen unseren Schülern Akzeptanz und Wertschätzung entgegen“, erklärt Schulleiterin Antje Ott. „Das versuchen wir auch als Kollegen zu spiegeln.“

Am Förderzentrum werden derzeit 153 Mädchen und Jungen von der 3. bis zur 10. Klasse unterrichtet. „Eine weite Altersspanne, umso wichtiger ist ein gutes Miteinander“, sagt Antje Ott. Die Schüler haben die Möglichkeit, den Abschluss der Allgemeinen Förderschule zu erlangen. Wenn sie jedoch freiwillig und bei entsprechenden Leistungen das 10. Schuljahr besuchen, können sie auch die Berufsreife erlangen. „An unserer Schule lernen Kinder und Jugendliche mit einem speziellen Förderbedarf.“ Um dem gerecht zu werden, gibt es mehr Unterstützung und Hilfe, spezielle Lernmethoden und kleinere Klassen. 29 Lehrer, zwei Pädagogen mit sonderpädagogischer Aufgabenstellung und eine Schulsozialarbeiterin kümmern sich um die Schüler. „In erster Linie stärken wir die Stärken“, sagt Antje Ott. Also die Kinder trotz ihrer Defizite optimal aufs Leben vorbereiten.

Neben den täglichen Unterrichtseinheiten versuchen die Pädagogen, die sozialen Kompetenzen der Schüler zu fördern. Und da gibt es eine Vielzahl von Angeboten. Besonders beliebt sind die gemeinsamen sportlichen Aktivitäten. „Etwa unsere traditionelle Nonsens-Olympiade oder die verschiedenen Turniere und Sportfeste.“

Außerdem gibt es für die Klassen 4 bis 6 den Neigungsunterricht, der ab der 7. Klasse zum Wahlpflichtfach wird. „Das ist interessenorientierter Unterricht, der nicht im Klassenverband stattfindet, und den Schulalltag ein wenig auflockert“, erklärt Antje Ott. Keramik, Computer, Englisch oder Kochen – die Auswahl ist groß.

Apropos Kochen. Zusätzlich zum täglichen Mittag bietet die Schülerfirma „Greif zu“ jeden Dienstag in den Hofpausen einen Imbiss an. „Das machen wir neben unserem normalen Unterricht“, erklärt Tom Döbel (18), stellvertretender Geschäftsführer der Firma, die es bereits seit 1996 am Förderzentrum gibt. Im Moment arbeiten elf Schüler zwischen 13 und 18 Jahren mit. „Wir machen gemeinsam einen Arbeitsplan, kaufen montags ein und sind am Dienstag mit den Vorbereitungen und mit dem Verkauf der Brötchen und der Crêpes beschäftigt“, sagt Tom.

Unterstützt werden die Mädchen und Jungen von Elisa Heinzerling. Die Schulsozialarbeiterin lässt auf das Förderzentrum nichts kommen. „Ich möchte an keiner anderen Schulform arbeiten“, sagt die 30-Jährige. „Die Schüler hier sind dankbar und ehrlich, und das in jede Richtung. Bei ihnen weiß man, woran man ist.“ Zu den täglichen Aufgaben gehört es, die Schüler zu unterstützen. „Aber manchmal kann man eben auch im Elternhaus helfen. Und wenn man sieht, dass das fruchtet, ist das ein gutes Gefühl.“ Nicht zuletzt hebt Elisa Heinzerling das gute Klima an der Schule hervor. „Alle ziehen hier an einem Strang.“

So kommt es auch nicht von ungefähr, dass seit vielen Jahren die Tradition hochgehalten wird, dass am Kindertag die gesamte Schule, mit allen Lehrern und Schülern, einen gemeinsamen Ausflug macht.

„In diesem Jahr geht es zum Königsstuhl“, verrät Antje Ott. Auch das Projekt „Coole Schule“ trage dazu bei, dass sich alle mit der Schule verbunden fühlen. „In dieser Projektwoche gestalten wir mit den Schülern den Schulhof gemeinsam. Bauen kleine Spielattraktionen oder bessern bestehende aus, kümmern uns um Grünflächen, Pflanzen oder Sitzgelegenheiten.“ Kleine Oasen zum Wohlfühlen eben.

Miriam Weber

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