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Stralsund Diskofieber zwischen „Tempel“ und „Kameltränke“
Vorpommern Stralsund Diskofieber zwischen „Tempel“ und „Kameltränke“
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00:00 26.08.2014

Was war das schön, nach der Schule mit dem Fahrrad über den Flugplatz zu pesen. Mal eben fix nach Kedingshagen zum Garten meiner Freundin Anne. Zur Schule hatte ich es nicht weit. Wir wohnten in der Willi-Bredel-Straße — ein Katzensprung bis zur Karl-Liebknecht-Oberschule. Schlendert man heute dort lang, ist man schon wehmütig, denn die grüne Schule wurde ebenso wie die „Rosa“ abgerissen. Nur der Sportplatz erinnert noch an so manchen Schultag.

Im Sommer haben wir uns zwischen den Blocks auf dem Wäscheplatz aus Decken Zelte gebaut. Mutti musste Proviant vom Balkon runterlassen. Im Winter sind wir alle zum Rodelberg hinter der Friedrich-Wolf-Straße gezogen, die Kleineren jagten mit dem Schlitten an der Kaufhalle „8. März“ runter. Apropos Kaufhalle. „In der Halle gibt‘s Bananen“, war der Lieblingsspruch für uns Kinder.

Hieß nämlich: Losmarschieren und stundenlang anstellen, bis man fünf grassgrüne Dinger erstanden hatte...

Gern denke ich auch an unseren Umzug 1980 ins Hochhaus am Heinrich-Heine-Ring zurück. Wir haben die Vierraum-Wohnung — meine Schwester und ich hatten endlich ein eigenes Zimmer — selbst tapeziert.

Sprechfunk, Fahrstuhl, Müllschlucker, Spannteppich, heißes Wasser aus der Wand waren die Worte, die damals den neuesten Standard verkörperten, während Leute in der Filterstraße noch ‘n Außenklo und Mieter in der Naumann-Straße für zwei Familien ein Bad hatten.

Ventspilzplatz samt gleichnamiger Kaufhalle war dann für meine Klique ständig Treffpunkt. Solange das Taschengeld (oder die Einnahmen von der Jugendweihe) reichten, haben wir natürlich liebend gern einen Abstecher in die Milchbar gemacht. Im „Mecki“ gleich nebenan gab‘s lecker Bauernfrühstück oder „Steak au four“. Mittwochs und samstags hatten wir aber eine andere Lieblungsbeschäftigung:

Anstehen, und zwar vorm „Tempel“, dem großen Saal im „Stadt Stralsund“. Was hab ich mir da die kalte Füße geholt, bis nach X Stunden der Typ am Einlass sagte: „Fünf Mädchen dürfen rein“. Die armen Jungs, die mussten ja aus Verzweiflung in die Bierbar einkehren. Wie gut, dass man wenigstens an Karten für die „Kameltränke“ rangekommen ist. Disko mit Essenhallen-Charme, das hat man nur als echtes Knieper-West-Kind erlebt.



OZ

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