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Die optimierte Betonschwelle

Stralsund Die optimierte Betonschwelle

Master-Studenten von der Hochschule Stralsund helfen den Unternehmen, Produktionsabläufe zu verbessern.

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Betonschwellen auf dem Gelände des Werkes in Möllenhagen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Stralsund. Gleisschwellen für die Bahn sind das Metier der Spitzke Fahrwerksysteme GmbH in Möllenhagen bei Waren an der Müritz. Über 3000 Schwellen aus Beton laufen dort jeden Tag vom Band. Damit ist das Unternehmen Spitze in Europa. Doch es gibt nichts, was sich nicht auch beim Spitzenreiter besser machen ließe. Dafür sorgten jetzt Master-Studenten des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Stralsund.

„Im Rahmen der Vorlesungsreihe Technologiemanagement müssen unsere Studenten in Fünfer-Gruppen Projekte aus der Produktionspraxis bearbeiten“, sagt Professor Hein-Peter Landvogt, der Produktionsorganisation lehrt. Das ist eine Herausforderung auch für den Professor: „Ich brauche jedes Jahr zehn solcher Projekte für meine Studenten.“ Landvogt ist dabei auf die Unterstützung durch die Industrie angewiesen.

Einer, der dabei Kontakte knüpft ist René Groh. Der 37-Jährige hat an der damaligen Fachhochschule in Stralsund studiert und ist heute Projektleiter beim Bildungswerk der Wirtschaft. Sein Projekt heißt schlicht Ideen für Unternehmen (IFU) und wird vom Wirtschaftsministerium mit ESF-Mitteln gefördert. „Im Mittelpunkt steht dabei, Studenten mit unternehmerischen Denken und Handeln vertraut zu machen“, sagt Groh. Für diesen Job ist er gut vernetzt.

So brachte er Professor Landvogt und sein Studententeam mit dem Betonschwellenbauer von der Seenplatte zusammen. Der Beginn eines Vorhabens, das auf beiderseitigem Interessen beruhte.

„Wenn es um die Verbesserung unserer Produktion geht, setzen wir auf Ideen und den wissenschaftlichen Blick von außen“, sagt Stefan Linke, Geschäftsführer der Spitzke Fahrwerksysteme GmbH in Möllenhagen. Im konkreten Fall ging es um die Montage von Schienenbestigungsmaterial auf den Schwellen im Produktionsprozess. „Wir versprachen uns durch das Projekt minimierte Laufwege, mehr Effizienz in der Produktion und ergonomisch geringere Belastungen für unsere Mitarbeiter“, erklärt Linke. Die Präsentation des Ergebnisses hat so überzeugt, dass der Geschäftsführer sagt: „Diese Zusammenarbeit werden wir wiederholen.“

Für die Master-Studenten, vier junge Leute aus Süddeutschland und einen Kommilitonen aus Tunesien, keine leichte Aufgabe. Das Unternehmen, das als Tochterfirma zum europaweit tätigen Bahnifrastrukturausstatter Spitzke SE gehört, ist in Sachen Beton bereits eine Hightech-Firma. Schwierig, da noch etwas zu verbessern.

Für Leon Wimmer war die Mitarbeit am Projekt dennoch eine spannenden Geschichte. „Ich war schon erstaunt, mit welcher technischen Raffinesse Bahnschwellen produziert werden“, sagt der 24-Jährige. Er schwärmt immer noch davon, dass das Team bei seiner Arbeit auf jede erdenkliche Weise von der Firma unterstützt wurde. „Es war immer ein Ansprechpartner da, der dafür gesorgt hat, dass wir bekamen, was wir für das Projekt brauchten. Der Kontakt zu den Mitarbeitern war einfach toll.“ Er nimmt vor allem eins aus dieser Zusammenarbeit mit: „Die praktische Erfahrung, die wir dabei gewonnen haben, kann ich später gut gebrauchen.“

Wenn Hein-Peter Landvogt mit der Bahn unterwegs ist, schaut er die Schwellen unter den Gleisen neuerdings mit anderen Augen an. Für ihn steht fest: „Das war ein Dreamteam, so wie die Truppe zusammengearbeitet und sich gegenseitig geholfen hat.“ Jetzt hält der Professor Ausschau nach neuen Projekten. Für ein, zwei gibt es dieses Jahr noch Kapazitäten, sagt er und wünscht sich:

„Unternehmen können da mit ihren Vorstellungen auch gerne an mich herantreten.“

Alle profitieren von den Projekten

Ostseestaal und die Stralsunder Möbelwerke arbeiten regelmäßig mit Studenten der Hochschule zusammen, wenn es darum geht, Produktionsprozesse wissenschaftlich bearbeiten zu lassen.

Vorteil für die Firmen: Sie bekommen für ihre Probleme ein Beratungsteam aus jungen Ingenieuren, die bereits ihren Bachelor in der Tasche haben und kurz vor dem Master-Abschluss stehen. Außer für die Anfahrt und die Verpflegung fallen kaum Kosten für die jeweiligen Unternehmen an.

Vorteil für Studenten: Sie können erlernte wissenschaftliche Methoden unmittelbar in der Praxis anwenden und bereits berufliche Kontakte in Unternehmen knüpfen.

Kontakt: hein-peter.landvogt@hochschule-stralsund.de

Jörg Mattern

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