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Die rasante Aufsteigerin

Stralsund Die rasante Aufsteigerin

Für das Treffen hat sich Ann-Christin von Allwörden die Turmspitze der Marienkirche ausgesucht. Von dort oben hat die CDULandtagskandidatin die gesamte Hansestadt im Blick.

Stralsund. Für das Treffen hat sich Ann-Christin von Allwörden die Turmspitze der Marienkirche ausgesucht. Von dort oben hat die CDULandtagskandidatin die gesamte Hansestadt im Blick.

„Als ich 1993 mit 14 Jahren von Neumünster nach Stralsund gezogen bin, war der Zustand der Stadt für mich ein Schock. Dann hat mich mein Vater hier hoch geschleift, und ich habe gesehen, wie schön sie in Wahrheit ist“, sagt die 37-Jährige. Bis heute steige sie mindestens einmal im Jahr mit ihrer Tochter die Treppen empor.

Auch weil man von hier oben klare Sicht auf die Probleme da unten habe. Von Allwörden ist Polizistin, sie hat Sicherheit zu ihrem wichtigsten Wahlkampfthema gemacht. „Wir brauchen mehr Polizisten mit besserer Ausrüstung“, sagt sie. Das Flächenland MV sei mit der derzeitigen personellen Aufstellung der Polizei kaum noch abzudecken. „Es kann nicht sein, dass ein Bewohner nach einem Notruf eine halbe Stunde warten muss.“ Von Allwörden kennt die Probleme aus eigener Erfahrung: Sie arbeitete als Polizistin in Schleswig-Holstein, ihr Vater war bis 2002 Chef der Inspektion in Stralsund und danach Revierleiter in Bergen.

Die Politikerin engagiert sich seit 1997 in der Jungen Union und ist seit 2014 Mitglied der CDU. In den zwei Jahren hat sie einen beachtlichen Aufstieg hingelegt. Sie wurde auf Anhieb in die Stralsunder Bürgerschaft gewählt und hat danach in einer CDU-internen Abstimmung mit Landtagsmitglied Detlef Lindner den eigentlich als gesetzt geltenden Kandidaten ihrer Partei für die Landtagswahl ausgestochen – und damit im Ortsverband ein mittleres Erdbeben ausgelöst.

„Die Idee anzutreten, kam von mir. Ich finde, eine Wahl ist nur dann eine Wahl, wenn man auch eine Wahl hat“, sagt sie. Inzwischen habe sich die Lage wieder beruhigt, und sie spüre auch Rückhalt bei den Leuten, die sie damals scharf kritisiert hatten. Fehlende Erfahrung sei kein Problem: Die Aufgabe im Landtag sei kein Job, den man erlernen müsse. „Es geht um Engagement. Die Leute sollten immer wissen: Was macht die da eigentlich?“

Alexander Müller

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