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Stralsund Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Bauprojekt in Andershof
Vorpommern Stralsund Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Bauprojekt in Andershof
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06:34 19.02.2019
Das mögliche Baugelände in Andershof wird zum Teil als unbefestigter Park- und Abstellplatz genutzt. Dahinter wachsen auf gut zwei Hektar verschiedene Baumarten. Quelle: Carsten Schönebeck
Stralsund

Die öffentliche Veranstaltung in Andershof lockte am Wochenende rund 100 Bürger in das Waldstück, das einem Bauprojekt im Wege steht. (Die OZ berichtete.) Deutlich wurde dabei, dass es für viele Menschen in der Stadt ganz subjektive Gründe für oder gegen eine Rodung gibt. So manche Frage stellte sich ganz unabhängig von persönlichen Meinungen zum Bauprojekt und den Bäumen, die in den vergangenen Jahren auf dem Grundstück angewachsen ist.

Warum gilt das Gebiet überhaupt als Wald?

Der Gesetzgeber definiert das sehr weitgreifend. Jede Fläche die mit entsprechenden Baum- und Straucharten flächenhaft bewachsen ist, gilt demnach als Wald, sofern sie nicht unter explizite Ausnahme-Kriterien fällt. Etwa, wenn es sich nur um kleine Baumgruppen handelt, die gezielt angepflanzt sind. Auch Friedhöfe, Parkanlagen und Weihnachtsbaumplantagen sind ausgenommen. Von Befürwortern des Projektes wird gelegentlich formuliert, es handle sich in Andershof um Wildwuchs, nicht um einen Wald. Im Rahmen des Gesetzes wäre eher richtig: Gerade weil es sich um Wildwuchs handelt, ist es ein Wald.

Muss der Investor neue Bäume pflanzen, wenn er welche fällt?

Forstamtsleiter Andreas Baumgart (m.) hatte beim Vor-Ort-Termin mit den Bürgern in Andershof viele Fragen zu beantworten. Quelle: Carsten Schönebeck

"Für die Bäume, die hier gefällt würden, müsste ich die fünffache Fläche als Ausgleichsmaßnahme wieder aufforsten“, erläutert Eigentümer Fred Muhsal. Aber, das räumt er ein, der neue Wald würde mit Sicherheit nicht innerhalb Stralsunds entstehen. Dafür fehlen geeignete Flächen. Für solche Ausgleichsmaßnahmen unterhält die Stadt Grundstücke auf der Insel Rügen. Dort würden dann auf einer entsprechenden Fläche neue Bäume angepflanzt, um sich wieder zu einem Wald zu entwickeln.

Kann man das Waldstück nicht unbebaut lassen?

Der Investor pocht darauf, dass sich die Investition nur lohne, wenn alle drei bisher geplanten Projekte (Kita, Seniorenresidenz und Supermarkt inklusive Parkflächen) umgesetzt würden, dafür müssten etwa 80 Prozent der Waldfläche gerodet werden. Auf der Suche nach einem Kompromiss mit dem Forstamt Schuenhagen seien aber auch Vorschläge einer höhergeschossigen Bebauung entstanden, die weniger Fläche braucht. Die Kita entstünde dann über dem Supermarkt. Allerdings habe sich dafür kein Interessent gefunden. „Ich habe über diese kombinierte Lösung aus Markt und Kita mit unter anderem mit Aldi, Lidl und Norma gesprochen. Alle haben das abgelehnt“, so Muhsal. Dort habe man weitgehend standardisierte Baupläne, von denen man für örtliche Sonderlösungen nicht abweichen wolle. Zudem hätten die Unternehmen auch kein Interesse außerhalb ihres Kerngeschäfts in eine Immobilie zu investieren, die dann teilweise vermietet werden muss.

Gibt es andere geeignete Flächen?

Das wurde und wird weiterhin geprüft, gestaltet sich aber schwierig. Einen Bau der neuen Supermarkt-Filiale auf dem Gelände des jetzigen real-Marktes habe der Eigentümer abgelehnt, heißt es von der Stadt. Spekuliert wird gelegentlich auch über ein brachliegendes Gelände in Andershof (ehemals LEW). Auch dort sei man sich aber mit dem privaten Eigentümer entsprechender Teilflächen nicht einig geworden. Das ehemalige Eichamt (neben dem umstrittenen Waldstück) wiederum gehört dem Land, das aber eigene Pläne für das Grundstück hat. Nach OZ-Informationen geht es dabei um eine Nutzung durch die Landespolizei. Die Linken in der Bürgerschaft fordern derzeit eine Prüfung, ob man der Landesverwaltung eine Ersatzimmobilie anbieten kann.

Carsten Schönebeck

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